Exzellente Regentschaft

Es mag ja sein, dass schon manch einer über exzellente Regentschaft nachgedacht hat und glaubte, Antworten gefunden zu haben. Doch wenn man sich unsere Welt anschaut, kommt man nicht umhin, anzunehmen die mit den Antworten hätten alle gründlich falsch gelegen. Noch jedes Weltreich ging früher oder später seinen Weg in den Untergang und war dementsprechend nicht besonders exzellent regiert und aktuell kommen einem bei jedem Präsidenten schon recht kurz nach dessen nicht selten hochgelobter Wahl ganz erhebliche Zweifel an seiner präsidialen Exzellenz. Doch kann das wirklich wundern, wenn wir nicht mehr als unsere bescheidenen menschlichen Talente in die Waagschale legen können? Was wären denn die Voraussetzungen für exzellente Regentschaft? Darüber sollten wir vielleicht einmal nachdenken, wenn wir dereinst in einer besseren Welt leben wollen als der uns gegenwärtig Bekannten.

Versuchen unsere Regenten nicht eine geradezu unlösbare Aufgabe zu lösen? Sie müssten allein schon in der Gegenwart von jeder ihrer Entscheidungen in der Breite abschätzen können, wo diese uns unmittelbar hinführen werden und dazu müssten sie alle Reaktionen aller Protagonisten im nahen und fernen Umfeld auf ihre Entscheidungen kennen. Das tun sie bekanntlich nicht ansatzweise und daher kann es leicht zu bösen Überraschungen kommen. Weiter müssten Regenten nicht nur die Auswirkungen ihrer Entscheidungen in der Gegenwart kennen, sondern sogar weit in die Zukunft hinein. Was heute als Segen erscheint, kann gut und gerne in der Zukunft zum Grab werden. So in etwa könnte man beispielsweise die Industrialisierung beurteilen. Sie hat vermeintlich segensreich vielen das Leben leichter gemacht, nur um uns dann 200 Jahre nach deren Beginn so langsam aber sicher durch Zerstörung der Umwelt und dem sicherlich kommenden Rohstoffmangel in unser selbst geschaufeltes Grab zu stürzen. Wären wir bei einem naturverbundenen Leben geblieben, so müssten wir gegenwärtig nicht auf den Grund unseres bereits zu weiten Teilen ausgehobenen Grabes starren.

Wir stellen entsprechend der angestellten Überlegungen die Frage in den Raum, ob Regenten nicht geradezu allwissend sein müssten, um die Geschicke unserer Welt leiten zu können? Wenn es denn langfristig wirklich gelingen sollte, so müssten sie, so viel dürfte eigentlich einleuchten. Nun, davon sind wir Menschen leider Unendlichkeiten entfernt und daher müssen wir uns leider mit viel weniger als Allwissenheit zufriedengeben. Wie regiert es sich ohne Allwissenheit und mit wie wenig Wissen oder Exzellenz sollten wir uns bescheiden? Müssten die Herrschenden nicht zumindest den Beherrschten massiv überlegen sein? Wir stellen hier einmal die Behauptung auf, dass dies das Mindestgebot wäre, zum Wohle aller Beteiligter. Die Herrschenden müssten eine überlegen Rasse oder Kaste, eine höhere Instanz sein, welche fachlich, moralisch und charakterlich in einer ganz anderen Liga spielt als die Beherrschten. Letztere wollen zum einen taugliche Vorbilder und zum anderen erwarten sie gute Führung. Doch kann man gut führen, wenn man nicht mehr kann oder weiss als die zu Führenden?

Wir wollen am Beispiel eines Kindergartens das Prinzip veranschaulichen. Dort ist in Form der Kindergärtnerin die Forderung nach einer höheren Instanz gegeben. Ausser wir träfen den unglücklichen Fall an, in welchem die Kindergärtnerin in etwa die Reife eines Vierjährigen hätte. Doch wir dürfen zumeist auf besseres hoffen. Die Kindergärtnerin verfügt gegenüber den Kleinen über die erwünschte fachliche, moralische und charakterliche Überlegenheit. Wer käme da auf die Idee, in einen Kindergarten hinein zu gehen, die Kindergärtnerin nach Hause zu schicken und einem der Kinder eine Pappkrone aufzusetzen und zu ihm zu sagen: „Du bist ab jetzt der Kaiser in deinem kleinen Reich und die anderen unter euch Kleinen sind ab sofort deine Untertanen. Regiere weise und weitsichtig. Möge deine Regentschaft gelingen!“ Würde man solches Vorgehen nicht völlig unsinnig nennen? Wer macht einen Dreikäsehoch zum Kaiser oder zum König? Niemand, wäre man versucht zu sagen, bis man die Welt der Erwachsenen anschaut und sich stirnrunzelnd die Frage stellt, wo den unsere uns überlegene Kindergärtnerin wäre? Wir werden alle nicht von einer höheren Instanz regiert, sondern von unseresgleichen, sinngemäss entsprechend der Parabel vom Kindergarten, von einem Dreikäsehoch mit Pappkrone auf dem Kopf! Ist es nicht gar manchmal oder auch öfters sogar noch so, dass die Schafe weiser sind als die Hirten? Nicht nur, dass die höhere Instanz fehlt, nein, noch weit schlimmer, die vermeintlich höhere, herrschende Instanz ist da und dort gar den zu Beherrschenden unterlegen.  Stimmt da irgendetwas nicht? So müsste der weise Betrachter nun fragen. Müssten wir nicht geradezu folgende Weisheit ausformulieren: Man herrscht nicht über seinesgleichen! Wenn man denn schon herrschen will, sollte man doch durchaus den zu Beherrschenden mindestens eine gute oder besser noch sehr gute Naselänge voraus sein. Ist das nicht gegeben, so müsste man sich doch der Frage stellen, ob in menschlicher Regentschaft nicht die reinste Anmassung zu sehen wäre? Wie kommt man dazu als kleiner Nichtwisser, Nichtwisser im Vergleich zum allmächtigen Wissenden, sich eine Krone aufzusetzen oder aufsetzen zu lassen, um dann Kraft des Nichtwissens den Karren gegen die Wand zu fahren?

Nun, bevor wir abschliessend darüber urteilen, ob menschliche Regentschaft reiner Hochmut, reine Anmassung ist oder vielleicht eben doch nicht, wollen wir zuerst einmal den Allwissenden befragen und in seinem Lehrbuch, der Bibel, nach Antworten suchen. Wie hat der Schöpfer des Universums sich die Sache gedacht? Wäre er allenfalls ganz wider Erwarten dafür, den Menschen regieren zu lassen oder betrachtet er dessen Regentschaft auch nur als grossen Unfug?

Beginnen tut das genannte Buch mit der Schöpfungsgeschichte und diese beschreibt durchaus ein Stück weit die dem Menschen angedachte Rolle: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde (1. Mose 1.26-28)!“ Was also hat Gott dem Menschen geraten oder für ihn vorgesehen? Gerade mal über die Tiere sollte er herrschen, mehr hat der liebe Gott dem Menschen offenbar nicht zugetraut und das war notabene noch vor dem Sündenfall, also in einem noch reinen Zustand. Können wir annehmen, dass der Sündenfall, der den Menschen zu einer gefallenen Kreatur voller Sünde gemacht hat, bezüglich der Herrschaft über seinesgleichen etwas zum Besseren gewendet hat? Nicht doch, das werden wir gleich sehen. Nachdem Adam und Eva im Paradies von der verbotenen Frucht genommen hatten, hat Gott sie zur Strafe mit ein paar Flüchen belegt und aus dem Paradies hinausbefördert. In letzterem darf man durchaus einen Segen sehen, denn wären sie im Paradies verblieben, so hätten sie am Ende auch noch vom Baum des Lebens gebrochen und danach in ihrem miesen, gefallenen Zustand ewig gelebt. Dies wollte die Gnade Gottes verhindern und darum sind sie aus dem Paradies rausgeflogen. In den bis heute sich in Wirksamkeit befindenden auferlegten Flüchen darf man jedoch gerne auch nur die Strafe für den Ungehorsam Gott gegenüber sehen. Er hatte alle am Sündenfall Beteiligten mit Flüchen belegt und das hörte sich so an: „Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr gross machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren (1. Mose 3.14-19)!“ Interessant, nicht? Mit dem Sündenfall kam die Herrschaft eines Menschen über den anderen. Weil Eva den Verrat an Gottes Regeln angezettelt hatte und Adam zum Essen von der verbotenen Frucht verführt hatte, hat Gott ihr den Fluch der Herrschaft des Mannes über sie auferlegt. Und es sei hier angemerkt, diesen Fluch hat Gott nie zurückgenommen und daher hätte sich die Frau auch heute noch unter die Herrschaft des Mannes zu beugen, auch wenn ihr das nicht passt. Doch darum soll es hier nicht gehen, sondern viel mehr um die Frage, ob es denn je Gottes vollkommener Wille gewesen wäre, dass Menschen über ihresgleichen herrschen? Die Antwort liegt auf der Hand: Das war es nicht! Im Paradies hätte Gott über die Menschen geherrscht und diese über die Tiere. Der vollkommene Wille Gottes ist seine weise und exzellente Herrschaft über seine Schöpfung und nicht das Primat der unvollkommenen Menschen. Die Regentschaft von uns kleinen Nichtwissern war nicht Ziel seiner Schöpfungskraft.

Wir wollen nun die weitere Entwicklung der Geschichte betrachten und uns der Frage widmen, wie es denn um das im Laufe der Zeit aufgekommene Königtum in der Bibel steht. War der König eine von Gott gewollte Institution zum Lenken eines Volkes oder war auch der König wieder nur ein Fluch? Wir werden schnell dahinterkommen, wenn wir die Bibel gründlich studieren. In den Büchern Mose gibt es ein Königsgesetz. Dieses Gesetz hat Gott dem Mose gegeben zur Zeit der Wüstenwanderung des Volkes Israels, wo das Volk noch gar nichts wusste von einem König. Mose war nicht dessen König, je eigentlich nicht einmal dessen Anführer, wenn dies gelegentlich auch so verstanden wird. Mose hat das Volk sozusagen keinen Meter weit geführt, denn Gott hat bei Tag eine Wolkensäule und bei Nacht eine Feuersäule vor dem Volk herziehen lassen und ihm so den Weg gewiesen (2. Mose 13.21-22). Mose war von seiner Funktion her weit mehr oberster Priester und Richter für das Volk als dessen Führer. Konkret den Weg gewiesen hat Gott persönlich. So zumindest könnte man die Sache lesen. Und da Mose in Rechtssachen stetig Gott befragte und sich nach dessen Anweisungen richtetet, war damals das Volk straff von Gott geführt. Doch nun zum Königsgesetz, wie Gott es Mose und dem Volk gegeben hat: Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und es in Besitz nimmst und darin wohnst und dann sagst: »Ich will einen König über mich setzen, wie alle Heidenvölker, die um mich her sind!«, so sollst du nur den zum König über dich setzen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen; du kannst keinen Fremden über dich setzen, der nicht dein Bruder ist. Nur soll er nicht viele Pferde halten und das Volk nicht wieder nach Ägypten führen, um die Zahl seiner Pferde zu vermehren, da doch der Herr euch gesagt hat: Ihr sollt nie mehr auf diesem Weg zurückkehren! Er soll auch nicht viele Frauen nehmen, damit sein Herz nicht auf Abwege gerät; auch soll er sich nicht zu viel Silber und Gold aufhäufen. Wenn er dann auf seinem königlichen Thron sitzt, so soll er eine Abschrift dieses Gesetzes, das vor den levitischen Priestern liegt, in ein Buch schreiben lassen, Und dieses soll bei ihm sein, und er soll darin lesen alle Tage seines Lebens, damit er lernt, den Herrn, seinen Gott, zu fürchten, damit er alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen bewahrt und sie tut; dass sich sein Herz nicht über seine Brüder erhebt und er nicht abweicht von dem Gebot, weder zur Rechten, noch zur Linken, damit er die Tage seiner Königsherrschaft verlängere, er und seine Söhne, in der Mitte Israels (5. Mose 17.14-20).“ Der Befürworter menschlicher Herrschaft wird nun behaupten, dieses Königsgesetz würde doch förmlich die Herrschaft das Menschen legitimieren, ja wäre fast eine Aufforderung an das Volk Israel sich dereinst einen König zu wählen. Doch leider irrt er sich mit dieser Interpretation ganz gewaltig. Wo es dann nämlich so weit war, dass das Volk einen König wollte, hat Gott dieses Ansinnen in ein reichlich schlechtes Licht gestellt. Das Königsgesetz hätte nur dazu gedient, wenn denn das Volk eines Tages, wider die Vernunft, einen König erwählen sollte, dessen Treiben zu mässigen, was nicht gelang, wir werden es noch sehen, doch es sollte keinesfalls dazu ermutigen einen einzusetzen.

Wie kam es, dass das Volk nach einem König begehrte? Zuerst einmal gelangte das Volk Israel ins verheissene Land und damit begann dort die Richterzeit in welcher eigentlich die von Mose eingeleitete Herrschaftsstruktur weitergeführt wurde. So wie Mose und die von ihm eingesetzten Ältesten die Rechtsangeleigenheiten des Volkes regelten, regelten es später der Richter und die Ältesten Israels. Gott hat in seinem Gesetz den Weg vorgegeben und die Priester hatten dem Volk die Wege des Herrn näher zu bringen und sie darin zu unterweisen. Einen irdischen Herrscher, wie wir das heute verstehen, hatte das Volk nicht, denn Gott persönlich wachte über dem Volk. So zumindest wäre die Sache von letzterem gedacht gewesen. Dass das Volk schon in der Richterzeit in erheblichem Masse auf die Wege des Herrn gepfiffen hat, sei hier nur am Rande erwähnt. Eines schönen Tages dann, kamen die Ältesten zu Samuel, dem Richter der damaligen Zeit, und verlangten quasi gut begründet einen König: „Und es geschah, als Samuel alt geworden war, da setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein. Sein erstgeborener Sohn hiess Joel und der andere Abija; die waren Richter in Beerscheba. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen auf Gewinn aus und nahmen Geschenke und beugten das Recht. Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama; und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker (1. Samuel 8.1-5)!“ Der weise Beobachter würde sich hier schon die Frage stellen, ob es denn mit einem König besser werden könnte als mit den fehlbaren Söhnen Samuels? Samuel missfiel die Forderung der Ältesten, wohl nicht weil seine ein Stück weit untauglichen Söhne auf der Strecke bleiben würden, sondern weit mehr weil er Gott und dessen Regeln kannte. Er befragte Gott zur Sache und dieser antwortete ihm: „Da sprach der HERR zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll! Wie sie es immer getan haben, von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe, bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben, genauso tun sie es auch mit dir! So höre nun auf ihre Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird! Und Samuel sagte dem Volk, das einen König von ihm begehrte, alle Worte des HERRN. Und er sprach: Das wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen und sie für sich einsetzen, auf seinen Streitwagen und bei seiner Reiterei, und damit sie vor seinem Wagen herlaufen; und um sie sich als Oberste über Tausend und als Oberste über Fünfzig zu bestellen; und damit sie sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen und damit sie ihm seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte anfertigen. Eure Töchter aber wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köchinnen und Bäckerinnen machen. Auch eure besten Äcker, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Knechten geben; dazu wird er den Zehnten von eurer Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen Hofbeamten und Knechten geben. Und er wird eure besten Knechte und Mägde und Burschen und eure Esel nehmen und sie für seine Geschäfte verwenden. Er wird den Zehnten eurer Schafe nehmen, und ihr müsst seine Knechte sein. Wenn ihr dann zu jener Zeit schreien werdet über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch der HERR zu jener Zeit nicht erhören (1. Samuel 8.7-18)!“ Nun, war Gott dafür zu haben, sich selbst durch einen irdischen König zu ersetzen? Leider ja, müsste man sagen, doch nicht ohne das Volk eindringlich vor den Folgen zu warnen. Es sei hier noch angemerkt, das Volk liess sich nicht warnen und blieb bei seinem Begehren nach einem König. Hört sich die ganze Aufzählung dessen, was der König alles tun wird und sogar tun darf, denn es wird sein Recht sein, nach einem Segen an oder viel mehr nach einem weiteren Fluch? Es braucht nicht viel Weisheit, um dahinter zu kommen, dass das von Gott dem König erlaubte Treiben zu einem grossen Fluch für das Volk wurde. Mit anderen Worten, auch hier können wir im Herrschen des Menschen über seinesgleichen nicht den Segen, den vollkommenen Willen Gottes sehen, sondern ganz klar ein Handeln gegen den Willen Gottes und damit das Heraufbeschwören des damit verbundenen Fluches.

Wer das nicht glauben will, darf gerne die Geschichte der Könige Israels nachlesen in den Büchern Samuel und der Könige. Der König sollte gemäss dem Königsgesetz von Gott erwählt sein, doch allein schon dies war nur minimal gegeben, denn nach Saul, David und Salomo gab es nur noch gelegentlich einen König in Israel der von einem Propheten zum König gesalbt wurde. Die meisten der Könige Israels setzen sich die Krone selbst auf oder wurden von ihren Untertanen oder Vorgängern in diesen Stand gehoben. Mit anderen Worten, diese waren nicht von Gott erwählt und man müsste sich hierbei schon die Frage stellen, woher sie denn den Segen zu ihrer Regentschaft hätten nehmen wollen? Man könnte doch durchaus sagen, wer nicht von Gott dazu bestimmt ist, ein Land zu regieren, agiert auch nicht mit dessen Segen und damit steht das Land unter dem Fluch und nicht unter dem Segen.

In jenem Fall hat man als Volk demnach ohnehin den schwarzen Peter gezogen, doch fährt man im anderen Fall, mit dem gesalbten König, wirklich viel besser? Eigenartigerweise hatte Gott den Samuel losgeschickt, um ausgerechnet den Saul zum ersten König über Israel zu salben. Dieser Saul jedoch war von vornherein ein Pleite, so müsste man es sagen, wenn man dessen Geschichte studiert. Er wurde schon nach kürzester Zeit von Gott verworfen, weil er nicht ordentlich in den Wegen des Herrn wandelte und Samuel musste ihm mitteilen, dass er sein Königtum verlieren wird und die Ehre einem anderen zuteilwürde. Wir können sicher sein, Gott hat das kommen sehen und dementsprechend war die Wahl Sauls sicherlich kein Irrtum Gottes. Vermutlich hat er dem Volk zur Strafe gleich mal einen ziemlich untauglichen Kandidaten hingestellt, weil das Volk ihn selbst als Regenten verworfen hatte und nach einem menschlichen Regenten verlangte.

Danach wurde David König, ein Mann nach Gottes Herzen, so nennt ihn die Bibel. Doch auch dieser war nicht wirklich über alle Zweifel erhaben, denn er beging einen Ehebruch mit Bathseba und sorgte danach dafür, dass ihr Mann in einer Schlacht fiel, so dass er sie zu seiner Gemahlin machen konnte. Daraufhin sandte Gott den Propheten Nathan zu ihm, um Gottes Strafe für sein Fehlverhalten anzukündigen. „Da sprach Nathan zu David: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet; ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoss, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt. Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, indem du tatest, was vor seinen Augen böse ist? Urija, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen; ihn aber hast du durch das Schwert der Ammoniter umgebracht! Nun soll auch von deinem Haus das Schwert nicht weichen ewiglich, weil du mich verachtet und die Frau Urijas, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei! So spricht der HERR: Siehe, ich will aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erwecken; und ich will deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er am hellichten Tag bei deinen Frauen liegt! Denn du hast es heimlich getan; ich aber will diese Sache vor ganz Israel und am hellichten Tag tun (2. Samuel 12.7-12)!“ Nun, mit dem Haus Davids ist das ganze Haus Israel gemeint. David führte Krieg ein Leben lang und brachte damit den wohl übelsten Fluch aus 1. Samuel 8 über das Volk.

Nach David wurde Salomo zum König gesalbt, nachdem zuerst ein Bruder Salomos selbstherrlich zur Krone gegriffen hatte, jedoch sein Amt gleich wieder verlor. Salomo wird für seine Weisheit gerühmt, welche er von Gott erbat, weil ihm die Aufgabe ein Volk zu regieren als zu gross erschien. „In Gibeon erschien der HERR dem Salomo bei Nacht im Traum. Und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll! Und Salomo sprach: Du hast deinem Knecht, meinem Vater David, grosse Gnade erwiesen, wie er denn vor dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen dir gegenüber, und du hast ihm diese grosse Gnade bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es an diesem Tag offenbar ist. Weil du nun, o HERR, mein Gott, deinen Knecht zum König gemacht hast an Stelle meines Vaters David, ich aber ein junger Bursche bin, der weder aus- noch einzuziehen weiss; und weil dein Knecht mitten unter deinem Volk ist, das du erwählt hast, einem Volk, das so gross ist, dass es vor Menge niemand zählen noch berechnen kann — so gib du deinem Knecht doch ein verständiges Herz, dass er dein Volk zu richten versteht und unterscheiden kann, was gut und böse ist. Denn wer kann dieses dein grosses Volk richten (1. Könige 3.5-9)?“ Salomo hat richtigerweise erkannt, dass er ohne Gottes Weisheit nur ein junger Bursche, ein Bube ist, der weder ein noch aus weiss. Sind nicht alle unsere Regenten ohne die Weisheit Gottes nur Buben, welche weder ein noch aus wissen? Wohl ja, doch zumeist bemerken sie es nicht einmal und bilden sich sogar noch ein, sie wüssten, was sie täten. Doch wir wollen hier bei Salomo bleiben. Gelang seine Regentschaft wohl, dank der Weisheit Gottes? Nur sehr bedingt müssen wir leider feststellen, denn der König beliebte durchaus gerne zu protzen und prassen mit rauschenden Festen, dem Bau eines gigantischen Palastes und einer opulenten Tempelanlage und zu diesem Zweck legte er seinem Volk eine harte Fron auf. Aber schlimmer noch, er liebte die Frauen über alles und gönnte sich 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen. Und als er alt geworden war, verleiteten ihn dies Frauen zum Götzendienst. „Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, so dass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem HERRN, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Greuel der Ammoniter. Und Salomo tat, was böse war in den Augen des HERRN, und er folgte dem HERRN nicht ganz nach wie sein Vater David. Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Greuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Greuel der Ammoniter. Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. Da wurde der HERR zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem HERRN, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war, ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der HERR geboten hatte. Darum sprach der HERR zu Salomo: Weil dies von dir geschehen ist und du meinen Bund nicht bewahrt hast, noch meine Satzungen, die ich dir geboten habe, so will ich dir gewiss das Königreich entreissen und es deinem Knecht geben! Doch zu deiner Zeit will ich es nicht tun, um deines Vaters David willen; der Hand deines Sohnes will ich es entreissen. Nur will ich ihm nicht das ganze Reich entreissen; einen Stamm will ich deinem Sohn geben, um meines Knechtes David und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe (1. Könige 11.4-13)!“ Nach guten Zeiten im Leben Salomos unter der Führung Gottes, ging es mit ihm steil bergab. Ein Protz und Zwingherr war er schon ein rechtes Stückweit in seinen guten Zeiten und am Ende war er gar nur noch ein tief gefallener Götzendiener. Gemäss dem Königsgesetz in 5. Mose 17 hätte dies alles nicht sein dürfen und weil der Mensch es wohl nicht hinkriegt, sich ordentlich zu benehmen, wenn man ihm Macht überträgt, wollte Gott auch keinen König. Am Ende von Salomos Königtum spaltete sich Israel in zwei Teile, weil sich die Israeliten dessen Sohn, der ihnen eine noch härtere Fron aufladen wollte als sein Vater, nicht antun wollten. So blieb dem Sohn Salomos mit Juda nur ein Schatten dessen, was das Reich seines Vaters ursprünglich war (1. Könige 12).

So viel zum Einstieg ins Königtum des Volkes Israel. Was nach den drei genannten Königen kam, war in aller Regel nur noch schlimmer und endete letzten Endes im Untergang des Volkes Israel durch die Deportation Israels durch die Assyrer und Judas durch die Babylonier zwischen ca. 700 bis 580 v.Chr. Die Richterzeit des Volkes Israel dauerte von ca. 1375 bis etwas über 1050 v.Chr. hinaus um die 330 Jahre. In dieser Zeit waren die Stämme Israels ein Volk. Nach gerade einmal drei Königen schaffte es das Königtum, Israel innerhalb von gut einhundert Jahren zu spalten. Ein König oder menschliche Herrschaft ganz allgemein, scheint wahrlich kein Segen zu sein, selbst dann nicht, wenn die eine oder andere gute Voraussetzung noch gegeben wäre.

Nun, hier werden die Bibelkenner Römer 13 ins Spiel bringen und behaupten, Gott hätte den Menschen zum Regenten gemacht und er würde diesen miesen Zustand auch noch segnen. Wir würden eine solche Auslegung des Römerbriefes überinterpretiert nennen, doch wir stellen uns gerne der Herausforderung, die Sache genau anzuschauen.

„Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu. Denn die Herrscher sind nicht wegen guter Werke zu fürchten, sondern wegen böser. Wenn du dich also vor der Obrigkeit nicht fürchten willst, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen! Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; Gottes Dienerin ist sie, eine Rächerin zum Zorngericht an dem, der das Böse tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um des Zorngerichts, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern; denn sie sind Gottes Diener, die eben dazu beständig tätig sind. So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt (Römer 13.1-7).“ Diese Bibelstelle isoliert betrachtet, ohne den Gesamtzusammenhang der Bibel zu berücksichtigen, könnte vielleicht durchaus dazu verleiten in weltlicher Obrigkeit den vollkommenen Willen Gottes, seiner Weisheit letzter Schluss zu sehen. Doch was haben wir bisher bei unseren bescheidenen Bibelstudien herausgefunden? Gott selbst wollte über das Volk Israel herrschen und den König hat er nur zugelassen und ihn gleich noch zum Fluch für das Volk gemacht. Der Weisheit letzter Schluss können wir also beim besten Willen nicht in weltlicher Obrigkeit finden. Und einen Segen finden wir darin zumeist auch nicht, denn selten genug handelt die Obrigkeit als vollkommene Dienerin Gottes. Doch leider müssen wir dem Paulus ein gutes Stück weit Recht geben in Bezug auf seine Aussage, Obrigkeiten wären von Gott eingesetzt. Zumindest die ersten Könige Israels waren tatsächlich direkt von Gott eingesetzt, denn sie wurden durch einen Propheten zum König gesalbt und das teils schädliche Treiben des Königs hatte das Volk gemäss 1. Samuel 8 als dessen Recht hinzunehmen! Das Volk hatte den umsichtigen und weisen Schöpfer des Universums durch einen menschlichen Regenten ersetzt und sollte fortan ernten, was es gesät hatte. Wie steht es nun aber um die Könige, welche sich selbst die Krone aufgesetzt haben? Leider waren durch die Verwerfung Gottes auch diese legitimiert, in Israel oder Juda ihr Unwesen zu treiben, denn das Volk hatte Gott als Herrscher ganz bewusst, und von diesem bezüglich der üblen Folgen vorgewarnt, verworfen. Gott hätte viele der Könige Israels mit Sicherheit nicht zum König gesalbt und diese so hochoffiziell zum Herrscher über Israel gesetzt, weil er sie nämlich für durch und durch untauglich hielt, doch indirekt könnte man sagen, waren diese eben doch legitimiert zu herrschen, weil das Volk ja einen König wollte und diesen über sich gesetzt hatte. Mit anderen Worten, wenn Narren über uns herrschen, dann weil wir sie gewollt haben, weil wir sie gewählt haben, weil wir sie auf den Schild gehoben haben. Gott würde diese Narren zwar nie und nimmer wählen oder einsetzen, aber er lässt sie zu! Man könnte sagen, die Formulierung in Römer 13 „jede Obrigkeit wäre von Gott eingesetzt“ wäre etwas interpretationsbedürftig, doch nicht wirklich falsch. Gott ist allmächtig und er kann Regenten einsetzen, absetzen oder verhindern. Wenn also ein Hitler über Deutschland regierte, dann sicher nicht mit dem Segen Gottes und mit dessen vollem Einverständnis, aber dennoch von Gott zugelassen und genauso autorisiert wie einer der Könige Israels, welche sich die Krone selbst aufgesetzt hatten. Wenn das Volk einen Irren zum Regenten machen will, dann kann der Allmächtige dies durchaus zum Schaden des Volkes zulassen und diesen quasi in sein Amt einsetzen indem er ihn einfach nicht verhindert. Einmal mehr kann man dazu nur sagen: Wir ernten, was wir säen. Der liebe Gott ist nicht dazu da unsere Idiotien zu verhindern, unsere Fehler auszubügeln. Er warnt zwar klar davor, seine Weisheit aussen vor zu lassen und Narren zu Regenten zu machen, ja er ist sogar ganz klar gegen jegliche Regentschaft des Menschen, weil er weiss, er könnte es besser, doch wenn wir Menschen nicht auf ihn hören wollen, uns seiner Regentschaft nicht unterordnen wollen und uns lieber unvollkommene Menschen mit im besten Fall guten Ansätzen, welche dann aber doch nicht genügen, oder schlimmer noch sogar Narren zu Herrschern wählen, dann kann der liebe Gott diese durchaus zulassen. Demnach sollten wir uns vielleicht selbst an die Nase greifen, wenn wir äusserst mies regiert werden, statt lauthals schreiend auf die Regenten zu zeigen, denn diese stehen uns ja aus offensichtlichen Gründen vor der Sonne. Wer Gott nicht will, auf seine Weisheit verzichten kann und meint, er wäre gut bedient mit menschlicher Herrschaft muss sich nicht wundern, wenn er dann auch die üblen Früchte menschlicher Unvollkommenheit oder gar Verkommenheit ernten muss.

Eine vertiefende, zusätzliche Anmerkung zu Römer 13 darf hier nicht fehlen, wenn sie auch direkt nichts zur Sache tut. Die Bibelstelle suggeriert förmlich man könnte sich darauf verlassen, unsere Herrscher wären Diener des Guten und nur zu unserem Besten eingesetzt und das Volk hätte ohne Widerrede zu tun, was die Obrigkeit fordert. Wir wissen es alle besser und daher muss hier wieder einmal erwähnt werden, dass Gott und seine Gebote immer über weltlicher Obrigkeit stehen und man daher letzterer nur Untertan zu sein hat, wenn deren Forderungen biblischen Gepflogenheiten, dem gesunden Glauben nicht widersprechen. Wenn ein Regent, wie der eben erwähnte vermeintlich weise Landesvater, anordnet, alle Juden zu vergasen, bezieht man sich nicht auf Römer 13 und tut es, weil man als treuer Bürger der Obrigkeit in jedem Falle untertan sein will, sondern man verweigert in einem solchen Fall das Ansinnen des Landesvaters unter Berufung auf 2. Mose 20.13, wo es heisst: Du sollst nicht töten! So haben es sinngemäss auch die ersten Apostel empfohlen, wo die Pharisäer ihnen geboten hatten nicht mehr im Namen Jesu zu predigen: „Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apostelgeschichte 5.29)!“ Man sollte generell versuchen, Bibelstellen nicht isoliert zu betrachten, sondern die Bibel als Ganzes anschauen und Bibelstellen in den Gesamtkontext einbetten. Ein solches Vorgehen verhindert Fehlinterpretationen durch unmässige Überbewertungen oder Überhebungen einzelner Bibelstellen.

Nach diesem kleinen Ausflug in den Römerbrief wollen wir uns überlegen, wie denn eine taugliche Antwort zur Herrschaft über uns Menschen aussehen könnte? Wir haben es schon ausformuliert; wir bräuchten weise Kindergärtner für unseren Kindergarten Erde. Wir suchen demnach nach einer höheren Spezies, einer überlegenen Rasse, einer exzellenten Herrscherkaste. Da wir diese Kaste auf der Erde bekanntlich gar nicht finden können, würden als bessere Regenten, als wir selbst es sind, sozusagen nur noch Ausserirdische in Frage kommen. Und diese haben bis heute unseren Planeten offenbar noch nicht entdeckt oder aussenvor gelassen. Von daher wundert es nicht, dass der Mensch die Antwort noch immer bei seinesgleichen sucht, eigentlich im Wissen, es wird nie ordentlich funktionieren. Doch wenn wir Menschen zu einem Problem keine Lösung finden, so hat Gott ja vielleicht eine? Was verheisst uns die Bibel für die Zeit vor uns? Sie verheisst nicht nur ein Paradies und eine Hölle für die Zeit nach dem irdischen Leben auf Erden, sie verheisst auch eine Zeit auf Erden mit einem exzellenten Regenten. An verschiedenen Stellen der Bibel wird ein kommender König verheissen, welcher ein Friedensreich von eintausend Jahren aufrichten wird in welchem die Menschen den Krieg nicht mehr erlernen werden:

„Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem schaute: Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN festgegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: »Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. Und er wird Recht sprechen zwischen den Heiden und viele Völker zurechtweisen, so dass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden und ihre Speere zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen. Komm, o Haus Jakobs, und lasst uns wandeln im Licht des HERRN (Jesaja 2.1-5)!“ Auf dem Berg des Herrn wird der in einigen Bibelstellen verheissene König der Könige, Jesus Christus herrschen. Doch er wird nicht allein herrschen, denn er wird noch einige seiner Getreuen mitbringen: „Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine grosse Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn für 1 000 Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss ihn ein und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführen kann, bis die 1 000 Jahre vollendet sind. Und nach diesen muss er für kurze Zeit losgelassen werden. Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand angenommen hatten; und sie wurden lebendig und regierten die 1000 Jahre mit Christus. Die übrigen der Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die 1000 Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1000 Jahre (Offenbarung 20.1-5).“Gemäss dieser Bibelstelle in der Offenbarung werden die Märtyrer frühere Zeiten auferstehen und mit Christus herrschen. Das Gute daran ist, dass diese Auferstanden Christus gleichgestaltet sein werden (1. Johannes 3.2) und damit steht fest, sie werden ohne Sünde und menschliche Schwächen sein. Und damit hätten wir die erwünschte moralisch, fachlich und charakterlich überlegen Spezies aus einer anderen Dimension mit der göttlichen Exzellenz zum Herrschen. Man kann das Friedensreich Christi gut und gerne als den sanften Übergang von einer gefallenen, in der Zeit vom Sündenfall bis zum Kommen Christi vom Satan beherrschten, Welt in ein von Gott regiertes Paradies ohne gefallene Menschen sehen. Im Friedensreich Christi wird Jesus noch immer über gefallene Menschen regieren und nicht über Bürger eines vollkommenen Paradieses, aber er wird ein Herrscher ohne Fehl und Tadel sein und der Satan wird weggeschlossen damit er die Menschen nicht verführen kann und dementsprechend werden wir in einer ganz anderen Welt mit einem ganz anderen Geist als dem Gegenwärtigen leben. Die Ausserirdischen wären dann also eingetroffen! Wir sehen, es gäbe also eine Antwort zur Frage, ob denn exzellente Regentschaft in einer gefallenen Welt möglich wäre? Ob wir an diese Antwort glauben wollen oder nicht liegt ganz bei uns. Nur eines sollte uns klar sein: Wenn wir an eine überlegen Herrscherkaste aus einer anderen Dimension nicht glauben wollen, so bleibt uns nichts weiter als beschränkte menschliche Intelligenz und der schlechte Charakter des gefallenen Menschen, um unsere Welt zu retten und dabei scheinen wir doch ein ziemlich schlechtes Blatt in Händen zu halten. Der weise Betrachter auf jeden Fall wird dem Menschen nicht zutrauen, diese Welt nachhaltig zu bessern und er wird daher weit eher mit dem Ende der menschlichen Rasse rechnen, als damit dass wir in eintausend Jahren in Frieden und Wohlstand noch immer auf der Erde wohnen könnten.  

Nun, was lehren uns gründliche Bibelstudien bezüglich menschlicher Regentschaft? Ganz einfach nur eins: Wäre man weise, würde man den Menschen nicht regieren lassen, denn sein Schöpfer hat ihn nicht dazu berufen, hat ihn nicht dazu ausersehen. Wir können daher getrost bei der eingangs ausformulierten Weisheit bleiben: Man herrscht nicht über seinesgleichen! Wir plädieren hier ganz klar und kompromisslos für das Ende der Regentschaft des gefallenen Menschen, denn in dieser kann man letzten Endes nur einen Fluch sehen! Der gefallene Mensch hat nicht einmal ansatzweise die Vorrausetzungen, die Geschicke dieser Welt zu leiten und solange er nicht zu einer neuen Natur geworden ist, zu einer höheren und überlegenen Instanz kann er sich Regentschaft eigentlich nur anmassen, nicht aber mit dem vollen Segen Gottes zubilligen. Nur weil der Allmächtige diesen untauglichen und unvollkommenen Zustand zugelassen hat, sollte man nicht glauben, er wäre gewollt oder gesegnet. Einen gewissen eingeschränkten Segen hätte man zwar noch, wenn man als Regent wenigstens noch nach Gott und seiner Weisheit fragen täte, doch nicht einmal das tun die meisten unsere Regenten und daher werden wir noch einen sehr hohen Preis für deren Anmassung bezahlen. Diese unsere Weltordnung wird in Rauch aufgehen, wie noch keine Ordnung zuvor. Wir werden zu gegebener Zeit den Schmerz untauglicher, menschlicher Regentschaft noch zu spüren kriegen wie kaum eine Generation vor uns. Die präsidiale Inkompetenz und Verkommenheit hat uns unter anderem schon zwei Weltkriege beschert und eins können wir hier garantieren; der Dritte wird nicht ausbleiben. So viel zum noch kommenden Rauch.

Verhindern könnten wir diesen rein theoretisch zwar, doch den dazu notwendigen Schritt werden unsere anmassenden Regenten keinesfalls tun. Wenn wir daran glauben, dass unser Schöpfer seine Schöpfung liebt, so können wir annehmen er wäre nicht wirklich daran interessiert, seinen Planeten Erde in Rauch aufgehen zu lassen und er würde dies verhindern, wenn wir denn wollten. Doch was wäre die Voraussetzung dafür? Die Erkenntnis ohne ihn und seine Weisheiten nicht regierungsfähig zu sein und die Demut, ihn um Hilfe zu bitten. Würden unsere Regenten endlich einsehen, dass einem Buben, einem Dreikäsehoch mit Pappkrone auf dem Kopf so ziemlich nichts gelingen kann, so würden sie alle auf die Knie fallen und den Schöpfer des Universums um Hilfe anflehen. Sollte es diesen geben und davon gehen wir hier aus, so würde er dieses Flehen sicherlich nicht schnöde ignorieren. Doch leider wird er dieses Flehen der allzu menschlichen Regenten dieser Welt nie zu hören kriegen und daher wird er vorerst auch keinen Grund zum Eingreifen sehen. Wir haben es schon gesehen, der Allmächtige lässt vieles zu, auch vieles das ihm ziemlich gründlich gegen den Strich geht. Er hat einen ersten und einen zweiten Weltkrieg zugelassen, warum also sollte er nicht auch noch einen Dritten zulassen? Wenn wir seine Weitsicht und Weisheit, seine Regentschaft nicht wollen, dann kann er sich ganz gut zurückhalten und uns zuerst einmal ernten lassen, was wir säen: „Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten (Galater 6.7).“ Die Ernte sind wir ohnehin längst am Einfahren in Form von Hunger, Krankheit und Krieg, doch leider wird es früher oder später noch weit schlimmer kommen als es schon ist.

Man sollte nun nicht der Idee verfallen mit einer Rebellion könnte man die Sache richten, denn die Rebellen sind recht oft noch inkompetenter als die gestürzten Regenten und auch die Rebellen sind noch immer nur Menschen ohne Plan und Ziel. Mit menschlichen Mitteln lässt sich das Problem also nicht lösen. Den sicherlich noch kommenden, äusserst schmerhaften Verwerfungen kann man nur mit einem starken Glauben begegnen, einem Glauben und einer Sicht auf zukünftige Dinge jenseits des kommenden Höllenfeuers. Wer stetig das kommende Friedensreich Christi und darüber hinaus das Paradies vor Augen hat, erträgt die irdische Hölle, den irdischen Irrsinn weit besser als jener der über das irdische hinaus keine Perspektive hat. Man kann freilich auch hoffen, zu den Glücklichen zu gehören, welche altershalber die irdischen Gefilde verlassen dürfen bevor uns alles um die Ohren fliegt, doch wehe ihnen, wenn sie sich um ein paar Jährchen verrechnet haben sollten. Von daher wäre aus Sicht der Weisen eher ein starker Glaube empfohlen als die vage Hoffnung auf ein gerade noch rechtzeitiges Abscheiden von der Erde.

Bibelstellen nach Schlachter, neue revidierte Fassung 2000, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 9. März 2022

Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“
Offenbarung 21.1

„Und er wird Schiedsrichter sein zwischen den Nationen und zurechtweisen grosse Völker, also dass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiesse zu Rebmessern schmieden werden; kein Volk wird wider das andere ein Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen. Komm, o Haus Jakobs, wir wollen wandeln im Lichte des HERRN!“
Jesaja 2.4 & 5

„Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen, der Leopard bei dem Böcklein niederliegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, also dass ein kleiner Knabe sie treiben wird. Die Kuh und die Bärin werden miteinander weiden und ihre Jungen zusammen lagern. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rindvieh. Der Säugling wird spielen am Loch der Otter.“
Jesaja 11.6-8

Die Bibel  
Die Gnade

„Als aber der HERR sah, daß die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse, da reute es den HERRN, daß er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen. Und der HERR sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe! Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN.“
1.Mose 6.5-8

„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14

„Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“
Johannes 1.16-17

„Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“
Römer 3.23-24

„Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wieviel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen.
Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Römer 5.15 & 20-21

„Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieb haben mit unvergänglicher Liebe! Amen.“
Epheser 6.24

„So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!“
Hebräer 4.16

„Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.“
1.Petrus 1.13

Die Bibel  
Das Gesetz - Die zehn Gebote

„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!“
2. Mose 20.1-17

Die Bibel  
Ermutigung, Trost, Auferbauung

„Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“
Josua 1.9

„Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“
Jesaja 51.12-13

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
Joel 3.5 (H2.32)

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“
Psalm 23

„Gar keiner wird zuschanden, der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.“
Psalm 25.3

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil,
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?“
Psalm 27.1

„Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“
Psalm 30.6 (H30.5)

„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
Psalm 121

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“
Matthäus 6.25-34

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Matthäus 12.20-21

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Lukas 11.9-10

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8.28

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
Philipper 4.13

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
1.Johannes 1.9

Die Bibel  
Das Gebet des Herrn - Das Vaterunser

„Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten;

Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
Matthäus 6.5-15

Die Zukunft - Eine Auswahl

Die Zukunft

Gerne hört man die Aussage, die Zukunft könne niemand kennen. Doch ist dem wirklich so? Könnte man nicht gar als Mensch minimal eine Aussage zur Zukunft machen, wenn man versuchen würde abzuschätzen, wie künftige Dinge sich aufgrund gegenwärtiger Ereignisse entwickeln könnten? Man kann durchaus ein Stück weit, doch zugegebenermassen nur unscharf. Und je komplexer der Sachverhalt sich ergibt und je weiter man in die Zukunft schauen will, umso unschärfer wird es. Wenn wir mit sehr kurzfristigem Zukunftshorizont ...

Die neue Weltordnung

Wozu, könnte man fragen, bräuchte es eine neue Weltordnung? Wir haben ja eine, nämlich die Aktuelle, basierend auf Demokratie und Kapitalismus. Beides jedoch scheint sich, langsam aber sicher, seinem Ende zu nähern. Die Demokratie verliert so langsam aber sicher ihre Handlungsfähigkeit und der Kapitalismus nähert sich eher schnell denn langsam seinem Bankrott. Daher bietet es sich doch geradezu an, über eine Nachfolgeregelung nachzudenken. Hierbei wollen wir ganz klar weiter gehen, als ...

Exzellente Regentschaft

Es mag ja sein, dass schon manch einer über exzellente Regentschaft nachgedacht hat und glaubte, Antworten gefunden zu haben. Doch wenn man sich unsere Welt anschaut, kommt man nicht umhin, anzunehmen die mit den Antworten hätten alle gründlich falsch gelegen. Noch jedes Weltreich ging früher oder später seinen Weg in den Untergang und war dementsprechend nicht besonders exzellent regiert und aktuell kommen einem bei jedem Präsidenten schon recht kurz nach dessen nicht selten ...