Geistliche Exzellenz

Wir dürfen uns gerne einmal fragen, worin geistliche Exzellenz bestehen könnte oder was einen exzellenten Jünger Christi ausmachen würde? Können wir diese Frage an seinem Charakter, seinem Verhalten oder seiner Tätigkeit klären? Vermutlich müssen wir dies alles einschliessen, was diese Betrachtung durchaus zu einer Herausforderung werden lässt.

Was wird von Charakter und Verhalten eines exzellenten Jünger Christi erwartet? Möglichst Jesus sollte er gleichen, sein Vorbild sollte er nachahmen. Jesus ist unser Meister und das Bestreben des Jüngers sollte immer sein, seinem Meister ähnlich zu werden. Jesus dazu: Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe (Johannes 13.15). Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird grössere als diese tun (Johannes 14.12).“ Im Kapitel 13 spricht Jesus zwar beim Vorbild nur von der von ihm eben durchgeführten Fusswaschung, doch im Zusammenhang mit dem Vers aus Kapitel 14 kann oder sollte man gar die Aussage aus Kapitel 13 auf jegliche Tätigkeit eines Christen ausweiten. Wenn man von einem Jünger Christi sagen kann oder könnte, „Wie der Meister, so der Knecht“, dann spräche man von einem exzellenten Christen. Man ahme also den Meister nach und strebe so nach geistlicher Exzellenz. Wem diese doch sehr allgemeine Weisung noch zu wenig herausfordernd erscheint, der lasse sich inspirieren durch den Korintherbrief: „Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles (1.Korinther 13.4-7).“  Die Liebe im Detail studiert, ergibt doch schon eine ganz passable Vorstellung davon, was in Charakter und Verhalten geistliche Exzellenz wäre. Zusätzlich dazu steckt die Bibel den Rahmen ab für die Eigenschaften eines geistlichen Leiters: Ein Leiter muss ein Mann ohne Tadel sein, der seiner Frau treu ist. Er muss sich besonnen und verantwortungsbewusst verhalten, darf keinen Anstoß erregen, muss gastfreundlich und zum Lehren befähigt sein. Er soll kein Trinker und gewalttätiger Mensch sein, sondern ein freundlicher und rücksichtsvoller Mann. Er darf auch nicht am Geld hängen. Er muss sich in vorbildlicher Weise um seine Familie kümmern, sodass seine Kinder ihn achten und ihm gehorchen. Denn wenn jemand seiner eigenen Familie nicht vorstehen kann, wie soll der für die Gemeinde Gottes sorgen können? Er darf nicht erst vor Kurzem zum Glauben gekommen sein, sonst könnte er sich schnell etwas einbilden und zu Recht vom Teufel angeklagt werden. Auch außerhalb der Gemeinde muss er einen guten Ruf haben, damit er nicht in übles Gerede kommt und der Teufel ihm daraus einen Strick drehen kann (1.Timotheus 3.2-7 / NeÜ).“  Wer sich jetzt noch nicht gefordert fühlt, muss schon fast der wiedergekommene Christus sein oder aber an einer gewissen Selbstüberschätzung leiden. Wir wissen wohl alle, dass wir an einer solch hohen Messlatte immer wieder einmal scheitern werden. Doch wenn wir uns schon die Frage nach geistlicher Exzellenz stellen wollen, dann doch bitte so, dass es eine Herausforderung wird. Nicht vergessen dürfen wir dabei jedoch, dass die Gnade Gottes uns unser ständiges Straucheln in der Nachahmung Christi vergeben wird. Und jedes Mal, wenn wir wieder gefallen sind, wird das Motto lauten: „Wir stehen wieder auf, wischen uns den Schmutz von den Hosen und machen freudig weiter.“

Bild: König oder Bettler? Als welches von beidem wollen wir in die Geschichte eingehen?

Über Charakter und Verhalten haben wir nun gesprochen, doch was ist aus biblischer Sicht eine exzellente Tätigkeit? Geht es dabei aus der Sicht Gottes vor allem darum, einfach irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder hätte er da allenfalls höhere Ziele? Der Missionsbefehl im Matthäus Evangelium vermittelt uns einen ersten Eindruck dazu: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe (Matthäus 28.19-20).“ Weiter lehrt uns König Salomo, als Verfasser des Buches Prediger: Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund; und die Seele wird nicht gesättigt (Prediger 6.7)!“ Unschwer lässt sich erkennen, dass aus biblischer Sicht eine geistliche Aufgabe oder Berufung exzellent genannt werden muss. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er seinen Leib rettet und dabei an der Seele Schaden nimmt oder noch konkreter, diese verloren geht?

Desweitern wird sich der Arbeiter im Reich Christi nicht über Arbeitsmangel beklagen können, denn Jesus selbst sagte dereinst: „Die Ernte ist gross, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende (Lukas 10.2)!“ Und mit der Ernte meinte er eine Geistliche und nicht eine Irdische. Man könnte hier ein forsches Gedankenexperiment wagen. Das Volk Israel hatte die Leviten, welche Gott geweiht waren und seinen Belangen dienen sollten. Diese waren ein Stamm der zwölf Stämme Israels. Ein kleiner Stamm zwar, aber dennoch machten sie ca. 3% des Volkes aus kurz bevor dieses zur Zeit Moses ins verheissene Land kam (23000 gemusterte männliche Leviten ab einem Alter von einem Monat, 601730 gemusterte Männer über 20 Jahre aus den anderen Stämmen – siehe 4.Mose 26.2 & 26.51 & 26.62). Das Volk war verpflichtet, den Zehnten abzugeben, um die Leviten und ihre Arbeit zu unterstützen. Gott war also der Meinung, es bräuchte schon etwas Personal, um das Volk geistlich zu betreuen und auf Kurs zu halten. Und wie sieht dies heute in der Schweiz aus? In einer Freikirche werkelt gerade mal einer gegen Bezahlung und diese muss gar nicht üppig sein und in einer Landeskirche reicht es vielleicht gerade einmal zu einem halben Dutzend bezahlter Mitarbeiter. Dies in Orten mit mehreren Tausend bis mehreren Zehntausend Einwohnern. Neben den Mitarbeitern von Kirchen kommen da und dort noch ein paar Missionare dazu oder Mitarbeiter von christlichen Werken. Doch egal wie grosszügig wir auch rechnen mögen, auf viel mehr als 5 „Leviten“ auf 1000 erwachsene Einwohner werden wir nicht kommen. Dies wären dann ein paar Promille und nicht ein paar Prozente. Sind wir nun also in der Schweiz ein Volk Gottes oder nur eine nachchristliche Gesellschaft, in welcher der Glaube nicht mehr viel zählt? Man darf guten Gewissens auf Letzteres schliessen. Der christliche Glaube wurde in den letzten Jahrzehnten aus wohl fast allen Institutionen möglichst konsequent vertrieben. An ein Schulgebet mag sich kaum einer noch erinnern, und inzwischen ist es gar verboten, in Form eines Kreuzes auch nur den leisesten Hinweis auf Christus in einem Schulzimmer anzubringen. In Amtsstuben gilt ähnliches, in Firmen herrscht nicht selten sogenanntes Missionsverbot und dies obwohl in diesem Land eigentlich Religionsfreiheit herrscht. Die Landeshymne enthält aktuell zwar noch den „Gott im hehren Vaterland“ doch erstens hat dieser in diesem unseren Land nicht mehr viel zu sagen und zweitens will man ihn schon seit längerem mit aller Gewalt aus dieser Hymne vertreiben. Und somit ist klar, eine grosse Hoffnung für dieses Land kann man als Jünger Christi in dieser Hymne auch nicht mehr sehen. Machen wir es kurz, geistliche Exzellenz gibt es in diesem Land kaum noch und sie fehlt auch im Reich Christi nicht selten gar schändlich. Als Christen können wir nur noch Busse dafür tun, dass wir es ein Stück weit zuliessen, dieses Land geistlich so tief fallen zu lassen. Wie würde die Schweiz aussehen, wenn wir wirklich 3% Leviten hätten, welche in den letzten Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten zum Rechten gesehen hätten? Anders, das wissen wir hoffentlich alle. Was wäre, wenn wir Christen unchristliches Gedankengut und Verhalten radikal bekämpft hätten, statt uns nicht selten dem Weltgeist unterzuordnen?

Nun gut, nicht alle können Leviten sein oder werden und gegen weltliche Arbeit hat die Bibel grundsätzlich nichts einzuwenden, nur sollten wir unsere Kraft, unsere Energie und unseren Glauben entsprechend unserer Gaben an dem aus Gottes Sicht richtigen Ort einbringen. Wir alle kennen den Ausspruch: „Bete und arbeite“ oder im Original „ora et labora“. Zugeschrieben wird der Ausspruch der Tradition der Benediktiner und dort ergibt er durchaus einen gewissen Sinn. Doch übertragen auf eine weltliche Arbeit, lässt er sich eher minimal. Warum? Das werden wir gleich sehen. Je nach Übersetzung findet man den Begriff Arbeit in der Bibel um die 85 mal und das Wort Gebet um die 116 mal. Ziemlich ausgewogen könnte man sagen, doch was ist in der Bibel mit Arbeit gemeint? Grossmehrheitlich fällt der Begriff im Zusammenhang mit Arbeiten für Gott und sein Reich. Es geht um die Arbeiten an Stiftshütte oder Tempel oder um Missionstätigkeiten (predigen, evangelisieren, etc.) und sehr selten um „gewöhnliche“ Arbeit zwecks verdienen des Lebensunterhaltes. Zu einem Kloster passt also der Ausspruch „bete und arbeite“ ganz gut, doch in jedem anderen Bereich hat er eine gewisse Schlagseite, denn mit Arbeit meint die Bibel vor allem Tätigkeiten auf Gottes Erntefeld. Oder anders gesagt, Gott wäre Arbeit in seinem Reich weitaus wichtiger, als solche in der Welt, wo es „nur“ darum geht, Geld zu verdienen. Wie schon erwähnt: Die Ernte wäre gross, doch Arbeiter sind es wenige! Wie wäre es also, wenn ein Volk etwas mehr Leviten hätte, welche den verlorenen Seelen „nachrennen“ statt dem schnöden Mammon? Und einmal abgesehen davon, was kommt bei Letzterem heraus? König Salomo, dessen Weisheit in der Bibel gepriesen wird, hat es für uns schon herausgefunden: Ich hasste auch alle meine Arbeit, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne, weil ich sie dem Menschen überlassen soll, der nach mir kommt. Und wer weiss, ob der weise sein wird oder ein Narr (Prediger 2.18-19)?“  Wozu also die Mühe? Mitnehmen können wir bekanntlich nichts, also bleibt nur die trübe Aussicht, welche Salomo schon hatte.

Wir wollen nun die Sache mit der Arbeit ein wenig entspannen. Natürlich wird nicht jeder von Gott dazu berufen, Missionar, Evangelist oder Prediger zu werden. Das Volk Israel sollte ja insgesamt seinem Gott anhangen und an ihn glauben. Nicht sollten die Leviten die einzigen Gläubigen sein, nein, sie sollten nur diejenigen sein, welche ihr ganzes Sein und Können für Gott investierten. Alle anderen Gläubigen im Lande sollten einer „gewöhnlichen“ Arbeit nachgehen und dabei hätten sie durchaus auch gerne beten können. Es ginge für jeden Christen darum, herauszufinden, wozu ihn sein Schöpfer berufen hat. Welche Talente hat Gott uns gegeben und wo will er diese einsetzen? Jeder wird nach der Vorgabe Gottes mit Talenten bedacht, ganz so, wie dieser diese zuteilen will (1.Korinther 12.28-30 / Epheser 4.11). Daraus können sich verschiedenen Dienste, wie Apostel, Prophet, Evangelist, Hirte und Lehrer ergeben oder eine Geistesgabe mit welcher wir Menschen dienen können. Selbstverständlich gibt es auch noch die natürlichen Talente, welche Gott nutzen möchte. Davon lesen wir im Zusammenhang mit den Aufgaben an der Stiftshütte (ab 2.Mose 35.30), wo Handwerkskunst gefragt war. Diese Talente können gerne auch für „gewöhnliche“ Arbeiten genutzt werden, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch grundsätzlich gilt die Frage: Wozu hat mich Gott begabt, wo will er meine Talente gebrauchen? Es geht nicht einfach nur darum, irgendetwas zu machen, um Ende des Monats eine gefüllte Kasse anzutreffen, sondern es ginge darum, die von Gott gegebenen Talente möglichst optimal zu nutzen. Dies wäre geistliche Exzellenz und diese gäbe es sogar in einer „gewöhnlichen“ weltlichen Arbeit. Doch man darf befürchten, diese Exzellenz in unseren Breitengraden eher selten anzutreffen. Abhilfe schaffen würde, die eigenen Wünsche loszulassen, sich radikal dem Willen Gottes zu unterstellen und sich von ihm dort gebrauchen zu lassen, wo er uns haben will. Leider kommt uns da schnell einmal eine Gesellschaft mit einer sehr engen Denkweise in den Weg, welche man allenfalls nicht so leicht überwinden kann. Da gibt es die Wünsche und Vorurteile von Eltern bei der Ausbildung von ihren Kindern, die Wünsche und Träume der Kinder selbst, die geringe Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Tätigkeiten in unserer Wirtschaft und zu guter Letzt oder allenfalls an erster Stelle die Abhängigkeit vom Gott des Geldes, welchem man in unserer Gesellschaft da und dort gerne alles unterordnet. Doch trotz all dieser Unmöglichkeiten ist noch lange nicht alles verloren, denn es liegt am Willen eines jeden Einzelnen und vor allem an der Kraft Gottes in seinem Leben, dieses in die aus göttlicher Sicht gewünschten Bahnen zu lenken. Das Gleichnis von den Talenten in Matthäus 25.14-30 mahnt eindringlich an, mit den Talenten Gottes zu wuchern und tadelt und bestraft den bösen Knecht hart, welcher mit seinem Talent lieber nichts machen wollte. Er hat es vergraben, um es dereinst seinem Meister ungebraucht und unbeschädigt zurück zu geben. So sollte die Geschichte in unseren Leben nicht enden. Wir sind dementsprechend dazu herausgefordert, unsere Talente zu erkennen und diese im Sinne Christi einzusetzen. Und je besser wird dies hinkriegen, umso grösser ist unsere geistliche Exzellenz.

Bibelstellen aus der freien Bibel e-sword übernommen, nach der Schlachter Übersetzung von 1951, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 30. August 2019

Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Bis ich komme, halte an mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren.“
1.Timotheus 4.13

„Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, so bereue ich es nicht; denn das Gott gemässe Trauern bewirkt eine Busse zum Heil, die man nie zu bereuen hat, das Trauern der Welt aber bewirkt den Tod.“
2.Korinther 7.8 & 10

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14

„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“
Johannes 8.31 & 32

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“
Johannes 16.13

Die Bibel  
Das hohepriesterliche Gebet

„Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche — gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun erkennen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt; denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und glauben, dass du mich gesandt hast. Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. Und ich bin nicht mehr in der Welt; diese aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir! Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde. Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“
Johannes 17.1-26

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Die Schriften auf dieser Arche sollen herausfordern, Dinge aus biblischer Sicht ins rechte Licht rücken, Themen auch von ungewohnter Seite beleuchten und vor allem auch vorbereiten auf schwierige Zeiten. Die fetten Jahre sind vorüber, hört man da und dort gerne einmal sagen. Wir können davon ausgehen, die Zeiten werden früher oder später nicht nur magerer oder mager, sondern gar finster. Und genau darauf sollten wir uns Kraft eines starken Glaubens vorbereiten. Die Schriften dieser Arche...

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Bekannt ist uns allen, was man landläufig so unter Liebe versteht oder unter diesem Begriff vereint: Freundschaft, Treue, Grossmut, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und vieles mehr. Da mag jedermann so seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben haben, doch einen gewissen Konsens wird man hier schon finden. Schon etwas herausfordernder wird es, wenn man die vertiefende Beschreibung der Liebe gemäss dem ersten Korinther sich zu Gemüte führt: „Die Liebe ist langmütig und ....

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Der Gehorsam des Jüngers

Wovon sollten oder dürfen wir als Jünger Christi in Bezug auf den Gehorsam ausgehen? Von der grossen unendlichen Freiheit, dem Atmen des „weggefallenen“ Gesetzes und der Gnade im Neuen Testament oder müssten wir eher die Strenge und die Gesetzlichkeit des Alten Testamentes zur Richtschnur nehmen in Bezug auf die Frage nach dem Gehorsam gegenüber Gott und seinen Regeln? Oder können wir uns einfach ganz nach unserem Geschmack das Beste aus beiden ....

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