Die gespaltene Kirche

Ein Motto hat sie sich gegeben, die gespaltene Kirche, welches da lautet: Einheit in der Vielfalt. Da stellt sich freilich dem Hörer oder Betrachter die Frage, was genau versteht sie darunter? Geht es darum verschiedene Farbvariationen zu einem Blumenstrauss zusammenzufügen oder geht es allenfalls gar darum, Unvereinbares unter ein Dach zu kriegen? Können Esel und Schwein im selben Stalle hausen oder müssten es Pferd und Ochse sein? Eine durchaus interessante Frage: Was geht unter ein Dach und was lässt sich kaum unter dasselbe Dach kriegen? Und wenn sie sich noch unter dasselbe Dach kriegen lassen, fühlen sie sich auch wohl dabei? Vorerst wollen wir noch offen lassen, wer nun mit Esel, Ochse, Pferd und Schwein gemeint sein könnte und wir sind uns bewusst, da dürfte es massiv abweichende Einschätzungen dazu geben, je nach Standpunkt des Betrachters.

Wen meinen wir eigentlich mit der gespaltenen Kirche? In erster Linie sei hier die Rede von der reformierten Kirche der Schweiz, doch bei genauer Betrachtung ist sie sicherlich nicht die Einzige mit den in der Folge beschriebenen inneren Kämpfen. Auch bei den Katholiken finden diese Kämpfe statt und selbst Freikirchen sind nicht so restlos davon verschont.

In der reformierten Kirche gibt es schon seit langem Strömungen, welche einem althergebrachten Bibelverständnis widersprechen. Die Bibel im ursprünglichen Sinne oder Verständnis soll oder sollte in der Gesamtheit als von Gott inspiriert, und dementsprechend als wahr, betrachtet werden. So zumindest haben es die alten Kirchenväter, welche den biblischen Kanon zusammenstellten, verstanden oder hätten es so verstehen müssen. So schätzungsweise bis zur Aufklärung hat man in kirchlichen Kreisen an der Wahrheit der Bibel wohl auch nicht allzu sehr gezweifelt. Die Zweifler in der Kirche gab es sicherlich auch früher schon, doch so richtig durchsetzen konnten sich die Zweifel an der Bibel auch in kirchlichen Kreisen wohl erst in der Folge der Aufklärung. Diese Epoche, in der Zeit von etwa 1650 bis 1800, hat die menschliche Vernunft zur universellen Urteilsinstanz gemacht und damit den doch ziemlich eingeschränkten Verstand des Menschen und seine doch eher bescheidene Intelligenz zur Gottheit berufen. Nicht mehr ein allmächtiger Schöpfer des Universums sollte Richtschnur für menschliche Einschätzungen und menschliches Tun sein, sondern die menschliche Vernunft. Und basierend auf dieser menschlichen Vernunft haben sich mit der Zeit auch in Kirchenkreisen der Relativismus und der Liberalismus eingeschlichen. Beflügelt von der Aufklärung haben sich in der Folge allerlei philosophische Denkrichtungen entwickelt, unter anderem die eben genannten. Der Relativismus (von lateinisch relatio, „Verhältnis“, „Beziehung“), ist eine philosophische Denkrichtung, welche die Wahrheit von Aussagen, Forderungen und Prinzipien als stets von etwas anderem bedingt ansieht und absolute Wahrheiten verneint (kleine Definition aus Wikipedia). Wir sehen aufgrund dieser Definition schon auf den ersten Blick, dass Relativismus und die Bibel keinesfalls zusammengehen können, denn die Bibel nimmt für sich in Anspruch, die eine und einzige Wahrheit zu sein. Als Absolutismus definiert sich zum Beispiel Jesus als den Weg, die Wahrheit und das Leben und sagt in aller Deutlichkeit, dass es ohne ihn keinen Weg zurück zum Vater gibt (Johannes 14.6). Wer die Bibel in der Gesamtheit ernst nimmt und auch einigermassen verstanden hat, muss dem Relativismus in Bezug auf das Wort Gottes eine klare Absage erteilen. Und wenn wir schon anerkennen müssen, dass unsere Intelligenz als massiv kleiner gelten muss, denn diejenige eines allwissenden Gottes, müssen wir uns auch nicht überlegen, ob wir denn irgendetwas besser wissen könnten als dieser. Dieselbe Überlegung können wir auch anwenden auf den Liberalismus. Hier zuerst wieder eine kleine Definition gemäss Wikipedia: Der Liberalismus (lateinisch liber „frei“; liberalis „die Freiheit betreffend, freiheitlich“) ist eine Grundposition der politischen Philosophie und eine historische und aktuelle Bewegung, die eine freiheitliche politische, ökonomische und soziale Ordnung anstrebt. Hervorgegangen ist der Liberalismus aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts. Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Regierungsgewalt. Diese absolute, individualistische Freiheit will man sich nicht nur gegenüber dem Staat heraus nehmen, sondern auch gegenüber Gott und seinen in der Bibel festgeschriebenen Regeln. Hervorgegangen ist der Liberalismus aus einer Revolution und im kirchlichen Kontext ist er auch nichts weiter als Rebellion, Rebellion gegen Gott und dessen Ordnungen. Es sei hier noch angemerkt, dass wohl noch kaum je etwas Gutes aus einer Rebellion hervor ging und aus der Rebellion gegenüber einem Allmächtigen kann nur die kollektive Pleite folgen, denn gegen diesen kommt man nicht an. Auch diese Philosophie ist absolut unvereinbar mit der Bibel. Dort herrschen nicht das freiheitliche „anything goes“ (= wir erlauben uns alles) der Liberalen, sondern die strikten Vorgaben eines liebenden und allwissenden Gottes und wenn dieser etwas verbietet oder nicht gut heisst, dann, weil er weiss, dass es dem Menschen als Individuum und der menschlichen Gemeinschaft insgesamt schadet. Die „anything goes Generation“ erlaubt sich zum eigenen Schaden so ziemlich alles, was Gott verboten hat und tragischerweise glauben liberale Kirchenkreise auch noch, dies gut heissen zu müssen. Weil man als Kirche glauben will, damit für diese Welt annehmbarer zu sein, sprich, akzeptierter zu sein? Oder weil man eine „wir erlauben uns alles Mentalität“ unter dem Deckmantel der Gnade und unter falsch verstandener Nächstenliebe schön reden will? Es ist keine Liebe, wenn man menschliches Fehlverhalten portiert und gut heisst, sondern eigentlich nur schnöde Menschenverachtung. Liberalismus fordert unter der Freiheit oder Absenz von jeglichen Regeln abtreiben zu können, sich nach eigener Lust und Laune umbringen zu können (Exit), die Ehe brechen zu können, sich scheiden lassen zu können, die Homosexualität ausleben zu können ….. und wohl noch vieles mehr. Ob man dies nun glauben will oder nicht; die aufgezählten Sünden, ja, aus biblischer Sicht sind es Sünden, schaden alle dem Menschsein und der menschlichen Gemeinschaft und daher kann es nicht angehen, solches Verhalten auch noch aus kirchlicher Sicht schön zu reden oder gut zu heissen. Es sei hier in aller Deutlichkeit betont: Gott ist weiser als menschliche Vernunft und menschliches Gutdünken!

Geht es für eine Kirche darum, angenehm zu sein? War Jesus angenehm? Hat man ihn deswegen umgebracht? Oder hat man ihn und fast alle der ersten Apostel nicht weit eher umgebracht, weil sie unangenehme Wahrheiten ausgesprochen haben? Ginge es für eine Kirche nicht viel mehr darum, im Sinne Gottes, die Gesellschaft von der Unmoral zu reinigen, statt sich selbst durch die Unmoral der Gesellschaft verunreinigen zu lassen? Es gibt Kirchenvertreter, welche es sich auf die Fahne geschrieben haben, auf gesellschaftliche Realitäten einzugehen. Diese gesellschaftlichen Realitäten sind jedoch geprägt, wir haben es erläutert, von Sünde und von zutiefst antichristlichen Philosophien, wie unter anderem Relativismus und Liberalismus. Da kann es wohl nicht angemessen sein, wenn man sich als Kirche solchen Philosophien verpflichtet oder diese zumindest in erheblichem Masse in die Kirche hinein schwappen lässt.

Es sei hier im Vorbeiweg flüchtig erwähnt, dass jeder „XX-ismus“ (neben den hier genannten auch Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, Humanismus etc.)  im Kern nichts weiter als eine falsche Heilslehre darstellt, welche neben einigen durchaus guten und tauglichen Gedanken und Ansätzen auch grösste Irrtümer enthält und darum früher oder später Schiffbruch erleiden wird. Eine falsche Heilslehre deshalb, weil jeder „Ismus“ in irgendeiner Form ein „Heilsversprechen“ abgibt und dem Menschen vorgaukelt, es würde ihm prächtig ergehen, wenn er sich auch nur möglichst gläubig dem jeweilig gerade aktuellen „Ismus“ unterwerfen täte.

Bevor wir es womöglich noch vergessen, sollten wir hier auch noch kurz über den Relativismus nachdenken, welcher jegliche absolute Wahrheit verleugnet. Was bedeutet dies für eine Kirche? Dass Jesus eben nicht unbedingt der einzige Weg zurück zum Vater sein muss, sondern alle Wege nach Rom führen? Will heissen, jeder Glaube und jede Spielart von Religiosität erlöst und führt ins Paradies? Die Bibel lehrt das Gegenteil davon, so viel sei hier angemerkt. Wer war Jesus? Aus Sicht der Bibel Sohn Gottes und Erlöser der Menschheit, aus liberaler Sicht gegebenenfalls durchaus nur noch Wanderprediger und Philosoph. Was geschieht, wenn für uns Jesus nicht mehr Erlöser ist, sondern nur noch Wanderprediger? Wir werden „den Weg, die Wahrheit und das Leben“ verfehlen und mit dem Leben ist hier das ewige Leben gemeint. Sollte ein Geistlicher es wagen, diesen Jesus auf eben Genanntes zu reduzieren, so muss er sich den einen Weheruf an die Pharisäer als Vorwurf an sich selbst gefallen lassen: „Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die lasst ihr nicht hinein (Matthäus 23.13).“  Wer ohne Erlöser ist, bleibt draussen, ob nun Hirte oder Schaf. Über andere „Relativismen“ müssen wir hier gar nicht noch im Detail nachdenken, denn den Übelsten von allen haben wir hiermit genannt. Unschwer wäre nachzuweisen, dass der Relativismus die Bibel auf ein philosophisches Werk oder Märchenbuch ohne jeden Wert reduziert. Und wenn irgendjemand glaubt, er müsste relativieren, dann müsste er sich zuerst einmal überlegen, woher er dazu die nötige universale Weisheit nehmen wollte? Wer die Bibel zensiert oder umdeutet, kann sie eigentlich gleich wegwerfen, denn woher will er wissen, was genau zu streichen oder umzudeuten wäre und wie es besser zu schreiben wäre? Dazu hätten wir einen kleinen Christenwitz auf Lager: „Es war einmal ein Adeliger, welcher jeden Morgen von seinem Diener Johann aus der Bibel vorlesen liess. Immer wenn dem Adeligen etwas nicht passte in diesem Buch, sprach er zu Johann: „Johann, streichen Sie das.“ So ging das über Jahre hinweg, bis eines schönen Tages der Johann am Morgen bei der anstehenden Bibellese beharrlich schwieg. Der Adelige forderte ihn daher explizit auf, aus seiner Sicht völlig unnötigerweise, denn Johann kannte ja das Ritual: „Johann, jetzt lesen Sie!“ Darauf antwortete der Johann: „Es tut mir Leid, Eure Durchlaucht, sie liessen alles streichen, es gibt nichts mehr zu lesen.“  Na schön, dieser Adelige hat wenigsten gleich gründlich aufgeräumt mit diesem, aus seiner Sicht, angestaubten Buch und hat alles streichen lassen. Wenn wir hier in dieser Schrift auch das Gegenteil anempfehlen, so müssen wir diesem Adeligen doch wenigstens eine gewisse Konsequenz bescheinigen. Er hätte es sich jedoch auch einfacher machen und die Sache erheblich beschleunigen können indem er, wie oben schon erwähnt, Jesus als Erlöser hinausgestrichen hätte und damit die Bibel zu Staub hätte zerfallen lassen. Damit wäre nämlich mit einem Schlag das Wesentlichste gestrichen gewesen und auf den ganzen Rest käme es dann auch nicht mehr an. Und genau da liegt vielleicht die grösste Gefahr des Relativismus: Im schlimmsten Falle streicht man sehr wenig und hat damit bereits alles gestrichen! Wenn wir nun hier dieses Wenige, welches alles aus der Bibel streicht, nämlich die Rolle von Jesus, noch einmal konkret nenne wollten, bärge dies die Gefahr, dass gewisse Leute glauben täten, den ganzen Rest der Bibel könnten sie ja eben doch gefahrlos streichen, wenn sie nur diesen Jesus stehen lassen würden und daher wären wir fast versucht, dies zu unterlassen. Doch weil Jesus nun einmal als Kern der Sache gilt, wollen wir so nicht sein. Was also hat Jesus gesagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich (Johannes 14.6)!“  Falls nun also irgendjemand glauben sollte, den Rest der Bibel, ausser eben Jesus, würde er doch lieber streichen, so kann er dies ganz liberal und relativistisch tun. Doch er sei ermahnt, er wird es zu seinem eigenen Schaden und nicht zu seinem Segen tun. Für die Streichwütigen unter den Bibelkennern sei hier noch eine besonders harte Ermahnung aus der Offenbarung genannt. Es mag sie zwar beruhigen, dass sich, eng gefasst oder verstanden, diese Ermahnung auf das Buch der Offenbarung bezieht, doch wie wäre es, wenn wir diese Ermahnung in Bezug auf das gesamte von Gott inspirierte Wort ausdehnen würden? So spricht Jesus Christus in der Offenbarung: Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch solches für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buche geschrieben ist; und wenn jemand etwas hinwegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Anteil am Baume des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buche geschrieben steht. Es spricht, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald (Offenbarung 22.16-20)!“ Gut beraten, wer die Bibel weder zensiert, noch nach seinem eigenen Gusto umgestaltet und uminterpretiert, möchte man hier doch sagen.

Kann nun eine Kirche von der zitierten „Einheit in der Vielfalt“ sprechen, wenn bei Themen wie zum Beispiel Scheidung, Abtreibung, Exit, Homosexualität etc. unvereinbare Positionen unter einem Dach Platz haben sollen? Wohl kaum, da geht es höchstens noch um ein zähneknirschendes Nebeneinanderher. Diese reformierte Kirche versucht nicht, Blumenstrauss mit nur leicht unterschiedlicher Einfärbung des christlichen Glaubens ihrer Mitglieder zu sein, nein, sie versucht effektiv, Pferd und Ochse im selben Stall zu füttern. Ein vermutlich nicht unerheblicher Teil der Kirchenbasis hat längst verstanden, dass hier zusammengesteckt wird, was nicht zusammen geht. Diese Kirche hat auch nicht eine Mehrheit an Liberalen, weil sie die gesamte Christenheit davon überzeugt hätte, dass Liberalismus und Relativismus eine klare Überlegenheit gegenüber alter, verstaubter Tradition aufweisen könnten, sondern weil in den letzten Jahrzehnten oder gar innerhalb der letzten Jahrhunderte unzählige bibeltreue Christen in Freikirchen abgewandert sind. Zurückgeblieben ist eine in ganz erheblichem Masse blutleere Kirche ohne geistliches Gewicht und Relevanz. Eine Kirche, welche zu drängenden Fragen des Lebens offensichtlich nichts mehr zu sagen hat und daher lieber die gottlosen Positionen der Ungläubigen übernimmt, denn sich klar auf das Fundament des Evangeliums zu stellen. Gilt dies für alle? Nein, nicht ganz, eine Minderheit kämpft noch um Recht und Ordnung im biblischen Sinne, wie einst die Gallier gegen die Römer bei Asterix und Obelix. Wir fragen uns: Wird diese Kirche in der bestehenden Form überleben? Der aufmerksame Bürger dürfte so seine Zweifel haben. Was könnte diese Kirche noch retten? Aus biblischer Sicht wäre das Konzept klar: „Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Busse und erinnere Dich an Deine ersten Werke, sonst komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle stossen (Offenbarung 2.5, etwas frei wiedergegeben).“ Was waren die ersten Werke der reformierten Kirche? Sie hat den wahren Glauben verteidigt und mit katholischen Ungereimtheiten aufgeräumt. Und dies nur, um Jahrhunderte später mindestens so tief gefallen zu sein? Was die Busse anbelangt, sprich, Sünden bekennen, bereuen und hoch und heilig zu geloben, sich zu bessern, kennen wir das Potenzial aller Kirchen längst. Die Kirchengeschichte verrät uns in aller Deutlichkeit, dass eine Kirche bisher in der Breite dazu nie in der Lage war. Ging es in der Vergangenheit darum, alte Zöpfe abzuschneiden, Ungeistliches oder Unbiblisches über Bord zu werfen und sich ganz neu auf das geschriebene Wort und dessen eigentliche Aussage zu besinnen, endete es tragischerweise in der Kirchenspaltung oder einer Abspaltung. Noch nie wollten sich alle Mitglieder einer Kirche von ihren liebgewonnen biblischen Deformationen abwenden und sich auf die alten Wurzeln besinnen. In die Geschichte eingegangen sind nebst vielen kleinen Abspaltungen und Zersplitterungen vor allem das sogenannte Kirchen Schisma (= Glaubensspaltung) von 1054, wo sich die ursprüngliche päpstliche Kirche in eine römisch-katholische und östlich-orthodoxe Kirche spaltete. Der Beginn der Reformation wird allgemeine auf das Jahr 1517 datiert, in welchem Luther seine 95 Thesen zum, aus seiner Sicht, tiefen Fall der römisch-katholischen Kirche veröffentlichte. Es mögen damals etwas zu viele Thesen gewesen sein, vor allem zu viele, welche sich nur um den Ablass und das Fegefeuer drehten, es mögen auch wesentliche Themen gefehlt haben, doch insgesamt hat er richtigerweise erkannt, dass in seiner Kirche der Segen aus der Sicht Gottes ziemlich schief hängen muss. Heute könnten wir die Liste in Bezug auf den Fall der reformierten Kirche wohl kürzer fassen, doch auch diesmal würde sie lang genug und schwer genug wiegen, um uns mächtig zum Nachdenken anzuregen. Hochinteressant an der Betrachtung der grössten Brüche der Kirchengeschichte könnte man nennen, dass die Reformation knapp 500 Jahre nach dem grossen Kirchen Schisma von 1054 kam und wir heute 500 Jahre Reformation feiern. Klingelt da etwas? Mal abgesehen davon, dass man sich fragen müsste, was hier eigentlich gefeiert wird, wenn man den aktuellen Zustand der reformierten Kirche anschaut, stellt sich doch unweigerlich die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre für die nächste Reformation? Es mag zwar sein, dass die reformierte Kirche nicht wieder den Ablass und das Fegefeuer eingeführt hat, doch sind Relativismus und Liberalismus weniger schändlich? Die Antwort dürfte vorgängig gegeben sein. Nun, wie soll die Geschichte weiter gehen? Sollte unerwarteterweise die Reformierte Kirche mehr können als alle anderen zuvor und sich im Sinne des Gottes der Bibel auf ihre alten Wurzeln besinnen? Es wäre höchst wünschenswert, doch sie wäre die Ausnahme von der Regel. Dies würde wohl erstmals in der Kirchengeschichte überhaupt geschehen und wir müssen leider davon ausgehen, es wird einmal mehr anders kommen. Einzig die Wiederkunft Christi könnte wohl diese weitere, durchaus unerwünschte, Kirchenspaltung verhindern. Sollte er mit seinem erneuten Erscheinen dem endlosen Elend der Kirchenzersplitterung Einhalt gebieten, müssten wir nicht noch einmal solch skandalöses Treiben, wie in vergangenen Zeiten, erleben. Skandalös, weil die Bruderkriege der Vergangenheit noch nie mit Nächstenliebe geführt wurden. Es sei daran erinnert, dass man die Reformatoren alle samt am liebsten umgebracht hätte und nicht wenige reformatorisch Denkende damals effektiv als Ketzer verbrannt wurden. Auch nicht unerwähnt soll bleiben, dass der Hass auch auf Seiten der Reformatoren seinen Nährboden hatte, nicht nur gegenüber den Katholiken, sondern zum Beispiel auch gegenüber den, aus ihrer Sicht zu weit gehenden, Wiedertäufern. Nun, seien wir ehrlich, der Mensch hat sich nicht geändert und heute haben wir Ablehnung und Verachtung bis hin zum Hass auch innerhalb der reformierten Kirche wieder und zwar zwischen den eher wenig versöhnlichen Exponenten beider extremen Flügel. Und grundsätzlich muss man ihnen wohl Recht geben, wenn sie der Meinung sind, sie würden nicht unter ein Dach gehören.

Eingangs wurde die Frage gestellt, ob Esel und Schwein oder Pferd und Ochse unter einem Dach wohnen könnten? Es wurde noch offen gelassen, wie die Rollen verteilt sein könnten. Doch wir wollen den Leser nicht im Ungewissen lassen. Inzwischen hat sich ja wohl auch für den einen oder anderen eine Einschätzung herauskristallisiert. Solche Tiervergleiche mögen nicht allseits beliebt sein, doch sie beinhalten durchaus einen gewissen Witz und jeweils auch eine gewisse Wahrheit. Es sei noch angemerkt, dass Jesus selbst nicht davor zurückschreckte, solche Vergleiche anzustrengen. Die Pharisäer nannte er unter anderem Schlangenbrut (Matthäus 3.7 & 12.4), was nicht als Kompliment zu verstehen war. Er warnte davor das Heilige nicht den Hunden vorzuwerfen und die Perlen nicht vor die Schweine zu werfen (Matthäus 7.6).  Hier waren durchaus Menschen gemeint und nicht die genannten Tiere. Beginnen wir hier beim wüsteren der beiden Vergleiche und denken über Esel und Schwein nach. Nicht vergessen sollten wir dabei, dass alle diese Tiere von Gott mit viel Liebe erschaffen wurden und daher durchaus ihre Existenzberechtigung haben. Aus Sicht der gar radikalen und vielleicht auch etwas unfreundlichen bibeltreuen Christen sind die Liberalen die Schweine, welche das Wort Gottes mit Füssen treten, verunreinigen und verunglimpfen, diejenigen, welche aus dem Reich Christi einen Saustall machen. Aus Sicht der radikal liberalen Christen wiederum sind die bibeltreuen oder evangelikalen Christen die Esel, welche noch nicht verstanden haben, dass sie dieser weltoffenen und aufgeschlossenen Kirche im Wege stehen und diese endlich zum Wohle einer vermeintlich hochangebrachten Modernisierung verlassen sollten. Der weniger wüste Tiervergleich zielt in dieselbe Richtung. Der Evangelikale, der Bibeltreue, ist aus Sicht des Liberalen der Ochse, welcher stur auf uralten Positionen verharrt und sich keinen Zoll breit in Richtung einer modernen, liberalen Welt bewegen will. Und das Pferd galoppiert, befreit von alten Zöpfen und Zwängen, mit wehender Mähne neuen, weltoffenen Horizonten entgegen. Nun, können diese doch reichlich verschiedenen Tiere unter demselben Dache wohnen? Die Zukunft wird es weisen und der weise Betrachter wird ganz erheblich daran zweifeln.

Noch nicht geklärt wäre bisher, was die Bibel von Kirchenspaltungen hält. Nichts oder nicht viel, um es kurz zu machen. Allenfalls könnten sie noch dazu dienen, den Leib Christi zu reinigen oder zu läutern. So schreibt Paulus diesbezüglich: „Denn erstens höre ich, dass, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, Spaltungen unter euch sind, und zum Teil glaube ich es; denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch (1. Korinther 11.18-19)!“ Die Parteiungen können durchaus zu fruchtbaren Diskussionen zu strittigen Themen führen, doch wo soll das dann jeweils enden? Will Paulus andeuten, dass am Ende der Parteiungen zwei Kirchen übrig bleiben sollen? Will er nicht viel mehr sagen, sie sollten Unreines, Unbiblisches aussortieren und gemeinsam, basierend auf einem soliden biblischen Fundament, unterwegs sein? So müsste man es folgender Bibelstelle entnehmen: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung (1. Korinther 1.10).“  Und was ist seither, seit der Wirkenszeit eines Paulus, geschehen? Es gibt hunderte von christlichen Kirchen und einige davon glauben sogar, alleinseligmachend zu sein. Mit welchem Recht, wäre eine offene Frage. Die Christenheit hat sträflich und schmerzlich darin versagt, als Einheit ein Licht für diese Welt zu sein und sich über weite Strecken hinweg, durchaus zur Belustigung der Ungläubigen, weit mehr den eigenen Grabenkämpfen gewidmet, denn verlorene Seelen gerettet. Und wer kann dieser Unreife ein Ende setzen? Kein Apostel hat es gekonnt, kein Prophet, kein Hirte und schon gar nicht ein Papst. Gäbe es überhaupt einen, welcher diesen unwürdigen Schlamassel endlich beenden könnte?

Die Offenbarung beschreibt einen von besonderer Salbung, den einen und einzigen mit der Autorität das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. Es wird auch dieser eine und einzige sein, welcher die Kirchenlandschaft endlich in Ordnung, in eine biblische Ordnung, bringen kann. Wir wollen hier in diesem Zusammenhang auf die das fünfte Kapitel in der Offenbarung hören:

Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, ein Buch, innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah einen starken Engel, der verkündete mit lauter Stimme: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen noch hineinzublicken. Und ich weinte sehr, dass niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen noch hineinzublicken. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen! Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Throne saß. Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamme nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied: Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen; denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott mit deinem Blut Menschen erkauft aus allen Stämmen und Zungen und Völkern und Nationen und hast sie für unsren Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. Und ich sah und hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend; die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung! Und alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meere sind, und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an den, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offenbarung 5.1-14).“

Dieses Kapitel aus dem letzten Buch der Bibel gibt uns die einzig mögliche Antwort: Nur einer mit göttlicher Vollmacht, besser ausgedrückt mit Gottes Allmacht, kann Ordnung auf dieser Erde schaffen, auch in der Kirchenlandschaft. Und dieser eine heisst Jesus Christus. Wenn wir die heutige Kirchenlandschaft anschauen, müssten wir genauso weinen können, wie Johannes im genannten Kapitel, weil er befürchtetet, es fände sich keiner mit der Autorität, das Büchlein mit den sieben Siegeln zu öffnen. Wir hätten nur andere Gründe zum Weinen. Fühlen wir den Schmerz Christi über seiner gefallenen Kirche oder haben wir noch nicht einmal bemerkt, dass sie gefallen ist? Es mag zwar ein Trost sein, zu wissen, dass es einen gibt, den Schaden zu heilen, doch wie schmerzlich werden kommende Kämpfe ausfallen? Und ohne Kampf wird es wohl einmal mehr nicht abgehen. Die liberalen Reformierten werden nun zu den Evangelikalen, zu den Bibeltreuen sagen: „Da zeigt Euch doch einfach vorbildlich christlich und verlasst unsere Kirche, ohne Murren und ohne Schimpfen, denn ihr beruft euch ja auf ein solides, biblisches Fundament und den kommenden Friedefürsten Jesus Christus und daher müsst ihr auch gelassen und friedlich gehen. Wir, für unseren Teil, wollen diesen Christus aus der Bibel nicht, zumindest nicht so, wie ihr ihn darstellt und von daher sollten wir frohen Mutes getrennte Wege gehen.“ Nun gut, gäbe es die geforderte Reife und den friedliebenden Willen loszulassen bei den bibeltreuen Reformierten, man könnte darüber nachdenken, auch wenn man dabei die Liberalen in hohem Masse in ihr eigenes Unglück laufen liesse. Es wird jedoch wohl auch bei den Evangelikalen einmal mehr um Geld und Macht gehen und daher werden diese wohl nicht einfach kampflos loslassen. Doch beides sind keine biblischen Gründe für eine Kirche zu kämpfen, kämpfen sollten wir um verlorene, verirrte Seelen, auch innerhalb unserer Kirchen, und nicht um Macht und Geld. Und dieser Kampf müsste in der Liebe geschehen. Dieser Kampf findet statt in der Kraft des Geistes Gottes, mit seinem Wort als Schwert, in der Liebe und nicht im Hass und der Verachtung. Doch es sei hier noch gewarnt: Liebe kann auch hart sein, schonungslos wahr, rücksichtslos aufdeckend, Liebe kann auch richten und strafen, nur sollten wir das Gericht und die Strafe Gott überlassen, statt selbst Hand anzulegen. Und sollte man diesen Kampf allenfalls schon als verloren betrachten müssen, wäre es tatsächlich das einzig Richtige, in aller Freundschaft den Staub von den Hosen zu klopfen, und im Frieden zu gehen. Was hingegen sicherlich nicht geht, ist sich korrumpieren zu lassen und gegen das Wort Gottes und die eigene Überzeugung den Forderungen einer gefallenen Kirche zu folgen, nur um sein irdisches Dasein abzusichern. Davor warnt uns Jesus in aller Deutlichkeit: „Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es gewinnen. Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber das Leben einbüsst? Was könnte er schon als Gegenwert für sein Leben geben (Matthäus 16.25-26, NeÜ)?“  Nun gut, die Evangelikalen mögen dieser Kirche treu bleiben, solange man sie nicht dazu zwingt, gegen ihr Gewissen und ihren Glauben zu handeln, doch dann müssen sie gehen! Leider müssten auch sie dann den Weg vergangener Tage gehen, wo sich immer mehr Christen von dieser Kirche abwandten, um ihr Heil in anderen, bibeltreueren Gemeinschaften zu finden. Bis dorthin werden sie eine Art Gralshüter sein, welche gegen alle Widerstände versuchen das Banner Christi hoch zu halten, während andere Kräfte in dieser Kirche den Christus der Bibel demontieren und langsam aber sicher aus ihren „heiligen“ Hallen verweisen, indem sie sich den gegenwärtigen gesellschaftlichen Realitäten beugen.

Es sei hier noch davor gewarnt, als Mitglied einer anderen Kirche, freudig auf dem hohen Rosse zu sitzen, und auf die gefallenen Reformierten zu zeigen. Die Ausführungen in dieser Schrift gehen alle Kirchen an. Sie alle haben darin versagt, die von Christus gewünschte Einheit zu wahren und sie alle kennen ihre faulen Kompromisse mit der Welt. Sie mögen glauben, weit weniger weit vom Pfad der Tugend abgekommen zu sein als die uralten Landeskirchen, doch es wäre ihnen wärmstens empfohlen, auch in den eigenen Reihen einmal genau hinzuschauen. Beim Hinschauen hilft uns Paulus im Brief an die Galater:  „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; diese widerstreben einander, so dass ihr nicht tut, was ihr wollt. Werdet ihr aber vom Geist geleitet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Ehrgeiz, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Mord; Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden (Galater 5.16-21).“

Wie sollten wir, in Erwartung der Wiederkunft Christi leben, der letzten Hoffnung auf ordentliche Zustände in dieser Welt und in unseren Kirchen? Auch da kann uns Paulus weiter helfen: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Welche aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasst uns nicht nach eitlem Ruhme gierig sein, einander nicht herausfordern noch beneiden (Galater 5.22-26)!“ Man möge sich in diesem Sinne den kommenden Herausforderungen in unserer Gesellschaft und unseren Kirchen stellen. Man möge sich im Sinne der Bibel für Kirche, Gott und Vaterland einsetzen, dem Land zur Heilung und nicht zum Schaden.

Bibelstellen aus der freien Bibel e-sword übernommen, nach der Schlachter Übersetzung von 1951, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 2. Januar 2020

Weisheiten & Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Beschäftige Dich mit Deinen Problemen, solange sie noch klein sind!“
Verfasser unbekannt

„Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der Richtige.“
Verfasser unbekannt

„Aber ich habe wider dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle stoßen, wenn du nicht Buße tust!“
Jesus – Offenbarung 2.4 & 5

„Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich weiß deine Werke: du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Werde wach und stärke das übrige, was sterben will; denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor meinem Gott.“
Jesus – Offenbarung 3.1 & 2

„Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und bloß!“
Jesus – Offenbarung 3.15-17

Die Bibel  
Das Gesetz - Die zehn Gebote

„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!“
2. Mose 20.1-17

Die Bibel  
Ermutigung, Trost, Auferbauung

„Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“
Josua 1.9

„Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“
Jesaja 51.12-13

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
Joel 3.5 (H2.32)

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“
Psalm 23

„Gar keiner wird zuschanden, der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.“
Psalm 25.3

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil,
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?“
Psalm 27.1

„Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“
Psalm 30.6 (H30.5)

„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
Psalm 121

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“
Matthäus 6.25-34

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Matthäus 12.20-21

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Lukas 11.9-10

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8.28

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
Philipper 4.13

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
1.Johannes 1.9

Die Bibel  
Das Gebet des Herrn - Das Vaterunser

„Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten;

Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
Matthäus 6.5-15

Die Systemkritik - Eine Auswahl

Die Systemkritik

Wenn wir glauben, wir müssten Missstände anprangern, sollten wir uns vielleicht überlegen, ob diese die Kritik überhaupt Wert sind? Dazu brauchen wir einen Massstab und der kann hier nur die Bibel sein. Diese beklagt sich nicht über Kleinigkeiten, wie verstopfte Strassen, schlechtes Essen oder qualitativ schlechte Waren, sondern kümmert sich um die wirklich grossen Probleme. Vor allem wird die Sünde gerne thematisiert, welche offensichtlich negative Auswirkungen auf das menschliche Dasein...

Die Irrelevanz der Kirche

Man möge es glauben oder nicht, man kann und sollte gar die althergebrachten Werte der Kirche schätzen und genau daher ginge es darum, diese zu bewahren und prägend unter das Volk zu tragen. Dass dies kaum noch geschieht, ist ein von den Kirchen selbst festgestellter Mangel und den würden sie gerne beheben. Die reformierte Kirche hat sogar am Kappeler Kirchentag 2019 ihre Irrelevanz vertieft diskutiert. Diese Kirche hat höchstselbst die Grösse ...

Die Schwäche der Demokratie

So manch einer kennt den geflügelten Spruch: „Von allen schlechten Regierungsformen ist die Demokratie noch die Beste.“ Doch kann man es weise nennen, sich mit der Besten aller schlechten Regierungsformen zufrieden zu geben? Wie wäre es mit einer guten Regierungsform, einer mit Zukunft, mit göttlicher Weisheit und Weitsicht? Schauen wir uns doch einmal die aktuellen Zustände an und fragen uns ganz unaufgeregt, wo diese mutmasslich oder auch ....

Die Erklärung der Schöpfung

Wir wollen hier vorerst gar nicht der Frage nachgehen, ob die Theorie von Schöpfung durch Urknall und Evolution allenfalls stimmen könnte oder nicht, sondern uns zuerst einmal nur ganz bescheiden der Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Erklärbarkeit des Universums durch uns kleine Menschen widmen. Die Gesamtheit von Raum, Zeit, Materie und Energie im Universum nimmt gemäss heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ungeahnte Ausmasse an. So soll ....

Kapitalismus - Fluch oder Segen

Es kann hier gar nicht darum gehen, dieses System aufgrund weltlicher Gesichtspunkte zu erklären oder zu begutachten, nein, es soll hier viel mehr um eine geistliche Beurteilung gehen. Warum könnte oder müsste man vielleicht sogar dieses System eine Weltreligion nennen? Es wurde anderorts schon erwähnt, dass man in jedem Ismus (Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, Humanismus usw.) ein letzten Endes religiöses System erkennen muss. Jede dieser Ideologien verkauft ...

Der zerteilte Leib Christi

Wie stellt sich Christus den Leib Christi vor und wie haben die ersten Apostel ihn gesehen? Als eine Ansammlung von Kirchen oder Gruppierungen, welche sich gegenseitig nicht selten fundamental widersprechen und gar bekämpfen oder als eine Einheit, welche im Gleichschritt mit Christus im Sinne seines Evangeliums marschiert? Wir dürfen getrost von letzterem ausgehen, denn ersteres schwächt den Leib in jedem Falle völlig unnötigerweise. Hat denn schon ....