Der Gehorsam des Jüngers

Wovon sollten oder dürfen wir als Jünger Christi in Bezug auf den Gehorsam ausgehen? Von der grossen unendlichen Freiheit, dem Atmen des „weggefallenen“ Gesetzes und der Gnade im Neuen Testament oder müssten wir eher die Strenge und die Gesetzlichkeit des Alten Testamentes zur Richtschnur nehmen in Bezug auf die Frage nach dem Gehorsam gegenüber Gott und seinen Regeln? Oder können wir uns einfach ganz nach unserem Geschmack das Beste aus beiden Welten aussuchen? Oder müssten wir vielleicht einfach an den Punkt gelangen, wo wir kompromisslos anerkennen, dass es immer zu unserem Besten dient, wenn wir uns konsequent an den Regeln und Wünschen Gottes ausrichten und ihm nachfolgen, ganz unabhängig davon, wo nun diese Regeln und Wünsche in der Bibel niedergeschrieben wurden und wo sie uns hinführen? Wir dürfen ziemlich getrost von Letzterem ausgehen.

Unter Gehorsam versteht man prinzipiell das Befolgen von Geboten oder Verboten. Ableiten tut sich das Wort Gehorsam von Gehör, horchen oder hinhören. Wenn wir nun glauben wollen, dass es gut wäre, auf Gott zu hören, so können wir annehmen, einige oder gar viele werden es dereinst nach dem irdischen Leben bereuen, nicht gehört oder eben gehorcht zu haben. Sobald wir einmal verstanden haben, dass Gottes Verbote keine Spassbremsen sind, sondern unser menschliches Zusammenleben zu unserem Besten regeln und gestalten, wird es auch nicht mehr allzu schwierig sein, zu gehorchen. Man könnte hierbei einen allgemeinen und einen individuellen Gehorsam unterscheiden. Der allgemeine Gehorsam verpflichtet uns darauf, uns an die allgemeinen Gebote und Regeln in der Bibel zu halten. Wir sollen uns keine anderen Götter halten, Vater und Mutter ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen und nicht lügen und dies alles nur zu unserem Besten, zugunsten einer funktionierenden Gesellschaft. Neben den hier gestreiften 10 Geboten aus 2. Mose 20 finden wir noch einige anderer Regeln in der Bibel, doch die wesentlichsten wären hiermit genannt. Das wichtigste oder vornehmste Gebot nennt Jesus noch immer die Liebe: „Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot (Markus 12.29-31).“ Es versteht sich von alleine, wenn wir diese Liebe hätten, würden wir Gott gehorchen und seine Gebote halten, denn wir würden uns davor scheuen, Dinge zu tun, welche uns und anderen schaden. Die Liebe zu Gott und seiner Schöpfung würde sozusagen zwingend zum Gehorsam führen, zum Allgemeinen, wie auch zum Individuellen. Von Letzterem haben wir noch gar nicht gesprochen und man wäre geneigt hier anzudeuten, dieser wäre womöglich die grössere Herausforderung.

Unter dem individuellen Gehorsam verstehen wir hier eine persönliche Lebensgestaltung unter der straffen Führung Gottes. Nicht mehr wir tun, was wir wollen und zählen dabei auf die gnädige Unterstützung Gottes, sondern wir tun, was er uns ganz konkret für unser Leben aufträgt. Jesus wurde zu Recht von seinen Jüngern Meister genannt (Johannes 13.13) und wenn wir als Jünger Christi einen Meister haben, so wäre es doch einleuchtend anzunehmen, dieser würde uns auch konkrete Aufträge erteilen.

Ein Beispiel zur Untermauerung dieser Annahme findet sich in der Aussendung der zwölf Apostel im Markus Evangelium: „Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel, sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet. Und wenn ein Ort euch nicht aufnimmt und man euch nicht hören will, da zieht von dannen und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Und sie gingen und predigten, man solle Buße tun, und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie (Markus 6.7-13).“ Die zwölf Jünger erhalten einen konkreten Auftrag mit detaillierten Anweisungen. Frei von irdischem Ballast nur mit Gottes Vollmacht und dem Vertrauen auf ihn sollten sie losziehen und so haben sie es getan.

Der Jünger mit geringem Hang zum individuellen Gehorsam wird nun sagen, erstens wäre dies ein rein geistlicher Auftrag gewesen und daher hätte er keine Gewicht für andere Fragen des Lebens und zweitens wäre es ja ohnehin nicht oft vorgekommen, dass Jesus konkrete Aufträge erteilt hätte und somit könnte man doch mehrheitlich einfach machen, was einem geradeso passt. Ist dem so? Oder wäre es nicht besser, möglichst konsequent in den Fussstapfen Christi zu wandeln und strategische Entscheidungen in unserem Leben ihm zu überlassen? Was meinen wir mit strategischen Entscheidungen? Jede Entscheidung von grösserer Tragweite wäre damit gemeint. Die Fragen hierbei lauten: „Welchen Beruf erlerne ich, welche Frau oder welchen Mann heirate ich, heirate ich überhaupt oder lasse ich es besser bleiben? In welchem Land lebe ich, in welche Kirche gehe ich? Werde ich dereinst Kinder in die Welt setzen?“ Diese Liste könnte man sicher noch fortsetzen und sogar noch verfeinern. Doch noch bevor wir sie verfeinern, stellen sich manch einem Jünger wohl die Nackenhaare. Und sollte dies geschehen, müsste er sich nun fragen, warum denn kommt hier schon Unbehagen auf?

Was muss geschehen, um strategische Entscheidungen Jesus überlassen zu können? Ganz einfach, wir müssen in gewissem Sinne sterben. Wir geben unsere Wünsche, unsere Begierden, unsere Ängste, unsere Egoismen auf und unterstellen uns radikal dem Willen Gottes. Wir werden sozusagen lebende Tote. Nur das Weizenkorn, welches stirbt, kann viel Frucht bringen (Johannes 12.24). Ein hehres Ziel, die Summe aller unserer Unmöglichkeiten aufzugeben, doch wir sollten dabei nie vergessen: Konsequente Nachfolge wäre mutmasslich nur zu unserem Besten, denn wer war schon jemals gut bedient mit dem falschen Beruf, der falschen Frau oder dem falschen Mann, dem falschen Auswanderungsland oder der falschen Kirche? Natürlich kann man sagen, Gott könne auch eine schlechte Wahl noch zu einer guten werden lassen, doch wie wäre es, wenn wir auf Anhieb aus Gottes Sicht richtig wählen würden? Die meisten von uns haben wohl schon falsch gewählt, im Kleinen oder im Grossen. Zu Tode grämen müssen wir uns deswegen ja nicht, doch zumindest sollten wir uns zum „Sterben“ anschicken, um in Zukunft besser zu wählen. Nun gut, solange wir nicht den Eindruck haben, konkrete Anweisungen Christi zu empfangen, bleibt uns nichts anderes übrig, als einfach zu tun, was wir im Rahmen des allgemeinen Gehorsams für richtig halten. Wir sollten uns nur ehrlich fragen, ob wir denn wirklich keine Anweisungen empfangen, oder ob wir sie einfach nicht hören wollen? Wahrscheinlich werden wir tatsächlich nicht allzu oft konkrete Weisung zu unserer Lebensgestaltung erhalten, wir haben ja auch nicht alle Tage strategische Entscheidungen zu fällen, doch wenn der Heilige Geist zu uns spricht, wären wir gut beraten, zu hören.

Ein Beispiel für das Reden des Heiligen Geistes finden wir in Apostelgeschichte 16.6-10, wo Paulus durch den Heiligen Geist verwehrt wird in der Provinz Asia oder auch in Bithynien die Botschaft Christi zu verkündigen, jedoch ein Traum ihn dazu auffordert, nach Mazedonien zu ziehen. So kann Führung aussehen. Paulus war gehorsam und daher können wir auch nicht sagen, was gewesen wäre, wenn nicht. Der eine oder andere von uns hat letzteres jedoch sicherlich schon herausgefunden und möchte es allenfalls nicht wiederholen. Und falls wir den Eindruck haben sollten, der Heilige Geist würde ja gar nicht zu uns sprechen, können wir ja einfach darum bitten. Er wird sich zu gegebener Zeit schon melden, durch starke Eindrücke infolge von Texten, Gesprächen, Träumen oder Gefühlen. Gott hat viele Wege, zu uns zu sprechen und er kann sich durchaus verständlich machen, wenn es denn sein muss. Nur das Gehorchen würde dann noch uns obliegen. 

Den individuellen Gehorsam könnten wir vielleicht noch auf die Spitze treiben, indem wir uns fragen, ob noch weit mehr als nur strategische Entscheidungen unter die Führung Christi zu stellen wäre? Wie wäre es, wenn wir jeden Tag und jede Tätigkeit unter seine Führung stellen würden? Zugegeben, ein hoher Anspruch, doch je besser wir „sterben“, desto besser wird dies gelingen. Umso grösser wird unser Bedürfnis werden, Jesus möglichst umfassend zu gehorchen und ihm im Gehorsam zu dienen.

Am Beispiel Jesu und seinen Aussagen können wir abschätzen,  wie weit Gehorsam und auch Verbindlichkeit Gott gegenüber gehen sollte. Er sagte in Bezug auf seine Beziehung zum Vater: „Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe (Johannes 4.34).“  Und so, wie Jesus tat, was er den Vater tun sah, sollten wir tun, was wir ihn tun sehen. Weiter können wir auch an den Aussagen Jesu zu radikaler Nachfolge abschätzen, wie verbindlich und zielgerichtet unser Wandel sein sollte und damit auch, wie gross unser Gehorsam sein müsste. Jesus sagte unter anderem: „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurück blickt ist nicht geschickt (tauglich) für das Reich Gottes (Luk 9.62)“ und Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden (Matthäus 10.37-39).” Vom Gebot der radikalen Nachfolge können wir gut und gerne die Notwendigkeit des absoluten Gehorsams ableiten, denn von lauem Gehorsam gibt es naturgemäss keine konsequente Nachfolge. Man wäre fast versucht, die These aufzustellen,  dass sozusagen fast nur vom Grad unseres Gehorsams in der Nachfolge Christi dereinst das Ausfallen der im Feuer geprüften Werke abhängen wird, wie es von Paulus im ersten Brief an die Korinther beschrieben wird. „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber, welcher pflanzt und der, welcher begießt, sind einer wie der andere; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Ein jeglicher sehe zu, wie er darauf baue. Denn einen andern Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird eines jeden Werk offenbar werden; der Tag wird es klar machen, weil es durchs Feuer offenbar wird. Und welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erproben. Wird jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleiben, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durchs Feuer hindurch (1. Korinther 3.6-15).“ Es liegt an uns, unter der Führung Christi so zu bauen, dass unsere Werke als Gold und Silber bestand haben und nicht wie Stroh und Heu verbrennen werden.

Dass unser Wandel einen Unterschied macht, auch in Form von Lohn und Schaden finden wir nicht nur beschrieben in der eben genannten Stelle, sondern auch im Alten Testament als Ansage Gottes an das ganze Volk Israel: „Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete, gehorsam seid: den Fluch aber, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, nicht gehorsam sein werdet und von dem Wege, den ich euch heute gebiete, abtretet, so dass ihr andern Göttern nachwandelt, die ihr nicht kennet. So achtet nun darauf, dass ihr alle Satzungen und Rechte tut, die ich euch heute vorlege (5. Mose 11.26-28 & 32)!“ Konkret werden Fluch und Segen im fünften Buch Mose im Kapitel 28 aufgezählt. Wir sehen also, Gehorsam wird sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament anbefohlen und in beiden Fällen werden der Gehorsam mit Lohn und der Ungehorsam mit Schaden in Verbindung gebracht. Unschwer ist zu erraten, dass wir Fluch und Schaden nicht ernten, weil Gott ein schlechter Mitspieler wäre bei unseren, uns selbst ausgedachten, eigenen Geschäften, sondern weil unsere eigenen Wege und Spiele schnell einmal in der Sünde, der Sackgasse oder am Abgrund enden können.

Wir haben nun vom Gehorsam gegenüber Gott gesprochen und da bietet es sich an, auch über den Gehorsam gegenüber Menschen nachzudenken. Gott vorzugsweise zu gehorchen, mag einleuchten, denn der weiss ja auch, was er tut und von daher wäre es empfehlenswert, sich nach ihm zu richten. Doch wissen Menschen auch, was sie tun und wäre es daher angebracht, ihnen zu gehorchen?  Oder wissen sie nicht, was sie tun und wir wären gut beraten, ihnen den Gehorsam zu verweigern? Wir werden im Folgenden sehen,  beides kann vorkommen und die grosse Kunst wird darin bestehen, im Sinne Christi, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Folgenden Bibelstellen fordern uns dazu auf, irdischer Obrigkeit untertan zu sein: „Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die vorhandenen aber sind von Gott verordnet. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Ordnung Gottes; die aber widerstreben, ziehen sich selbst die Verurteilung zu (Römer 13.1-2).“ Und „Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in allen Dingen, denn das ist dem Herrn wohlgefällig (Kolosser 3.20)!“ Es sei hier noch angemerkt, es ist nicht von guter oder wohlmeinender Autorität die Rede, sondern von Autorität generell. Bei absoluter Auslegung der Bibelstellen, könnte man gar dem Gedanken verfallen, man hätte Obrigkeit in jedem Falle zu gehorchen, egal was diese auch verlangen würden. So taten es teils gläubige Wehrmachtsoldaten im dritten Reich und schritten zu den von „oben“ befohlenen Massenerschiessungen von Juden. Gerechtfertigt haben sie dies mit Hilfe von Römer 13. Ignoriert haben sie dabei das Gebot „Du sollst nicht töten“, was man bekanntlich im Krieg ja ohnehin so pflegt, zu halten. Dass es im Dritten Reich auch anders ging, werden wir im Folgenden noch sehen.

Was sagt die Bibel zum absoluten Gehorsam gegenüber Obrigkeit? Wir tun zwar gut daran,  der Obrigkeit zu gehorchen, doch müssen wir dies in jedem Falle? Manch einer mag hier müde lächeln und sagen, es wäre doch klar, dass man Autorität nur gerade dort gehorcht, wo es so eben gerade einmal ins Konzept passt. Wir leben in einer rebellischen Zeit und da muss angemerkt werden, es wäre anders gedacht! Doch Gehorsam ohne Grenzen, ohne Verstand und Moral? Kann es wirklich so gemeint sein? Wir finden Beispiele in der Bibel, welche uns eines Besseren belehren. Den ersten Aposteln wurde von den Pharisäern streng eingebläut, sie hätten möglichst augenblicklich aufzuhören, im Namen Jesu zu lehren und zu predigen. Doch die Apostel sahen sich höherem Gebot verpflichtet und liessen sich den Mund nicht verbieten.  „Und sie ließen sie (Petrus & Johannes)  rufen und geboten ihnen, durchaus nicht mehr in dem Namen Jesu zu reden noch zu lehren. Petrus aber und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott (Apostelgeschichte 4.18-19).“ Und  „Und sie brachten sie (die Apostel) und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht streng verboten, in diesem Namen zu lehren? Und siehe, ihr habt mit eurer Lehre Jerusalem erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen! Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apostelgeschichte 5.27-29)!“ So weit so klar, wenn uns die Gebote Gottes höher gebieten, als irdische Gesetze und Richtlinien, haben wir uns, an die Gebote Gottes zu halten und uns dem Irdischen zu verweigern. Dabei sollten wir uns jedoch gründlich prüfen und uns fragen, ob wir wirklich einem höheren Gebot folgen, oder ob wir nur eine gute Ausrede suchen, um nicht machen zu müssen, was eine allenfalls fragwürdige irdische Autorität von uns fordert.

Hier können wir ein kleines Nebengleis befahren und uns fragen, ob wir denn in jedem Falle im Gehorsam Gott gegenüber für Recht und Ordnung einstehen und uns unser Recht erkämpfen sollten? Hier kann man vermutlich geteilter Meinung sein. Paulus empfiehlt uns zumindest Rechtssachen unter Gläubigen nicht vor ungerechte, ungläubige Richter zu bringen und sich notfalls lieber Unrecht tun zu lassen. „Wie darf jemand von euch, der eine Beschwerde gegen einen andern hat, sich bei den Ungerechten richten lassen, anstatt bei den Heiligen? Wisset ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge zu entscheiden? Wisset ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Warum denn nicht auch Dinge dieses Lebens? Wenn ihr nun über Dinge dieses Lebens Entscheidungen zu treffen habt, so setzet ihr solche zu Richtern, die bei der Gemeinde nichts gelten! Zur Beschämung sage ich's euch: demnach ist also nicht ein einziger Sachverständiger unter euch, der ein unparteiisches Urteil fällen könnte für seinen Bruder; sondern ein Bruder rechtet mit dem andern, und das vor Ungläubigen! Es ist überhaupt schon schlimm genug für euch, dass ihr Prozesse miteinander führet. Warum lasset ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht lieber übervorteilen (1. Korinther 6.1-7)?“ Zumindest unter Brüdern, sollten wir also auf Rechtshändel verzichten. Und wenn nicht, müssten wir diese vor geistlichen Autoritäten ausfechten. Ob wir jegliches Unrecht einfach stehen lassen sollen, wäre eine andere Frage? Wohl eher nicht, doch da wäre von Fall zu Fall jeweils Gottes Weisheit von Nöten. Lohnt es sich, für Kleinigkeiten zu kämpfen? Für wen führt man den Kampf: Nur für sich selbst, betrifft es auch andere? Hat Jesus jedes Unrecht bekämpft oder hat nicht ziemlich viel davon für das Erste einmal stehen lassen? In solchen Dingen kann Gehorsam durchaus auch bedeuten, sich Unrecht tun zu lassen oder aber auch genau das Gegenteil, nämlich einen Kampf gegen Willkür und Ungerechtigkeit auszutragen. Man bitte also Gott um die nötige Weisheit, das Richtige zu tun.

Wie ging Jesus mit der Frage nach der Unterordnung unter irdische Autorität um? Legendär sind seine Widerreden gegenüber den Pharisäern. Da hat er wohl nicht allzu viel stehen lassen und sich ihren Regeln kaum untergeordnet. Er hat den Sabbat nicht gehalten (Matthäus 12.1-14), sich nicht an ihre „feinen“ zwischenmenschlichen  Umgangsformen (Matthäus 9.11-13) gehalten, sich nicht an ihre Reinigungsgebote (Matthäus 15.1-2) gehalten, er widerspricht ihnen bei der Frage nach der Scheidung (Matthäus 19.3-9), bestätigt nicht deren Wunsch nach einer ordentlichen Steinigung der Ehebrecherin (Johannes 8.3-11) …. Auf der anderen Seite heisst es von Jesus, dass er seinen Eltern untertan war, nachdem er als 12 Jähriger am Passah in Jerusalem kurz seine „eigenen Wege“ ging. Statt mit den Eltern nach Hause zu reisen, blieb er in Jerusalem und unterhielt sich im Tempel mit den Schriftgelehrten (Lukas 2.41-52). Danach ordnete er sich den Eltern unter, so beschreibt es die Bibel. Dies wäre ein Beispiel für Unterordnung unter Autoritäten, auch dann, wenn man es selbst allenfalls besser wüsste. Weiter entrichtete Jesus die Tempelsteuer, um keinen Anstoss zu geben, obwohl gemäss seiner eigenen Aussage die Söhne eigentlich frei wären (Matthäus 17.24-27). Wobei er zur Entrichtung dieser Steuer, nicht in die eigene Tasche griff und Petrus die gewünschten zwei Drachmen einem Fisch aus dem Mund ziehen liess. Und wenn wir schon bei den Steuern sind: Jesus forderte dazu auf, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist (Matthäus 22.17-22) und bestätigte damit das „Gebot“ oder die Erfordernis, dem Staat Steuern zu entrichten.

Unschwer können wir erkennen, dass es bei Jesus keinen geistlosen Kadavergehorsam gegenüber Menschen, gegenüber irdischer Autorität, gab. Gewisse Dinge tat er nicht, weil ihm die Liebe oder das Gebot Gottes wichtiger war als die Gesetze der Pharisäer, andere Dinge tat er, obwohl er nicht zwingend hätte gemusst und bei noch anderen verwies er auf die irdische Bürgerpflicht. Auch aufgrund seines Beispiels gelangen wir wieder zur bereits formulierten Erkenntnis, dass es beim Gehorsam gegenüber menschlicher und irdischer Autorität Gottes Weisheit braucht, zur Findung des jeweils sinnvollsten Weges. Es mag aufgrund des Gesagten nicht wirklich alles so glasklar sein. Doch so viel können wir sagen: Nur eine klare Wahrheit in Bezug auf den Gehorsam gegenüber irdischer Autorität leuchtet hell und unverkennbar über dieser Erde: Das Gebot Gottes steht immer über dem Gebot von Menschen! Man frage sich jeweils nur aufrichtig, ob man Gottes Gebot in einer bestimmten Situation auch klar erkennen möge oder ob man allenfalls dazu neige, nach eigenem Geschmack und Dafürhalten zu handeln.

Als Beispiel für einen, der Menschengebot gar schnell einmal für zu niedrig hielt, um sich daran zu halten, kann der Deutsche, evangelische Pfarrer Paul Schneider gelten, welcher zur Zeit der Nationalsozialisten sich da und dort deren Ansinnen verweigerte und daher bald einmal nach Buchenwald deportiert wurde. Nicht sofort zwar widersprach er Hitler und dessen Ideen, denn Anfangs nach dessen Machtergreifung war er sogar dazu bereit, diesen als wahren Landesvater zu sehen. Doch schon im Herbst 1933 begann er zu ahnen, sich einem gar eigenartigen Vater gegenüber zu sehen und er begann langsam, aber sicher, gegen die Nazis politisch aktiv zu werden. Schon anfangs 1934 wurde er erstmals von Staates wegen ermahnt, weil er in einem Artikel kritisch Stellung nahm zu Äusserungen Goebels. Dies nannte man damals Verunglimpfung politischer „Grössen“. Nachdem er 1934 und 1935 je kurz in Schutzhaft gesteckt wurde, um seine Aufsässigkeit zu brechen, verweigerte er 1936 den Nazis unter den Augen seiner schockierten und ängstlichen Gemeindemitgliedern das Glockenläuten zur Reichstagswahl und ging selbst nicht wählen, denn die Wahl war nur eine Farce, zu welcher man nur ein JA zur NSDAP einlegen durfte. Dies hatte noch nicht gerade unmittelbare Konsequenzen, erst am 31. Mai 1937 reichte es ihm aufgrund seiner Widerstände wieder zur Verhaftung. Diesmal wurde er erst nach knapp zwei Monaten wieder frei gelassen. Weil sich seine Predigten aus Sicht der Nazis partout nicht bessern wollten, wurde er schon am 3. Oktober 1937 erneut verhaftet und diesmal sollte es das letzte Mal sein. Weil er auf das Angebot der Nazis, seine Ausweisung ins Rheinland,  nicht einging, wurde er am 25. November 1937 nach Buchenwald deportiert. Nun predigte er dort, inoffiziell und unerlaubterweise, aus seinem Zellenfenster zu den Häftlingen und wurde dafür gelegentlich schwer gefoltert. Am 18. Juli 1939 verabreichte ihm der Lagerarzt eine tödliche Injektion. Als offizielle Todesursache sollte Herzversagen her halten.

Wir haben hier ein beeindruckendes Zeugnis eines Unbeugsamen aus neuerer Zeit, nachzulesen im Buch „Der Prediger von Buchenwald“, welcher in vielen Fragen, wo teils selbst die bekennende Kirche damals einknickte, stramm blieb bis in den Tod. Was hat Jesus uns verheissen? „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen (Johannes 15.20). Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden (Matthäus 10.22).“ Zu Petrus sagte Jesus dereinst: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst (Johannes 21.18)." Hier deutete Jesus wohl den irgendwann nach 60 n.Chr. folgenden Märtyrertod des Petrus an. Gehorsam hiess auch im Falle von Petrus, Gehorsam bis in den Tod.

Um Gott wirklich gehorsam werden zu können, wir haben es schon angesprochen, müssen wir zuerst einmal „sterben“, uns unseres Selbst entäussern. Und dieses „psychische, emotionale Sterben“ führt zu einer Haltung, welche uns dazu befähigt, im Namen Christi sogar physisch sterben zu können und damit jeden erdenklichen Weg unter seiner Führung unter die Füssen nehmen zu können. Wir mögen zwar, wie Christus selbst, Blut schwitzen und den Vater bitten, er möge doch den dargereichten Kelch vorübergehen lassen, doch wir werden am Ende unserer Kämpfe die Kraft erhalten, unseren Lauf im Sinne Christi zu Ende zu bringen. Freilich ist nicht jeder von uns ein Paul Schneider, ein Petrus oder sonst einer der Märtyrer, doch wir könnten einer von denen sein.

Wahrer Gehorsam kennt keine Grenzen und Unmöglichkeiten, er kennt auch kaum Ängste oder überwindet diese zumindest Kraft des Heiligen Geistes. Ein starker Glaube macht uns zu radikalen Gläubigen mit konsequentem Gehorsam. Als solche werden wir sozusagen zu lebenden Toten, zu Jüngern, welche weder Tod noch Teufel fürchten. Jesus sagte zu seinen Jüngern: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet vielmehr den, welcher Seele und Leib verderben kann in der Hölle (Matthäus 10.28).“ Wollen wir zu solchen Jüngern werden, zu Jüngern, welche diejenigen nicht fürchten, welche uns umbringen können, uns unseren irdischen Leib nehmen können? Oder geben wir uns mit der in unseren Breitengraden weit verbreiteten Lauheit zufrieden und weichen zurück, wenn es herausfordernd wird? Davor warnt uns Jesus mit den Worten: "Wenn jemand mein Jünger sein will, dann muss er sich selbst verleugnen, er muss sein Kreuz aufnehmen und mir folgen. Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es gewinnen. Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber das Leben einbüßt? Was könnte er schon als Gegenwert für sein Leben geben (Matthäus 16.24-26 NeÜ)?“ und „Denn wer nicht zu mir und meiner Botschaft steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er in seiner Herrlichkeit und der Herrlichkeit seines Vaters und der heiligen Engel kommt (Lukas 9.26 NeÜ)." Nun, wenn wir also zurückweichen und Jesus verleugnen, um unser irdisches Leben zu retten, werden wir demnach das ewige Leben verlieren. Mögen wir um den Glauben und die Kraft bitten, letzteres nicht auf das Spiel zu setzen. Es mag sein, dass gegenwärtig noch nicht die Rahmenbedingungen herrschen, welche die Radikalität eines Paul Schneiders erfordern. Doch wie lange wird es noch gehen, bis erneut solche Bedingungen herrschen und werden wir darauf vorbereitet sein? Oder werden wir uns dannzumal so billig versuchen durchzumogeln, wie es die Deutschen Christen, eine Art Nazikirche, im Deutschland der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts taten?

Nun gut, einen kleinen Trost für eher schwache Nerven hätte die Bibel noch anzubieten: Und Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Er wird euch bei allen Versuchungen den Weg zeigen, auf dem ihr sie bestehen könnt (1. Korinther 10.13 NeÜ).” Wir sollten dabei jedoch nicht vergessen, dass wir Kraft des Glaubens, Kraft des heiligen Geistes weit mehr tragen können, als wir für möglich halten. Dies zeigen uns Beispiele, wie dieses von Pfarrer Schneider oder anderen Christen, welche zur Zeit der Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Bibelstellen aus der freien Bibel e-sword übernommen, nach der Schlachter Übersetzung von 1951, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 28. November 2019

Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Bis ich komme, halte an mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren.“
1.Timotheus 4.13

„Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, so bereue ich es nicht; denn das Gott gemässe Trauern bewirkt eine Busse zum Heil, die man nie zu bereuen hat, das Trauern der Welt aber bewirkt den Tod.“
2.Korinther 7.8 & 10

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14

„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“
Johannes 8.31 & 32

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“
Johannes 16.13

Die Bibel  
Das Gesetz - Die zehn Gebote

„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!“
2. Mose 20.1-17

Die Bibel  
Ermutigung, Trost, Auferbauung

„Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“
Josua 1.9

„Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“
Jesaja 51.12-13

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
Joel 3.5 (H2.32)

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“
Psalm 23

„Gar keiner wird zuschanden, der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.“
Psalm 25.3

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil,
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?“
Psalm 27.1

„Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“
Psalm 30.6 (H30.5)

„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
Psalm 121

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“
Matthäus 6.25-34

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Matthäus 12.20-21

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Lukas 11.9-10

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8.28

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
Philipper 4.13

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
1.Johannes 1.9

Die Schriften - Eine kleine Auswahl

Die Schriften

Die Schriften auf dieser Arche sollen herausfordern, Dinge aus biblischer Sicht ins rechte Licht rücken, Themen auch von ungewohnter Seite beleuchten und vor allem auch vorbereiten auf schwierige Zeiten. Die fetten Jahre sind vorüber, hört man da und dort gerne einmal sagen. Wir können davon ausgehen, die Zeiten werden früher oder später nicht nur magerer oder mager, sondern gar finster. Und genau darauf sollten wir uns Kraft eines starken Glaubens vorbereiten. Die Schriften dieser Arche...

Die Liebe

Bekannt ist uns allen, was man landläufig so unter Liebe versteht oder unter diesem Begriff vereint: Freundschaft, Treue, Grossmut, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und vieles mehr. Da mag jedermann so seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben haben, doch einen gewissen Konsens wird man hier schon finden. Schon etwas herausfordernder wird es, wenn man die vertiefende Beschreibung der Liebe gemäss dem ersten Korinther sich zu Gemüte führt: „Die Liebe ist langmütig und ....

Geistliche Exzellenz

Wir dürfen uns gerne einmal fragen, worin geistliche Exzellenz bestehen könnte oder was einen exzellenten Jünger Christi ausmachen würde? Können wir diese Frage an seinem Charakter, seinem Verhalten oder seiner Tätigkeit klären? Vermutlich müssen wir dies alles einschliessen, was diese Betrachtung durchaus zu einer Herausforderung werden lässt. Was wird von Charakter und Verhalten eines exzellenten Jünger Christi erwartet? Möglichst Jesus sollte er gleichen, sein Vorbild sollte er nachahmen. Jesus ist unser ...

Der Gehorsam des Jüngers

Wovon sollten oder dürfen wir als Jünger Christi in Bezug auf den Gehorsam ausgehen? Von der grossen unendlichen Freiheit, dem Atmen des „weggefallenen“ Gesetzes und der Gnade im Neuen Testament oder müssten wir eher die Strenge und die Gesetzlichkeit des Alten Testamentes zur Richtschnur nehmen in Bezug auf die Frage nach dem Gehorsam gegenüber Gott und seinen Regeln? Oder können wir uns einfach ganz nach unserem Geschmack das Beste aus beiden ....

Der erweckte Christ

Der erweckte Christ lebt in einer anderen Dimension als der sogenannt normale Christ. Für letzteren ist ersterer zumeist nur ein Verrückter, welcher vermeintlich fernab irdischer Realitäten in einer frommen Wolke schwebt. Doch leider steht es wohl nicht so gut um die geistliche Wahrnehmung des normalen Christen und er dürfte mit seiner Einschätzung womöglich ganz gründlich falsch liegen. Wir wollen im Folgenden dieser Sache auf den Grund gehen und uns fragen, ob die vermeintlich verrückten Erweckten ...

Krieg oder Frieden

Für einmal wollen wir mit der guten Nachricht beginnen: Eine Zeit des Friedens auf Erden wird in der Bibel mit der Wiederkunft Christi verheissen. Gemäss den biblischen Verheissungen wird Christus dereinst für tausend Jahre ein Friedensreich errichten in welchem die Menschen den Krieg nicht mehr lernen werden. Im Buch Jesaja finden wir die Verheissung vom Frieden und in der Offenbarung eine Angabe zur Dauer des Friedens. Gemäss der biblischen Verheissung sollen dereinst die verstorbenen Märtyrer auferstehen ...