Die Zukunft

Gerne hört man die Aussage, die Zukunft könne niemand kennen. Doch ist dem wirklich so? Könnte man nicht gar als Mensch minimal eine Aussage zur Zukunft machen, wenn man versuchen würde abzuschätzen, wie künftige Dinge sich aufgrund gegenwärtiger Ereignisse entwickeln könnten? Man kann durchaus ein Stück weit, doch zugegebenermassen nur unscharf. Und je komplexer der Sachverhalt sich ergibt und je weiter man in die Zukunft schauen will, umso unschärfer wird es. Wenn wir mit sehr kurzfristigem Zukunftshorizont arbeiten und annehmen schon in einer Minute würde die Zukunft beginnen, so könnten wir wohl nicht selten recht präzise die Zukunft voraussagen. Wer kleine Kinder hat, welche sich schon knapp der eigenen Mahlzeit widmen können, kann zum Beispiel zu Beginn des Essens mühelos voraussagen, dass man bereits in ein bis zwei Minuten eine kleine Schweinerei auf dem Tisch haben wird. Nun, gerade hilfreich ist dies zwar nicht, doch es kann vage ein Bild dessen vermitteln, was man sehen könnte bei etwas Weitsicht. Man wird nun sagen, dies würde ja nur auf Erfahrung basieren und wäre allein daher leicht abzuschätzen, doch man kann sich durchaus ausrechnen, dass die Schweinerei auf dem Tisch mit der Zeit kleiner wird und sich allenfalls auch noch andere Dinge in Bezug auf die Entwicklung des Kindes zum Besseren wenden.

Wenn wir dies nun übertragen auf die grösseren Angelegenheiten des Lebens, können wir ganz ähnliche Mechanismen feststellen. Man kann durchaus Schlüsse aus der Vergangenheit ziehen und Erwartungen in die Zukunft projizieren. Zumeist geht der Mensch dabei davon aus, dass die Zukunft in etwa dasselbe bringt, was die Vergangenheit gebracht hat und damit liegt er recht oft sogar richtig, weil die grossen Zusammenhänge sich in aller Regel nicht sehr schnell ändern. Erst bei einem längerfristigem Zukunftshorizont wird es schwieriger. Doch auch da lassen sich Tendenzen erkennen, welche Schlussfolgerungen zulassen. Dass zum Beispiel ein Finanzsystem ausser Rand und Band mit Werten fernab jeglicher Realität und unvorstellbaren Schuldenbergen früher oder später kollabieren wird, kann man sich mühelos ausrechnen, wenn man die Gabe besitzt ohne Scheuklappen hinzusehen. Oder dass eine Politik der Handlungsunfähigkeit mit fortgesetztem Reformstau in die Sackgasse läuft, kann auch nicht wirklich überraschen. Freilich wird es schwierig, wenn man den genauen Zeitpunkt eines kommenden Zusammenbruches oder einer Zeitenwende voraussagen will. Da bleiben einem aus menschlicher Sicht nur vage Schätzungen basierend auf einer in die Zukunft interpolierten Gegenwart. Und diese Schätzungen werden meistens ziemlich gründlich versagen und daher werden die Protagonisten von Systemen am Rande des Abgrundes, zumindest solange sie noch überleben, über jede falsche Prognose frohlocken und über die Untergangspropheten spotten. Genau solange bis sie untergegangen sind. Und kurz nach dem Untergang werden sie behaupten, es hätte nie einer vor dem Untergang gewarnt oder sie hätten zumindest nie davon gehört, was freilich meistens nicht einmal ansatzweise der Wahrheit entspricht.

Die Frage wäre nun, ob es eine Möglichkeit gäbe, die Zukunft genauer vorauszusagen? Am Verhalten der hier knapp angesprochenen Protagonisten würde dies selbstredend gar nichts ändern, doch die Weisen im Volk könnten sich auf kommende Umwälzungen vorbereiten und würden von diesen kaum überrascht und entsprechend weniger hart getroffen. Hat neben menschlicher „Vorhersagekunst“, basierend auf Interpolationen der Gegenwart in die Zukunft, vielleicht auch die Bibel, bezüglich der Abschätzung derselben etwas anzubieten? Man könnte sagen ja, jedoch wohl nicht ganz so, wie der Mensch es sich vorstellen täte. Die Bibel verheisst folgendes: „Gott, der Herr, tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat (Amos 3.7).“  Gott informiert also seine Knechte bevor er etwas tut, doch Einfluss haben diese Knechte nicht auf die Art und Weise und den Zeitpunkt zu welchem Gott dies ihnen offenbart oder es dann auch tut. Ein Prophet kann seinen Gott nicht wie einen Flaschengeist behandeln und erwarten, er könnte Informationen nach seinem eigenen Belieben von diesem kriegen. Der Gott der Bibel hält, könnte man fast sagen, sich ziemlich bedeckt mit Informationen. Er hält sich dabei vorwiegend an die grossen Zusammenhänge und selbst zu diesen informiert er gar spärlich. Noch viel weniger informiert er uns über die zu erwartende Entwicklung bei Kleinigkeiten. Man komme also nicht auf die Idee, er würde uns zur Entwicklung von Aktienkursen oder Währungsturbulenzen informieren. So etwas dürfte kaum je vorkommen und schon gar nicht wird er uns je die Gewinnzahlen der nächsten Lottorunde bekanntgeben. Und weil der Mensch sich mit den knappen Informationen zu den grossen oder kleinen Zusammenhängen nicht zufriedengibt, bedient er sich gerne bewusst oder unbewusst anderer Quellen, um sich aus der unsichtbaren Welt mit Wissen zu versorgen. Die Wahrsager und falschen Propheten haben immer irgendwelche Informationen auf Lager, nur taugen diese meist nicht viel und wenn sie noch etwas taugen, so dienen sie primär dazu Seelen zu binden und in den Abgrund zu führen und nicht dazu dem Menschen zu helfen. Daher warnt Jesus auch ziemlich eindringlich vor dieser Sorte Seher: „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden grosse Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen (Matthäus 24.24).“ Dennoch enthält die Bibel recht viele korrekte und konkrete Voraussagen zu, aus Sicht der jeweiligen Zeit, zukünftigen Dingen. Einige davon sind längst eingetroffen, andere warten noch auf deren Erfüllung. Es würde zu weit führen, diese eingetroffenen Voraussagen hier alle aufzählen zu wollen. Dazu käme, dass man die Bibelkritiker damit ohnehin nicht überzeugen könnte. Diese sagen jeweils gerne, die Bilder in der Bibel wären dermassen unscharf, dass man ohne Mühe jederzeit ein geschichtliches Ereignis diesen Bildern zuordnen könnte. Leider kann man diesen Vorwurf nicht einfach so von der Hand weisen, denn die Verheissungen in der Bibel können effektiv recht kryptisch und daher schwer auszulegen sein. Wer hofft, in der Bibel würde er im Stil eins Kochrezeptes oder einer Bauanleitung konkrete Aussagen zur Zukunft finden, wird sich schwer enttäuscht sehen. Warum die Bilder in der Bibel auch immer so kryptisch sein mögen, wir haben diese so anzunehmen, wie sie sind und können nur den Heiligen Geist um Offenbarung bitten, diese zu verstehen. Ohne diesen Geist, werden wir sowieso nichts oder nicht viel verstehen. Mit Hilfe des Heiligen Geistes, kann man jedoch recht erstaunliche Dinge aus der Bibel herauslesen. Vor allem in Bezug auf die Ereignisse vor der Wiederkunft Christi findet man in der Bibel eine recht hohe Anzahl an Verheissungen in Form von Bildern, Träumen und Visionen. Und wenn diese dereinst ineinandergreifen und in der Gesamtheit eine Übereinstimmung zu aktuellen Ereignissen in dieser Welt ergeben, dürfen wir gewarnt sein. Leider gilt auch hier, es werden viele falsche Propheten auftreten und uns mit allerlei Unfug eindecken, welcher uns vom effektiv Gemeinten ablenken soll. So wird es wohl kommen, dass selbst viele recht bibelfeste Christen schlimmstenfalls könnten irregeführt werden. Genau dies spricht Jesus an in Matthäus 24 und warnt davor. Dementsprechend sind wir gut beraten, wachsam zu sein und alles, was wir so hören, am Wort Gottes zu prüfen.

Bibelstellen nach Schlachter, neue revidierte Fassung 2000, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 16. April 2021

Der Roman

Zur guten Unterhaltung

Ein Reformator fällt aus dem Himmel
 Ralph Pfister
 
 
 
 Paperback
 396 Seiten
 CHF 18.90
 

Im Himmel unterhalten sich der Reformator Martin Luther und der Petrus über den nicht mehr so begeisternden Zustand der reformierten Kirche im einundzwanzigsten Jahrhundert. Tief gefallen soll sie inzwischen sein, meint zumindest der Petrus. Der Reformator jedoch will noch nicht so recht an diesen tiefen Fall glauben. Um seinem Glauben an die Wahrhaftigkeit himmlischer Einschätzungen auf die Sprünge zu helfen, lässt der Himmel ihn aus demselben fallen, so dass der Martin Luther, recht unerwartet, sich ein zweites Mal auf der Erde wiederfindet.

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Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“
Offenbarung 21.1

„Und er wird Schiedsrichter sein zwischen den Nationen und zurechtweisen grosse Völker, also dass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiesse zu Rebmessern schmieden werden; kein Volk wird wider das andere ein Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen. Komm, o Haus Jakobs, wir wollen wandeln im Lichte des HERRN!“
Jesaja 2.4 & 5

„Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen, der Leopard bei dem Böcklein niederliegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, also dass ein kleiner Knabe sie treiben wird. Die Kuh und die Bärin werden miteinander weiden und ihre Jungen zusammen lagern. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rindvieh. Der Säugling wird spielen am Loch der Otter.“
Jesaja 11.6-8

Die Zukunft - Eine Auswahl

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Die neue Weltordnung

Wozu, könnte man fragen, bräuchte es eine neue Weltordnung? Wir haben ja eine, nämlich die Aktuelle, basierend auf Demokratie und Kapitalismus. Beides jedoch scheint sich, langsam aber sicher, seinem Ende zu nähern. Die Demokratie verliert so langsam aber sicher ihre Handlungsfähigkeit und der Kapitalismus nähert sich eher schnell denn langsam seinem Bankrott. Daher bietet es sich doch geradezu an, über eine Nachfolgeregelung nachzudenken. Hierbei wollen wir ganz klar weiter gehen, als ...

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Es mag ja sein, dass schon manch einer über exzellente Regentschaft nachgedacht hat und glaubte, Antworten gefunden zu haben. Doch wenn man sich unsere Welt anschaut, kommt man nicht umhin, anzunehmen die mit den Antworten hätten alle gründlich falsch gelegen. Noch jedes Weltreich ging früher oder später seinen Weg in den Untergang und war dementsprechend nicht besonders exzellent regiert und aktuell kommen einem bei jedem Präsidenten schon recht kurz nach dessen nicht selten ...