Die Liebe

Einmal von der anderen Seite betrachtet

Bekannt ist uns allen, was man landläufig so unter Liebe versteht oder unter diesem Begriff vereint: Freundschaft, Treue, Grossmut, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und vieles mehr. Da mag jedermann so seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben haben, doch einen gewissen Konsens wird man hier schon finden. Schon etwas herausfordernder wird es, wenn man die vertiefende Beschreibung der Liebe gemäss dem ersten Korinther sich zu Gemüte führt: „Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf (1.Kor 13.4-8).“ Grundsätzlich widersprechen würde man ja wohl nicht, aber es wird einem bewusst, dass hier die Messlatte sehr hoch liegt und wir an solchen Ansprüchen schnell einmal scheitern können. Damit haben wir die Liebe aber noch längst nicht von der anderen Seite betrachtet. Der Leser möge sich nun fragen, was bitteschön soll denn die andere Seite sein? Auf der anderen Seite der Liebe könnte ja wohl nur der Hass stehen und mit diesem sollte man sich bei einem solchen Titel ja wohl nicht befassen. Oder wie soll man die Liebe von einer anderen Seite betrachten können, es müsste doch immer auf dieselbe Seite hinaus laufen, auf die Angehnehme nämlich. Muss es das wirklich?

Bild: Mögen wir die Liebe Gottes in jeder Lage und an jedem Ort finden!

Würde man in einem geistlichen Dienst den zu Dienenden gegenüber immer Trost, Ermutigung und Auferbauung aussprechen, gälte dies selbstredend als liebevoll. Als weit weniger liebevoll würde Kritik, Korrektur und Ermahnung gesehen. Warum aber nur, soll Letzteres weniger oder keine Liebe sein? Schauen wir hier vielleicht die Liebe von der anderen Seite an? Paulus fordert in seinem zweiten Brief an die Korinther diese dazu auf, sich zurechtbringen und ermahnen zu lassen (2.Kor 13.11). Was wäre angebracht, wenn ein Mensch auf einem Irrweg unterwegs und bildlich gesprochen kurz davor ist, in eine Schlucht zu stürzen? Braucht er da noch Ermutigung zu seinem Weg oder weit eher eine allenfalls sogar harte Ermahnung, hart falls er die sanften Korrekturen nicht versteht? Wird er nicht gar dankbar sein für die Ermahnung, wenn sie seinen Absturz in die Schlucht verhindert? Dazu passt ganz gut die folgende Bibelstelle: „Treuer gemeint sind Schläge vom Freunde, als freigebige Küsse des Feindes (Sprüche 27.6, nach Zürcher Bibel 1977).“ In anderen Übersetzungen wird die Stelle leicht anders übersetzt, doch in der Zwingli Übersetzung passt die Aussage besonders gut. Sollten wir uns nicht lieber vom Freunde schlagen lassen, statt vom Feinde küssen?

Wir können bei der Betrachtung der anderen Seite der Liebe jedoch noch weit tiefer schürfen und da stellen sich dann wirklich unangenehme Fragen. Wenn man der Aussage der Bibel Glaube schenken will und das sollten wir, muss man in jeder Handlung eines Gottes der Liebe eben genau diese Liebe sehen; auch in seinem Zorn, seiner Strafe, seiner Rache, seiner Gerechtigkeit und seinem Gericht. Und da stellen sich dem Menschen die Nackenhaare. Warum eigentlich? Weil wir Gott nicht in seiner ganzen Breite und Tiefe erkannt haben und unser Leben viel zu eng und vordergründig abhandeln? Nur so zur Unterscheidung könnten wir von harter und weicher Liebe sprechen. Die Harte ist diejenige der sich stellenden Nackenhaare und die Weiche diejenige der sanften Berührung.

Nehmen wir als vorerst noch recht einleuchtendes Beispiel für harte Liebe die Wegweisung von Adam und Eva nach dem Sündenfall aus dem Paradies (1.Mose 3). Der Ungehorsam von Adam und Eva überführte die beiden in den gefallenen Zustand, sprich in eine Natur so gar nicht nach dem ursprünglichen Plane Gottes. Eine der Auswirkungen davon werden schon im vierten Kapitel des ersten Buches Mose sichtbar in der Ermordung von Abel durch seinen Bruder Kain. Kaum des Paradieses verwiesen, könnte man sagen, wird auch schon der Erste ermordet. Und dieser Mord ist ja nur eine der eher gröberen aller möglichen Sünden derer sich der Mensch nach dem Sündenfall schuldig machte. Was wäre wohl die grösste aller möglichen Tragödien gewesen, wenn Gott die beiden trotz ihres Ungehorsams im Paradies belassen hätte? Sie hätten nachdem sie schon von der Frucht vom Baum der Erkenntnis über Gut und Böse genommen hatten früher oder später auch noch vom Baum des Lebens gebrochen und hätten damit in ihrem gefallenen und damit recht üblen Zustand ewig gelebt. Nun gut, ein Spötter würde wohl sagen, da hätten sie sich wenigsten nicht mehr ermorden können, doch alle anderen möglichen Qualen, welche sich Menschen so zufügen, wären damit bis in alle Ewigkeit erhalten geblieben. Dass Gott die beiden hinaus stellte, noch bevor sie vom Baum des Lebens brechen konnten, muss man doch wohl als reinen Gnadenakt sehen und damit ist dies offenkundig Liebe. Er bekleidete sie auch noch mit Kleidern aus Fell bevor sie gehen mussten, auch dies ein Liebesbeweis. Nun kann man sich freilich darüber aufregen, dass die Frau zur Strafe nach dem Sündenfall unter Schmerzen gebären und der Mann unter Mühe vom verfluchten Erdboden sich nähren sollte, doch womöglich war diese Strafe gar nicht so gewichtig, denn gebären tut man bekanntlich eher selten und die Früchte des Feldes gedeihen bei günstigen Rahmenbedingungen da und dort schon fast von alleine.

Und zu Gottes Gerechtigkeit gehört nun einmal, dass Strafe sein muss. Im zweiten Buch Mose ist die Rede von der grossen Gnade Gottes, jedoch aber auch davon, dass er keineswegs ungestraft lässt (2.Mose 34.6-7). Dazu kommt, dass Offenbarung 3.19 Züchtigung und Strafe klar in den Zusammenhang mit der Liebe bringt: „Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich.“ Strafe soll zum Guten hin korrigieren und zukünftig Schlimmeres verhindern. Daher fordert die Bibel in den Sprüchen 3.11-12 gar auf die Strafe nicht zu verschmähen: „Mein Sohn, verwünsche nicht die Züchtigung des HERRN und laß dich seine Strafe nicht verdrießen; denn welchen der HERR lieb hat, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, dem er wohlwill.“

Kann zur Züchtigung auch Rache und Gericht gehören? Können Rache und Gericht Liebe sein, die Liebe eines Gottes der Liebe? Kann oder darf Liebe so hart sein? Die Aussage der Bibel dazu ist ein klares Ja! In Hesekiel 25 ist die Rede von Gottes Rache an einigen Feinden der Israeliten für deren Fehltritte gegenüber dem auserwählten Volke. Über die Philister sagt Gott dort: „Ich will große Rache an ihnen üben durch grimmige Züchtigungen, so werden sie erfahren, daß ich der HERR bin, wenn ich meine Rache über sie bringe (Hesekiel 25.17).“ Hier können wir einen möglichen Grund für Gottes Härte in Rache und Gericht ableiten. Die Philister sollen erkennen, wer er ist und wer auf Erden letzten Endes das Sagen hat. Und dies sollen sie nicht erfahren, weil Gott sich wichtigmachen will, sondern weil er sie für sich gewinnen will, weil er sie retten will und dies soll geschehen, indem sie ihn erkennen. Israel sollte ein Licht für die Heiden sein und in diesem Volk sollten sie Gott und seine Liebe erkennen. Weil es mit dem Licht im auserwählten Volke zumeist auch nicht weit her war, wurde auch dieses zur gegebenen Zeit gerichtet und auch an ihnen rächte Gott ihre Vergehen, indem er sie aus dem verheissenen Land vertrieb, später jedoch Kraft seiner Gnade wieder zurück führte. Auch dies sollte sein Volk zur Korrektur führen und es wieder enger an ihn binden, zum Gewinn des Volkes und nicht zu seinem Schaden.

Falls man versucht wäre, zu vermuten, die Rache wäre ein Relikt aus dem Alten Testament, sei hier erwähnt, dass diese auch in der Endzeitrede Jesu auf kommende Zeiten hin in Bezug auf Jerusalem ausgesprochen wurde: „Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert sehet, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung nahe ist. Alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Lande ist, gehe nicht hinein. Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht (Luk 21.20-22).“

Einen klaren Hinweis für Gottes zurechtbringende Liebe in Form von Rache und Vergeltung für die Sünden des Volkes finden wir im 5. Buch Mose. „Mein ist die Rache und die Vergeltung, zu der Zeit, da ihr Fuß wanken wird; denn die Zeit ihres Verderbens ist nahe, und ihr Verhängnis eilt herzu. Denn der HERR wird sein Volk richten und sich über seine Knechte erbarmen, wenn er sieht, daß jeder Halt entschwunden ist und Mündige samt den Unmündigen dahin sind. Und er wird sagen: Wo sind ihre Götter, der Fels, in dem sie sich bargen, welche das Fett ihrer Opfer aßen und den Wein ihres Trankopfers tranken? Lasset sie aufstehen und euch helfen und euch beschirmen! Sehet nun, daß Ich, Ich allein es bin und kein Gott neben mir ist. Ich kann töten und lebendig machen, ich kann zerschlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand erretten (5.Mose 32.35-39)!“

Das Volk marschiert mit seinem Götzendienst ins Verderben und um dessen vollendeten Untergang zu verhindern, bringt Gott seine Strafe für dessen Ungehorsam über sie. So soll das Volk auf seine falschen Wege aufmerksam gemacht werden und bei aufkommender Einsicht in sein Fehlverhalten Kraft der göttlichen Gnade und seines Erbarmens wieder in seinen Armen landen. Auch hier gilt bezüglich der Strafe: Treuer gemeint sind die Schläge des Freundes als die freigebigen Küsse des Feindes. Und leider ist es zumeist ja so, dass der Mensch erst aufschaut von seinem Tun, wenn er geschlagen wird.

Die Gerichte Gottes gehen einher mit seiner Rache am frevelhaften Verhalten der Menschen oder sind besser gesagt die Auswirkung seiner Rache, seiner Vergeltung des aufgetretenen Fehlverhaltens. Wir finden einige Beispiele in der Bibel für Gottes Gerichte, doch wollen wir hier nur ein paar wenige davon anschauen.

Eines der harten Gerichte Gottes finden wir in der Geschichte Noahs und der Sintflut von damals. Zu berücksichtigen wäre dabei jedoch wohl noch, dass Noah die zehnte Generation seit Adam und Eva war und bei der Anzahl der Kinder, welche die Menschen damals hatten, wohl nicht viel mehr als einige Zehntausend davon auf Erden lebten und dies relativiert den Schrecken der Sintflut ganz erheblich. Was sagt uns die Bibel zu den Gründen dieses Gerichtes: „Als aber der HERR sah, daß des Menschen Bosheit sehr groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse allezeit, da reute es den HERRN, daß er den Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen. Und der HERR sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe! Noah aber fand Gnade vor dem HERRN. Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg auf Erden verderbt. Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist durch sie mit Frevel erfüllt, und siehe, ich will sie samt der Erde vertilgen (1.Mose 6.5-13).“ Neben der Härte finden wir jedoch auch hier die Gnade, denn Noah, seine Söhne und die dazugehörenden Frauen wurden in der Arche gerettet und lebten danach noch lange und zufrieden weiter. Ein anderes, im Empfinden vieler, ebenfalls hartes Gericht war die Vernichtung Sodoms und Gomorras. Abraham lebte ca. um 1850 bis 2000 v.Chr. und die Städte damals dürften nicht gerade sehr gross gewesen sein im Vergleich zu heutigen Städten. Auch hier dürften nur einige Tausend bis einige Zehntausend Menschen umgekommen sein und damit handelte es sich selbst im Angesicht der damaligen Welt eher um einen Nadelstich, denn um eine grosse Untat eines zornigen Gottes. Zur Geschichte: Dem Abraham erschienen drei Männer und verhiessen ihm einen Sohn. Danach begleitete er sie in Richtung Sodom und auf dem Weg dorthin kündigte ihm der Herr das Gericht über Sodom an, weil die Leute der Stadt schlecht waren und sehr gegen den Herrn sündigten (1.Mose 13/18/19). Gott liess Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen und nur Lot mit seinen beiden Töchtern wurden gerettet.

In beiden Fällen hat Gott aufgrund der überbordenden Sünde eingegriffen und ist zum Gericht geschritten. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch noch die Geschichte von Jona, welcher Ninive, ebenfalls aufgrund dessen überbordenden Sünden, die Vernichtung als Gericht Gottes verkündete. Weil das Volk und der König von Ninive der Gerichtsandrohung glaubten und ein Fasten ausriefen und Busse taten, wurde die Stadt von Gott verschont. Dies zeigt deutlich, gerichtet werden Menschen letzten Endes aufgrund ihrer Unbussfertigkeit, doch sie könnten es anders haben. 

Noch mag die Frage, warum denn Gott zum Gericht schreitet, nicht vollumfänglich beantwortet sein. Wir sehen zwar den Grund, sprich die Sünde, den Frevel der Menschen, doch wir könnten uns ja fragen, warum Gott die Sünde nicht einfach nach Belieben dulden könnte? Können wir hinter dem Setzen einer Grenze beim Sündigen, allenfalls auch Gottes Liebe erkennen? Eine vertiefende Antwort dazu können wir im zweiten Petrusbrief finden: „Denn wenn Gott die Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in Banden der Finsternis der Hölle übergab, um sie zum Gericht aufzubehalten, und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten beschützte, als er die Sündflut über die Welt der Gottlosen brachte, auch die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und so zum Untergang verurteilte, womit er sie zukünftigen Gottlosen zum Beispiel setzte, während er den gerechten Lot herausrettete, der durch den ausschweifenden Lebenswandel der Zuchtlosen geplagt worden war denn dadurch, daß er es mitansehen und mitanhören mußte, quälte der Gerechte, der unter ihnen wohnte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gottlosen Werken; so weiß der Herr die Gottseligen aus der Prüfung zu erretten, die Ungerechten aber für den Tag des Gerichts zur Bestrafung aufzubehalten (2.Petrus 2.4-9).“

Für die Gerechten sind die Sünden eine unerträgliche Qual, für die Ungerechten ein Schaden, welchen sie leider zumeist nicht einmal bemerken. Doch es wäre ja unschwer zu erraten, dass Lug, Betrug, Ehebruch, Mord und einiges mehr, eine Gesellschaft zerrüttet und damit in hohem Masse schädigt. Da Gott seine Schöpfung und damit auch die Menschen liebt, möchte er die Sünde eigentlich von der Erde fern halten, was jedoch aufgrund des gefallenen Zustandes des Menschen, einem Ding der Unmöglichkeit gleich kommt. Daher bleibt Gott im gegenwärtigen Zustand der Erde nur vor der Sünde zu warnen und eben gelegentlich zu strafen. Dass diese Strafen dazu auch noch späteren Generationen als Mahnung dienen sollten, erwähnt Petrus in der eben genannten Bibelstelle.

Der Schaden der Sünde wird auch im Gericht über das grosse Babylon, der Mutter aller Huren und dem Gräuel der Erde (Offenbarung 17.5), in der Offenbarung beschrieben. Die Stadt oder sagen wir besser das dort beschriebene System wird gerichtet, weil es die Erde verdirbt. Im Himmel freut man sich zurecht über dessen Fall: „Darnach hörte ich wie eine laute Stimme einer großen Menge im Himmel, die sprachen: Halleluja! Das Heil und der Ruhm und die Kraft gehören unsrem Gott! Denn wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte; denn er hat die große Hure gerichtet, welche die Erde mit ihrer Unzucht verderbte, und hat das Blut seiner Knechte von ihrer Hand gefordert! Und abermals sprachen sie: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offenbarung 19.1-3)!“

Die Frage wurde schon gestellt: Könnte Gott denn den Menschen nicht einfach nach Belieben sündigen lassen? Die Antwort liegt auf der Hand: Würde er, so stiege Leid, Qual und Schmerz ins Unerträgliche und der Schaden und das Verderben würde bald einmal ungeahnte Ausmasse annehmen und die Erde womöglich gar restlos verderben und vielleicht sogar vernichten. Will ein Gott der Liebe seine Schöpfung bewahren, muss er Grenzen setzen. Manch einer mag zwar behaupten, die menschliche Vernunft, würde dies sicher von alleine regeln bevor alles verloren wäre, doch leider führt die eingeschränkte Weisheit und bescheidene Weitsicht des Menschen bald einmal zu Zuständen, welche ungeahnt völlig aus dem Ruder laufen können. Man möge hier beispielsweise an die Wissenschaftler denken, welche uns die Atombombe bescherten und daran wie weit diese Sache heute aus dem Ruder laufen könnte und eines Tages ein Stück weit wohl auch wird. Könnte es auch sein, dass die Schmerzgrenze eines heiligen und liebenden Gottes schneller erreicht ist als diejenige des reichlich abgestumpften und lieblosen Menschen und er daher vielleicht gar aus Liebe früher eingreift als es ein Mensch es tun würde? Manch ein Sünder oder Unhold sähe aus eigenem Antrieb kaum Veranlassung, sich von einem Gott der Liebe sein Treiben unterbinden zu lassen. Oder hat schon einmal ein Tyrann bei Gott um das Beenden seiner ungehobelten Herrschaft gebeten? Oder bittet ein notorischer Ehebrecher den Gott der Liebe um die Beendigung seiner Seitensprünge? Wir dürfen davon ausgehen, Strafe, Rache und Gericht unseres Gottes entspringen weit eher seiner Liebe als seinem Zorn. Sie haben den Zweck Menschen zurecht zu bringen, Schlimmeres zu verhindern. Daher darf auch ein vergangenes Gericht gerne abschreckendes Beispiel für kommende Generationen sein. Er will Menschen in ihrem schädigenden oder gar vernichtenden Tun zurückbinden und sie zu sich rufen und sie näher an sich ziehen.

Wir dürfen glauben, dass Gott Liebe ist und zwar immer, genauso wie es Johannes beschreibt: „Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat; Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm (1.Johannes 4.16).“ Auch dann ist Gott Liebe, wenn diese aus menschlicher Sicht zur harten Liebe gehört und sich manch einem die Nackenhaare sträuben. Man findet Gott nicht nur in der hier weich genannten Liebe, der herzlichen Umarmung und der von uns allen gerne gefühlten Streicheleinheiten und netten Zuwendungen. Die Liebe Gottes, es wurde schon erwähnt, findet man auch in den Schlägen, in den Ohrfeigen. Und diese Erkenntnis mag der Aussage, uns würden alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8.28) eine vertiefte Dimension geben. Selbst grösste Härten und Unannehmlichkeiten in unserem Leben könnten wir so als Liebe Gottes einordnen, als einen Ruf von ihm, ihm näher zu kommen, ihn vertieft kennen zu lernen. Zum letzten Punkt mag uns auch die Geschichte Hiobs ein sinnstiftendes Beispiel sein.

Das Beispiel Hiobs verleitet hier im Weiteren geradezu zum Nachdenken über das Leiden. Hiob verliert seine Herden, seine Familie und seine Gesundheit, fühlt sich von Gott verlassen und klagt deswegen auch bitterlich, um am Ende der Geschichte anerkennen zu müssen, Gott nur vom Hörensagen gekannt zu haben. Erst durch die Diskussionen mit seinen Freunden und seinen Hader mit Gott und dessen Antworten darauf, hat Hiob im Laufe seiner Leidensgeschichte Gott von Angesicht zu Angesicht kennen gelernt. Man könnte geneigt sein, daraus zu schliessen, dass auch hinter dem Leid die Liebe Gottes verborgen ist, welche uns im Leid ihm näher bringen will. Es liegt an uns, dies zuzulassen oder abzulehnen.

Leiden jeder Art, sogar Verfolgung soll dazu dienen uns zu reinigen, zu stärken, uns reifen zu lassen. Daher heisst es im Matthäus: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich! Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen! Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn also haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind (Matthäus 5.10-12).“ Verfolgung kann einen Jünger Christi zum Leuchten bringen, wenn es ihm gelingt, in dieser seinem Vorbild Jesus Christus nachzueifern und seine Feinde zu lieben. Wieso sollten wir vorbildlich im Namen Christi leuchten, wenn man uns verfolgt, hasst und schmäht? Weil genau dies unsere Verfolger und Hasser von der Liebe Christi überzeugen könnte und von Fall zu Fall sogar diese sich ihm zuwenden könnten. Frohen Mutes können wir selbst dabei sein, weil wir, wie eben ausgesprochen, unseren Lohn in Form ewigen Lebens erhalten werden, und es weit besser ist, schlimmsten Falls das irdische Leben zu verlieren, denn das Ewige. Lukas 17.33 warnt uns deutlich davor, das irdische Leben zu retten und dabei das ewige Leben zu verlieren. Unter Verfolgung wäre man schnell einmal versucht den Glauben und Jesus zu verleugnen oder sich seiner zu schämen, um sein irdisches Leben zu retten, doch dies wird uns das ewige Leben kosten. So lehrt es uns Jesus selbst im Markus Evangelium: „Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein? Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele geben? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln (Markus 8.36-38).“  Im zweiten Timotheus heisst es dazu ebenfalls, dass wenn wir Jesus verleugnen werden, er uns ebenfalls verleugnen wird (2.Timotheus 2.12) und wen Jesus nicht kennt, der wird wohl dereinst auch nicht in seinem Reiche mit ihm am Tische sitzen. Hier hätten wir wiederum ein Beispiel von harter Liebe, die strengen Warnungen nämlich, wie sie da und dort in der Bibel zu finden sind. Unangenehme und harte Warnungen sollen böse Überraschungen verhindern, das dürfte auf der Hand liegen und da tun wir gut daran hinzuhören. Auch Warnungen sind Teil der Liebe Gottes.

Im Leiden könnte man gar noch einen weiteren Aspekt sehen. Jesus verheisst uns in seiner Nachfolge Hass und Verfolgung und man kann sich hier doch die Frage stellen, ob dies nicht gar eine Auszeichnung wäre? Wenn wir verfolgt und gehasst werden, machen wir ganz offensichtlich etwas richtig oder im Umkehrschluss müssen wir vermuten, als Jünger Christi ziemlich bedeutungslos zu sein, wenn uns unser Glaube keinen Ärger beschert! Dazu aus dem Brief des Petrus: „Geliebte, lasset euch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern je mehr ihr der Leiden Christi teilhaftig seid, freuet euch, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit frohlocken könnt. Selig seid ihr, wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber gepriesen (1.Petrus 4.12-14).“  Im Feuer landen wir also naturgemäss und wir dürfen uns sogar noch darüber freuen. So hielten es auch die Apostel, wo sie von den Hohepriestern angehalten wurden, nicht mehr im Namen Jesu zu reden und zur Untermalung der priesterlichen Forderung geschlagen wurden. Es heisst, die Apostel wären danach fröhlich vom Hohen Rat hinweg gegangen, weil sie gewürdigt worden waren, für Jesu Name Schmach zu leiden (Apostelgeschichte 5.41). Also freuen wir uns doch und fühlen uns ausgezeichnet, wenn wir im Namen Jesu Schmach leiden oder Schläge erhalten. Betrachten wir jeden durch den Glauben uns eingehandelten Schlag als einen Orden und wir können uns bald einmal fühlen wie ein russischer General. Und falls uns der aufgrund des Glaubens eingehandelte Ärger doch zu stark schmerzen sollte, können wir uns damit trösten, dass die Leiden dieser Zeit kurz sind gegenüber der Herrlichkeit der Ewigkeit (Römer 8.18).

Gott ist Liebe, immer, in jedem Fall. Diese Liebe beantwortet auch die Frage, warum selbst üble Verbrecher von ihm am Leben gelassen werden. Seine Liebe schliesst einen jeden mit ein und lässt daher auch die unmöglichsten Zeitgenossen leben. Diese mögen viel Leid verursachen, doch sie sind geliebt und könnten noch gerettet werden, solange sie noch am Leben sind. Würden wir schwierige Menschen mit den Augen Christi sehen, könnten wir sie lieben, wenn auch ihr Verhalten nicht dazu ermutigen tut. Was aus einem Unhold werden kann, wenn Gott ihn genug lang leben lässt und ersterer es zulässt, sich von diesem Gott der Liebe berühren und verändern zu lassen, sehen wir am Beispiel von Paulus. Als Saulus verfolgte er Christen, stand bei der Steinigung des Stephanus dabei, zog schnaubend und drohend gegen die Christen durchs Land bis er nach seinem Bekehrungserlebnis in Damaskus die Seite wechselte und von da an als vollmächtiger Apostel Christ weiter zog. Die Gnade Gottes hat nicht nur ihn gerettet, sondern noch viele andere mit ihm durch seinen späteren Dienst im Namen Christi.

Die Gnade an einem „Unmenschen“ empfindet ein Opfer als unangemessen und zählt diese daher wohl zur harten Liebe. Aus der Sicht Gottes handelt es sich jedoch um einen Teil seiner umfassenden Liebe, welche jedem Menschen zu Teil wird, wenn dabei diese Liebe auch zulässt, dass dadurch Menschen geärgert oder gepeinigt werden. Es hört sich provokativ an, aber aus dem bisher gesagten müsste man schliessen, dass selbst das Opfer im Leiden den Gott der Liebe besser kennen lernen könnte. Wir dürfen dabei davon ausgehen, Gott wird keinem Menschen mehr Leid auferlegen als dieser tragen kann (1.Korinther 10.13). Diese duldende Liebe gegenüber schwierigen Menschen und auch die anderen hier genannten harten oder unangenehmen Formen der Liebe, wie Kritik, Korrektur, Ermahnung, Strafe, Züchtigung, Rache, Gericht und Leiden können wir wohl recht oft nur Kraft des Heiligen Geistes in der Tiefe erfassen und annehmen. Also bitten wir doch einfach um die Gabe dieses Erfassens und Annehmens, um die Gabe alles aus der Hand Gottes nehmen zu können und im Lichte seines Geistes zu sehen.

Bibelstellen aus der freien Bibel e-sword übernommen, nach der Schlachter Übersetzung von 1951, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 10. Juli 2019

Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Bis ich komme, halte an mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren.“
1.Timotheus 4.13

„Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, so bereue ich es nicht; denn das Gott gemässe Trauern bewirkt eine Busse zum Heil, die man nie zu bereuen hat, das Trauern der Welt aber bewirkt den Tod.“
2.Korinther 7.8 & 10

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14

„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“
Johannes 8.31 & 32

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“
Johannes 16.13

Die Bibel  
Die Gnade

„Als aber der HERR sah, daß die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse, da reute es den HERRN, daß er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen. Und der HERR sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe! Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN.“
1.Mose 6.5-8

„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14

„Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“
Johannes 1.16-17

„Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“
Römer 3.23-24

„Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wieviel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen.
Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Römer 5.15 & 20-21

„Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieb haben mit unvergänglicher Liebe! Amen.“
Epheser 6.24

„So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!“
Hebräer 4.16

„Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.“
1.Petrus 1.13

Die Bibel  
Ermutigung, Trost, Auferbauung

„Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“
Josua 1.9

„Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“
Jesaja 51.12-13

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
Joel 3.5 (H2.32)

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“
Psalm 23

„Gar keiner wird zuschanden, der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.“
Psalm 25.3

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil,
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?“
Psalm 27.1

„Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“
Psalm 30.6 (H30.5)

„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
Psalm 121

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“
Matthäus 6.25-34

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Matthäus 12.20-21

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Lukas 11.9-10

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8.28

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
Philipper 4.13

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
1.Johannes 1.9

Die Schriften - Eine kleine Auswahl

Die Schriften

Die Schriften auf dieser Arche sollen herausfordern, Dinge aus biblischer Sicht ins rechte Licht rücken, Themen auch von ungewohnter Seite beleuchten und vor allem auch vorbereiten auf schwierige Zeiten. Die fetten Jahre sind vorüber, hört man da und dort gerne einmal sagen. Wir können davon ausgehen, die Zeiten werden früher oder später nicht nur magerer oder mager, sondern gar finster. Und genau darauf sollten wir uns Kraft eines starken Glaubens vorbereiten. Die Schriften dieser Arche...

Die Liebe

Bekannt ist uns allen, was man landläufig so unter Liebe versteht oder unter diesem Begriff vereint: Freundschaft, Treue, Grossmut, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und vieles mehr. Da mag jedermann so seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben haben, doch einen gewissen Konsens wird man hier schon finden. Schon etwas herausfordernder wird es, wenn man die vertiefende Beschreibung der Liebe gemäss dem ersten Korinther sich zu Gemüte führt: „Die Liebe ist langmütig und ....

Geistliche Exzellenz

Wir dürfen uns gerne einmal fragen, worin geistliche Exzellenz bestehen könnte oder was einen exzellenten Jünger Christi ausmachen würde? Können wir diese Frage an seinem Charakter, seinem Verhalten oder seiner Tätigkeit klären? Vermutlich müssen wir dies alles einschliessen, was diese Betrachtung durchaus zu einer Herausforderung werden lässt. Was wird von Charakter und Verhalten eines exzellenten Jünger Christi erwartet? Möglichst Jesus sollte er gleichen, sein Vorbild sollte er nachahmen. Jesus ist unser ...

Der Gehorsam des Jüngers

Wovon sollten oder dürfen wir als Jünger Christi in Bezug auf den Gehorsam ausgehen? Von der grossen unendlichen Freiheit, dem Atmen des „weggefallenen“ Gesetzes und der Gnade im Neuen Testament oder müssten wir eher die Strenge und die Gesetzlichkeit des Alten Testamentes zur Richtschnur nehmen in Bezug auf die Frage nach dem Gehorsam gegenüber Gott und seinen Regeln? Oder können wir uns einfach ganz nach unserem Geschmack das Beste aus beiden ....

Der erweckte Christ

Der erweckte Christ lebt in einer anderen Dimension als der sogenannt normale Christ. Für letzteren ist ersterer zumeist nur ein Verrückter, welcher vermeintlich fernab irdischer Realitäten in einer frommen Wolke schwebt. Doch leider steht es wohl nicht so gut um die geistliche Wahrnehmung des normalen Christen und er dürfte mit seiner Einschätzung womöglich ganz gründlich falsch liegen. Wir wollen im Folgenden dieser Sache auf den Grund gehen und uns fragen, ob die vermeintlich verrückten Erweckten ...

Krieg oder Frieden

Für einmal wollen wir mit der guten Nachricht beginnen: Eine Zeit des Friedens auf Erden wird in der Bibel mit der Wiederkunft Christi verheissen. Gemäss den biblischen Verheissungen wird Christus dereinst für tausend Jahre ein Friedensreich errichten in welchem die Menschen den Krieg nicht mehr lernen werden. Im Buch Jesaja finden wir die Verheissung vom Frieden und in der Offenbarung eine Angabe zur Dauer des Friedens. Gemäss der biblischen Verheissung sollen dereinst die verstorbenen Märtyrer auferstehen ...