Kapitalismus - Fluch oder Segen

Ein Essay zur letzten Weltreligion

Es kann hier gar nicht darum gehen, dieses System aufgrund weltlicher Gesichtspunkte zu erklären oder zu begutachten, nein, es soll hier viel mehr um eine geistliche Beurteilung gehen. Warum könnte oder müsste man vielleicht sogar dieses System eine Weltreligion nennen? Es wurde anderorts schon erwähnt, dass man in jedem Ismus (Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, Humanismus usw.) ein letzten Endes religiöses System erkennen muss. Jede dieser Ideologien verkauft uns unter dem Strich ein Heilsversprechen, welches uns glauben lassen soll, wenn wir dem System nur treu genug dienen würden, könnte es uns glücklich machen, würde es uns eine erfreuliche Zukunft bescheren. Und da der Kapitalismus sozusagen die ganze Menschheit „beglückt“ oder infiziert hat, je nach Sichtweise auf die eine oder andere Art beurteilt, kann man guten Gewissens von einer Weltreligion sprechen.

Jeder Ismus enthält durchaus auch den einen oder anderen sinnvollen Gedanken, doch leider wohnen jeder dieser Ersatzreligionen auch gröbste Irrtümer und Trugschlüsse inne, so dass sie früher oder später auf der Strecke bleiben und als gescheitert betrachtet werden müssen. Im Kapitalismus finden wir wohl den „brillantesten“ Vertreter der Ismusse bezüglich glücksbringendem Heilsversprechen. Kaum eine andere Ideologie hat es geschafft, so überzeugend dem Menschen das grosse irdische Glück vorzugaukeln wie diese. Diese falsche Heilslehre holt die menschlichen Bedürfnisse und Schwächen ab, wie keine andere. Was wünscht sich der Mensch wohl am sehnlichsten? Das Paradies auf Erden, dürfen wir hier gerne einmal annehmen. Jeder würde doch lieber im Paradiese sitzen, als im Vorhof zur Hölle, oder etwa nicht? Nun, genau diesen Wunsch scheint der Kapitalismus, bei oberflächlicher Betrachtung zu erfüllen. Ein zwar nur irdisches, materielles Paradies verspricht er, aber doch immerhin ein Paradies. Aktuell zwar längst nicht für alle, doch zumindest mit der Option für jeden, dereinst ebenfalls dorthin zu gelangen. Zumindest will uns das System dies theoretisch glauben lassen. Der eine oder andere Bewohner dieses diesseitigen Paradieses wird jedoch wohl hinter vorgehaltener Hand, in Bezug auf das kapitalistische Heilsversprechen zugeben, für ziemlich viele, ziemlich schwarz zu sehen.

Animation: Der Wechsel von einer Weltordnung zu einer Anderen, einer weitaus Besseren!

Warum soll der Kapitalismus interessanter sein, als alle anderen Ersatzreligionen? Ersatzreligionen deshalb, weil jeder Ismus, wie schon erwähnt, durchaus religiöse Züge zeigt und daher als Ersatz steht für wahren Glauben, welcher sich nach einem ewigen, allmächtigen, übergeordnetem Wesen ausstreckt. Es sei hierbei beiläufig angemerkt; dieses höhere Wesen wird in jedem Ismus verleugnet oder gehört zumindest nicht zum lehrmässigen, theoretischen Unterbau und wird höchstens von halbherzigen Anhängern dieser Ideologien zusätzlich beigezogen, um dem Ganzen noch etwas geistliche Farbe zu verleihen. Man mag zwar an einen Gott glauben, wenn man will, doch zu sagen hat er nichts in diesen Ersatzreligionen und seine Werte werden dort kaum explizit berücksichtigt. Der eine oder andere Wert des christlichen Glaubens mag zwar in einen Ismus einfliessen, doch hat dieser Wert frei zu sein von der moralischen Gewichtung eines Gottes, und sich nach menschlichem Gutdünken zu richten.  Zurück zur Frage nach der „Überlegenheit“ des Kapitalismus gegenüber anderen Lehren, wie dem Sozialismus, dem Kommunismus oder dem Humanismus: Liegt es in der Natur des Menschen sozial, human oder brüderlich zu sein oder liegt es viel mehr in seiner Natur, sich auf Kosten anderer zu bereichern? Wir dürfen hier gerne kurz das erste Gebot des Kapitalismus zitieren (eine freie Definition des Autors dieser Schrift): „Nimm dir mehr, als dir zusteht und gib den Anderen weniger, als sie verdienen würden.“ Darin sind wir Menschen doch ziemlich gut…. Im Detail wollen wir hier nicht auf die Schwächen mit Potential zum Scheitern der anderen Ideologien eingehen, denn es geht uns ja um den Kapitalismus. Den Kommunismus wollen wir hier jedoch kurz streifen. Provokativ könnte man formulieren, an seinem Bruderschaftsgedanken wäre dieser gescheitert. Ein Volk von einig Brüdern, welche mittels Planwirtschaft alle gleich wenig verdienen, konnte den Menschen offensichtlich nicht überzeugen und unter anderem daran ist der Sowjetkommunismus gescheitert. Dies mag etwas verkürzt dargestellt sein, doch unseren Betrachtungen hier genügt diese Darstellung. Falls nun jemand behaupten möchte die Chinesen wären doch noch immer Kommunisten, so muss man dieser Vorstellung eine klare Absage erteilen, denn diese Lehre ist dort nur noch absurder Überbau zum effektiv herrschenden kapitalistischen System. Es gibt neben China zwar noch ein paar Kleinstaaten (Nordkorea, Kuba, Vietnam …), welche noch immer im Kommunismus feststecken, doch insgesamt kann man diese Ideologie gut und gerne als gescheitert betrachten. Was macht der Kapitalismus „besser“ als zum Beispiel der eben genannte Kommunismus? Er verspricht überbordenden Wohlstand einem jeden, der sich auch nur ordentlich bemüht. Das materielle Paradies auf Erden und die Möglichkeit, sich im Wettbewerb mit anderen hervortun und profilieren zu können. Der Mensch strebt unter anderem auch nach Wohlstand, um seinen Wert zu steigern, um sich wichtig und wertvoll zu fühlen und nicht nur, weil er gerne in einem Paradies leben würde und daher spricht ihn der Wettbewerb an. Nach einer biblischen Beurteilung taugen solche Bestrebungen natürlich nicht viel, doch diese Sicht interessiert den Kapitalismus als Ersatzreligion selbstredend wenig bis gar nicht. Für Gott sind wir wichtig und wertvoll, unabhängig von unseren Erfolgen und Leistungen. Was könnten wir denn einem Allmächtigen schon anbieten, um ihm als wichtig zu erscheinen? Wir sehen, diese kapitalistische Religion holt das menschliche Bedürfnis nach paradiesischen Zuständen und sein Streben nach einem Wert auf eine geradezu „geniale“ Art und Weise ab. Und dies lässt andere Ersatzreligionen wie Sozialismus, Kommunismus oder Humanismus gegenüber dem Kapitalismus zwangsläufig ziemlich blass aussehen. Dass im Kapitalismus vor allem der menschliche Egoismus zum Tragen kommt, wäre hier als Wermutstropfen anzumerken (siehe erstes Gebot oben). Und genau dieser Egoismus hält den Menschen sehr gerne auch einmal davon ab sozial, human oder brüderlich zu sein. Aufgrund der vom System angesprochenen menschlichen Egoismen wird sich der Kapitalismus zwar bis zu seinem finalen Zusammenbruch wohl grossmehrheitlich immer durchsetzen, doch er wird letzten Endes auch daran scheitern. Eine Gesellschaft oder ein Wirtschaftssystem ohne Brüderlichkeit oder nenne wir es hier Nächstenliebe wird früher oder später im Sumpf von Rücksichtslosigkeit, Hass und Gewalt versinken. Das kapitalistische Wirtschaftssystem wurde auch schon ein Imperium der Schande genannt und trefflicher könnten wir es hier gar nicht beschreiben. Dieses Imperium der Schande wird sich so lange durchsetzen, bis seine ihm innwohnende zerstörerische Kraft zur Selbstvernichtung geführt hat.

Inzwischen hat sich wohl noch etwas klarer herauskristallisiert, warum man den Kapitalismus eine Weltreligion nennen muss. Nichts war bisher erfolgreicher und hat mehr Menschen so in seinen Bann gezogen, wie dieses leere Heilsversprechen des paradiesischen, irdischen Wohlstandes. Nur wie viel ist dieser Wohlstand denn überhaupt wert? König Salomo, damals wohl einer der prunkvollsten Könige im Nahen Osten, hat es so formuliert: „Ich beobachtete alle Werke, die getan werden unter der Sonne, und siehe, es war alles nichtig und ein Haschen nach Wind (Prediger 1.14)!“ Mit anderen Worten, sein ganzer irdischer Tand war aus geistlicher, aus göttlicher Sicht nichts wert. Die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling, welcher seinen Reichtum nicht loslassen wollte zugunsten eines Lebens in der Nachfolge Christi hat uns dazu, auch etwas zu sagen. So sprach bei dieser Gelegenheit Jesus zu seinen Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher hat es schwer, in das Reich der Himmel hineinzukommen! Und wiederum sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt! Als seine Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann dann überhaupt gerettet werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist dies unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich (Matthäus 19.23-26).“ Es sei hier ganz unbescheiden angedacht, dass mit dem Reichen in diesem Gleichnis jeder Kapitalist sich angesprochen fühlen darf. Die Jünger Christi damals entsetzten sich nämlich nicht, weil sie selbst zu den Schwerreichen gehört hätten, bekanntlich waren sie mehrheitlich einfache Leute, sondern, weil ihnen offenbar bewusst wurde, dass jeder so seine Reichtümer hat, welche er für Christus nicht unbedingt loslassen möchte. Haben wir womöglich nicht alle zu viele Güter, welche uns in der Nachfolge Christi in den Weg kämen, müssten wir sie alle für ihn loslassen?

Aus biblischer Sicht haben wir nach einem ziemlich kurzen irdischen Leben noch eine ganze Ewigkeit vor uns. Wo diese Ewigkeit stattfinden soll, entscheidet jeder für sich selbst. Vorzugsweise im Paradies mögen die meisten nun wohl denken. Bringt uns diesbezüglich ein vorgegaukeltes irdisches Kapitalistenparadies weiter? Könnten wir von diesem aus direkt ins Himmlische hinüberrutschen? Die Bibel gibt uns keinen Anlass zur Vermutung, dies möge gelingen. Im Gegenteil, es gibt nicht nur keinen Zusammenhang zwischen diesen beiden Paradiesen, es wird sogar viel mehr so sein, dass das Irdische dem Himmlischen in die Quere kommt. So gesehen können wird dieses irdische Kapitalistenparadies doch getrost vergessen und uns statt nach dem Geld nach höheren geistlichen Weihen ausstrecken. So nebenbei sei hier noch trocken angemerkt, dass es sich beim in dieser Schrift abgehandelten kapitalistischen Heilsversprechen für die meisten Anhänger dieses Systems ohnehin nur um einen gross angelegten Betrug handelt, denn selbst täten diese sich alle bis zum Äussersten bemühen, es würde ihnen längst nicht allen gelingen, sich ihr kleines Paradies auf Erden zu erschaffen. Die Theorie des Systems verspricht weit mehr, als die Praxis zu halten vermag. Am Ende gehören sie, die treuen Anhänger dieses Systems, zu den zweifach Betrogenen: Sie haben mit Blick auf die Möglichkeiten der kapitalistischen Heilslehre ihre Seele an den schnöden Mammon verkauft, dabei am Ende auf Erden doch nichts oder zumindest nicht viel erreicht und dazu auch noch ihre ewiges Leben weggeworfen.

So wie jede philosophische Strömung früher oder später ihr Ende fand, werden auch alle sogenannten Ismusse früher oder später ihr Ende finden. So wie jede Hochkultur bisher unterging, wird auch die heutige kapitalistische Ordnung untergehen. Der schlaue Bürger würde sich hierbei natürlich die Frage stellen, wann genau dieses Ende kommen möge, denn er wäre gerne vorbereitet. Allzu genau wird diese Frage, wohl ausser dem Allmächtigen, keiner beantworten können. Wir können nur die Rahmenbedingungen anschauen und da muss so ziemlich jeder ernsthafte Beobachter zum Schluss kommen: Fern kann der Untergang nicht mehr sein! Die grösseren Krisen des Systems folgen tendenziell in immer kürzeren Abständen. Erwähnt seien hier in loser Zusammenstellung und ohne Erwähnung kleinerer Einbrüche folgende Krisen:  Weltwirtschaftskrise 1929 / Oelschock 1973 / Wirtschaftseinbruch nach 1990 mit dem darauf folgenden Globalisierungswahn als vermeintlicher Antwort / Dotcom Crash 2000 / Subprimekrise ab 2007 / Eurokrise ab 2010. Real steigen die Löhne in Europa seit der Krise nach 1990 kaum noch und mit der Globalisierung sägen wir uns, unter anderem mit tatkräftiger Hilfe der Chinesischen Wirtschaft, seit damals längst den eigenen Ast ab. Die Schuldenwirtschaft nimmt stetig zu und erreicht in vielen Nationen mit jedem kommenden Jahr erneute Höchststände. Der Kapitalismus fördert in erheblichem Masse die Schuldenwirtschaft, neben noch anderen, einer seiner Systemfehler, weil er gerne das Paradies gleich im Hier und Jetzt realisieren würde. Daraus resultieren zwangsläufig immer grösserer Schuldenberge und es stellt sich die Frage, ob es im Sinne des Systems liegen könne, die Schuldenberge nie mehr abzubauen? So war es ursprünglich wohl nicht gedacht. Dass die Schuldenberge nie mehr abgebaut werden, scheint jedoch inzwischen, eine breit akzeptierte Tatsache zu sein. Nur so zur Veranschaulichung sei hier flüchtig und auch etwas oberflächlich dargestellt, wie sich dieses Problem in etwa präsentiert. Genau lässt es sich alleine daher schon nicht ergründen, weil man zum Beispiel zu den Staatsschulden eines Landes ganz unterschiedliche Einschätzungen finden kann, je nachdem wer die Statistik gerade erstellt hat und vielleicht auch den einen oder anderen Betrag unter den Teppich kehrte. Bei Unternehmen wird es noch schwieriger, einen verlässlichen Durchschnittswert festzulegen, denn diese stehen nicht in der Pflicht in der Breite ihre Bilanzen öffentlich zu machen, und was dort drin steht unterliegt ja ohnehin nicht selten allerlei kosmetischer Klimmzüge. Daher machen wir uns gar nicht erst die Mühe, genau zu rechnen, es geht uns nur um eine grobe Darstellung der Misere. Bei den Staatschulden (Staat, Kantone & Gemeinden) gehen wir für Herr und Frau Schweizer von ca. CHF 23‘000.- pro Kopf aus (2018 193 Mrd CHF (Republik.ch 5.3.2018) bei 8.5 Mio Einwohner). Dazu kommen Unternehmensschulden von rund CHF 20‘000.- pro Kopf (2017 ca. 170 Mrd CHF (Luzerner Zeitung 18.1.2019) bei 8.42 Mio Einwohner), weiter sollen die Schweizer privat pro Kopf auch noch mit gegen CHF 100‘000.- verschuldet sein (Privatkredite, Hypotheken – NZZ 4.10.2017). So kommen für einen Familienvater mit Frau und zwei Kindern um die CHF 570‘000.- Schulden zusammen. Jeder einzelne Schweizer kann also einen veritablen Schuldenberg sein Eigen nennen. Nun, es dürfte jedem klar sein, dass solche Berge nicht mehr abgetragen werden können und damit stellt sich nur noch die Frage, wann der Schuldendienst ausfällt und was die Folgen davon sein werden? Man mag nun glauben, verglichen mit anderen Ländern wären wir in der Schweiz ja gar nicht so schlecht dran, denn deren Schuldenberge wären doch noch weit höher als unsere. Dies mag mehrheitlich sicherlich stimmen, doch was in den USA vor einiger Zeit geschah, muss auch bei uns nicht allzu fern sein. Im Weiteren wäre hier angemerkt, dass es in einer global vernetzten Wirtschaftswelt nicht wirklich beruhigen kann, wenn man verglichen mit anderen noch fast gut dasteht, denn wenn die Anderen untergehen, wird uns in etwa dasselbe Schicksal ereilen. Was geschah denn in den USA? Da kam es nach 2007 zur sogenannten Subprime Krise infolge welcher unzählige amerikanische Familien auf der Strasse landeten, weil sie ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten. So weit ist der Kapitalismus noch nicht, dass er nicht nur auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet, sondern auch noch auf deren Bedienung in Form von Zinsen. Es gibt zwar inzwischen für gute Schuldner sogar Kredite mit Negativzinsen, was heissen will, diese werden noch belohnt, wenn sie Schulden machen, doch in der Breite wird sich diese Unart wohl doch nicht durchsetzen, denn als gute Schuldner gelten die Wenigsten. Ausser der öffentlichen Hand, mit anderen Worten dem Staat, wird wohl kaum je einer Kredite mit Negativzinsen geniessen dürfen. Alle anderen haben nach wie vor für geliehenes Kapital Zinsen zu bezahlen, wenn diese teils auch immer bescheidener werden (Hypotheken, Leasing). Sollten nun diese Zahlungen ausfallen, und dies werden sie früher oder später, kriegen wir grössere Probleme. Da die Negativzinsen schon einmal erwähnt sind, können wir hier auch gleich erwähnen, dass diese inzwischen zumeist im Zusammenhang mit Guthaben auf unseren Banken für Schlagzeilen sorgen und nicht im Zusammenhang mit Krediten. Hier können wir uns den Kommentar nicht verkneifen, dies alles würde so ganz und gar nicht zur Lehre des Kapitalismus passen. Das auf Banken gelagerte Geld sollte dereinst für uns arbeiten und einen Gewinn abwerfen, ohne dass wir dafür etwas hätten tun müssen. Ein eigentlich ohnehin verwerflicher Gedanke und daher könnte man sagen, die Sache mit den Negativzinsen auf Sparguthaben wäre eine willkommene Korrektur. Heute bezahlen wir also dafür, wenn wir unser Geld auf der Bank herum liegen lassen und schlimmer noch, wenn dieses Geld an einen, der oben genannten, guten Schuldner ausgeliehen wird, kriegt dieser zur Belohnung Zinsen gutgeschrieben statt  belastet. Ausgehend vom ursprünglichen Gedanken der kapitalistischen Geldwirtschaft, muss man die gegenwärtige Entwicklung ja wohl uneingeschränkt als Bankrotterklärung des Systems bezeichnen. Der eine oder andere mag vielleicht hoffen, solche „Unsitten“ wären von vorübergehender Dauer, doch wir sind gut beraten, darin die Vorboten des finalen Untergangs zu sehen.

Die Offenbarung (Kapitel 17&18) in der Bibel spricht vom Untergang der grossen Buhlerin, der Hure Babylon, der Mutter aller Huren und dem Gräuel der Erde. Die Bilder in diesem Buch kann man bei nur wenig gutem Willen durchaus auf das schon genannte Imperium der Schande, auf die kapitalistische Wirtschaft, beziehen. Kapitel 18 der Offenbarung beschreibt den Untergang dieser Hure und spricht von den Kaufleuten und den Königen, welche durch diese reich wurden. Sie spricht vom Weinen der Kaufleute bei ihrem Untergang. Gerne wird von Christen in dieser Hure ein rein religiöses System gesehen, ohne Bezug zu unserer gegenwärtigen Weltordnung. Nur, wenn es ein rein religiöses System wäre, warum würden dann die Kaufleute weinen bei dessen Untergang? Wie wäre es, wenn wir beides darin sehen: Ein religiöses System und gleichzeitig ein Wirtschaftssystem? Nicht umsonst nennen wir hier den Kapitalismus die letzte Weltreligion. Weil die Offenbarung den Untergang des grossen Babylon so vortrefflich beschreibt, wollen wir hier das Kapitel 18 aus diesem Buch detailliert zu Worte kommen lassen:

„Danach sah ich einen andern Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel. Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden. Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. Vergeltet ihr, wie auch sie euch vergolten hat, und zahlt ihr das Doppelte heim gemäß ihren Werken! In den Becher, in den sie euch eingeschenkt hat, schenkt ihr doppelt ein! In dem Maß, wie sie sich selbst verherrlichte und üppig lebte, gebt ihr nun Qual und Leid! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen! Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet. Und es werden sie beweinen und sich ihretwegen an die Brust schlagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben und üppig gelebt haben, wenn sie den Rauch ihrer Feuersbrunst sehen; und sie werden von ferne stehen aus Furcht vor ihrer Qual und sagen: Wehe, wehe, du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt; denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen! Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft, Ware von Gold und Silber und Edelsteinen und Perlen und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei Tujaholz und allerlei Elfenbeingeräte und allerlei Geräte aus wertvollstem Holz und aus Erz und Eisen und Marmor, und Zimt und Räucherwerk und Salbe und Weihrauch und Wein und Öl und Feinmehl und Weizen und Vieh und Schafe und Pferde und Wagen und Leiber und Seelen der Menschen. Und die Früchte, nach denen deine Seele begehrte, sind dir entschwunden, und aller Glanz und Flitter ist dir entschwunden, und du wirst sie niemals mehr finden. Die Verkäufer dieser Waren, die von ihr reich geworden sind, werden aus Furcht vor ihrer Qual von ferne stehen; sie werden weinen und trauern und sagen: Wehe, wehe!, die große Stadt, die bekleidet war mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen! Denn in einer Stunde wurde dieser so große Reichtum verwüstet! Und jeder Kapitän und die ganze Menge derer, die auf den Schiffen sind, und die Matrosen, und alle, die auf dem Meer arbeiten, standen von ferne und riefen, als sie den Rauch ihrer Feuersbrunst sahen: Wer war der großen Stadt gleich? Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd: Wehe, wehe!, die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meer hatten, reich gemacht wurden durch ihren Wohlstand! Denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden! Freut euch über sie, du Himmel und ihr heiligen Apostel und Propheten; denn Gott hat euch an ihr gerächt! Und ein starker Engel hob einen Stein auf, wie ein großer Mühlstein, und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hingeschleudert und nicht mehr gefunden werden! Und der Klang der Harfenspieler und Sänger und Flötenspieler und Trompeter wird nicht mehr in dir gehört werden, und kein Künstler irgend einer Kunst wird mehr in dir gefunden werden, und der Klang der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden; und das Licht des Leuchters wird nicht mehr in dir scheinen, und die Stimme des Bräutigams und der Braut nicht mehr in dir gehört werden. Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde, denn durch deine Zauberei wurden alle Völker verführt. Und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen gefunden und aller derer, die hingeschlachtet worden sind auf Erden (Offenbarung 18).“

Selbstverständlich darf man gerne annehmen, die Offenbarung wäre im besten Fall ein kryptisches Märchen und im schlimmsten Fall eine symbolische Beschreibung für Geschehnisse in himmlischen Regionen, doch beides erscheint, eher wenig Sinn zu ergeben. Weit eher könnte man in diesem Buch eine vortreffliche Beschreibung für den jähen, totalen Zusammenbruch unserer gegenwärtigen Weltordnung sehen. Freilich kann sich dieser Zusammenbruch noch etwas hinziehen, doch kommen wird er früher oder später. Gescheitert an der ihm inne wohnenden Kurzschlusslogik wird der uns heute bekannte Kapitalismus und damit der Kern der gegenwärtigen Weltordnung in einem grossen Knall von der Bühne abtreten. Er hat die Gier und den Egoismus auf die Spitze getrieben, sein erstes Gebot, welches da bekanntlich lautet; „Nimm dir mehr als dir zusteht und gib den Anderen weniger, als sie verdienen würden“ ohne Rücksicht auf Verluste bis zu seinem bitteren Ende ausgelebt. Neben der schon genannten Schuldenwirtschaft und den eben angesprochenen vom System genutzten menschlichen Schwächen, wie Gier und Egoismus, finden wir noch weitere Systemfehler im Kapitalismus, von welchen wir hier den einen oder anderen noch flüchtig ansprechen wollen. Die Tugendhaftigkeit von Kapitalgewinnen und damit Finanzgeschäften im Allgemeinen wurde vorgängig schon in Frage gestellt und unter anderem hat das Wachsen der Geldmengen im kapitalistischen System den zwanghaften Gedanken an ewiges Wachstum in viele kapitalistische Köpfe gesetzt. Nach gängigen Wirtschaftslehren würde der Wachstumszwang zwar nicht zwingend zu diesem System gehören, doch die Wirtschaft hat ihn durchaus neben dem Wunsch nach möglichst hohen Gewinnen zu einer Maxime gemacht und somit gibt es da eben doch eine enge psychologische Verbindung. Wo etwas ewig wachsen soll, taucht jedoch bei beschränktem Ausmass der Herberge des Systems, hier der Erde, früher oder später ein Problem auf. Und in der Verbindung dieser geometrischen Beschränkung und der ebenso beengten Psyche der Marktteilnehmer liegt ein noch weit grösseres Problem: Letztere werden bis zum hier beschriebenen Knall im System nicht von ihrer Vorstellung nach stetigem Wachstum ablassen und dementsprechend einen Deut tun, um eine Wende herbeizuführen. Dass Finanzgewinne grundsätzlich als Systemfehler betrachte werden könnten, mag zwar nicht jedermann einleuchten, doch wir versuchen dies hier zu veranschaulichen: Man könnte sagen, es wäre ein fundamentales oder universales Naturgesetz, dass nur durch das Eingehen eines Risikos und das Verrichten von Arbeit, ein Gewinn zu erzielen ist. Will der Fuchs fressen, muss er seinen Bau verlassen (= Risiko) und beim Bauer nahe des Waldrandes ein Huhn erlegen (= nochmals Risiko & Arbeit). Lässt er nun eins von Beidem weg, das Risiko oder die Arbeit, so wird er nichts zu fressen kriegen. Nun, der Kapitalist, konkret zum Beispiel der Finanzinvestor, versucht dieses Naturgesetzt auszuhebeln, indem er zwar investiert (= Risiko), selbst jedoch keine Arbeit verrichtet und diese von anderen ausführen lässt. Der Fuchs verlässt also nur kurz den Bau, übergibt einem Hund eine Karte mit dem Weg zum Bauer und verlangt als Belohnung für die Karte ein Huhn des Bauers. Der Hund hat nun also den zweiten Teil des Risikos am Hals und die ganze Arbeit. Er wird sich zwar wohl etwas vom Huhn abgreifen dürfen, doch allzu viel wird ihm der Fuchs nicht lassen, denn wir müssen davon ausgehen, der Hund ist schwächer als der Fuchs. Warum sonst wohl würde der Hund sich denn auf diesen miesen Handel einlassen? Sollte sich der Hund beim Fuchs beklagen, wird dieser sagen: „Beklag dich nicht, denn so warst du wenigstens sinnvoll beschäftigt und ohne meine Karte hättest du ja die Hühner nicht einmal gefunden.“ Nun gut, manch einer geniesst solche Zustände, andere nennen sie ungerecht und noch andere nennen sie verwerflich. Die Frage nach den Folgen solcher Verhaltensweisen müsste sich hierbei dem weisen Betrachter durchaus stellen. Wenn man gegen fundamentale Naturgesetze verstösst, wird man mutmasslich dereinst die Früchte des Verrats an universalen Gesetzmässigkeiten ernten. So wird es also wohl früher oder später ins Auge gehen, wenn man an eines dieser leeren Heilsversprechen des Kapitalismus glaubt, welches Kapitalgewinne aller Art verspricht indem man zockt, wettet und spekuliert, was das Zeug hält. Die so, letzten Endes systembedingt, entstandene Seifenblase kann nur eines schönen Tages platzen und eine grosse Leere hinterlassen. Wie sagt der Volksmund dazu so schön: Wie gewonnen, so zerronnen! Genau betrachtet war der Kapitalismus seit jeher eine Bankrotterklärung oder eine Totgeburt. Der systemgläubige Zyniker wird wohl, weil sich diese Totgeburt allenfalls noch zäh am Leben hält, in ein paar Jahren voller Zuversicht sagen: Totgesagte leben länger! Doch wo wird seine Zuversicht in ein paar Jahrzehnten sein?

Wir für unseren Teil, stellen uns heute schon die Frage: Sind wir auf diesen kommenden Zusammenbruch vorbereitet? Reicht unsere Glaubensstärke aus, um diesen durchzustehen? Jeder möge sich diesbezüglich selbst prüfen.

Was kommt danach? Dies wäre vermutlich die nächstliegende Frage. Weltliche Vordenker haben schon den Übergang der Macht vom Kapital an das Wissen angedacht. Nicht mehr Banken sollen die Geschicke der Welt in der Hand halten, sondern irgendwelche Wissenskonzerne sollen Kraft der Macht ihrer Daten herrschen. Sind wir dann besser dran? Wohl kaum, es würde wieder nur einer neuer „Ismus“, eine neue Ideologie entstehen, eine neue verdrehte Heilslehre ohne längerfristige Zukunft. Ganz anders würde es aussehen, wenn nach dem Untergang der letzten Weltreligion wahrer Glaube diese Welt regieren täte. Würde auf den Untergang dieser Weltordnung endlich das lange ersehnte Friedensreich Christi folgen, wäre der Kapitalismus tatsächlich die letzte Weltreligion gewesen und es würde eine Weltordnung mit anhaltender Stabilität folgen. Doch selbst beim eher unwahrscheinlichen Ausbleiben des baldigen Kommens des Friedensreiches Christi würde sich die Frage stellen, ob sich nach dem Kapitalismus nochmals ein ebenso verführerisches, erfolgreiches Angebot einer Heilslehre herauskristallisieren könnte? Vermutlich eher nicht, denn dieses System hat diabolische Verführung auf die Spitze getrieben, hat den Menschen an seinen grössten Schwächen und Sehnsüchten gepackt, um ihn zu gängeln. So gesehen, kann man nicht allzu falsch liegen, wenn man von der letzten Weltreligion spricht, selbst wenn nach deren Zusammenbruch allenfalls noch ein weiterer, ähnlicher Unsinn vor dem Friedensreich Christi käme. Wollen wir hoffen und beten oder besser noch glauben, es möge die Letzte aller untauglichen Machtformen gewesen sein. Die Frage im Titel dieser kleinen Abhandlung zum Kapitalismus, ob er nun Fluch oder Segen wäre, können wir wohl durchaus als beantwortet betrachten. Dieses System ist aus göttlicher Sicht in jedem Falle weit mehr Fluch als Segen und daher kann man sich als Jünger Christi bei dessen Untergang das in Offenbarung 18 erwähnte Weinen der Kaufleute sparen und in den Jubel des Himmels über dessen Ende einstimmen.

Bibelstellen nach Schlachter, neue revidierte Fassung 2000, wo nicht anders vermerkt.

Ralph Pfister - 8. Januar 2020

Weisheiten & Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche

„Beschäftige Dich mit Deinen Problemen, solange sie noch klein sind!“
Verfasser unbekannt

„Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der Richtige.“
Verfasser unbekannt

„Aber ich habe wider dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle stoßen, wenn du nicht Buße tust!“
Jesus – Offenbarung 2.4 & 5

„Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich weiß deine Werke: du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Werde wach und stärke das übrige, was sterben will; denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor meinem Gott.“
Jesus – Offenbarung 3.1 & 2

„Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und bloß!“
Jesus – Offenbarung 3.15-17

Die Bibel  
Das Gesetz - Die zehn Gebote

„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!“
2. Mose 20.1-17

Die Bibel  
Ermutigung, Trost, Auferbauung

„Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“
Josua 1.9

„Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“
Jesaja 51.12-13

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
Joel 3.5 (H2.32)

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“
Psalm 23

„Gar keiner wird zuschanden, der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.“
Psalm 25.3

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil,
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?“
Psalm 27.1

„Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“
Psalm 30.6 (H30.5)

„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
Psalm 121

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.“
Matthäus 6.25-34

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Matthäus 12.20-21

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“
Lukas 11.9-10

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8.28

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
Philipper 4.13

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
1.Johannes 1.9

Die Systemkritik - Eine Auswahl

Die Systemkritik

Wenn wir glauben, wir müssten Missstände anprangern, sollten wir uns vielleicht überlegen, ob diese die Kritik überhaupt Wert sind? Dazu brauchen wir einen Massstab und der kann hier nur die Bibel sein. Diese beklagt sich nicht über Kleinigkeiten, wie verstopfte Strassen, schlechtes Essen oder qualitativ schlechte Waren, sondern kümmert sich um die wirklich grossen Probleme. Vor allem wird die Sünde gerne thematisiert, welche offensichtlich negative Auswirkungen auf das menschliche Dasein...

Die Irrelevanz der Kirche

Man möge es glauben oder nicht, man kann und sollte gar die althergebrachten Werte der Kirche schätzen und genau daher ginge es darum, diese zu bewahren und prägend unter das Volk zu tragen. Dass dies kaum noch geschieht, ist ein von den Kirchen selbst festgestellter Mangel und den würden sie gerne beheben. Die reformierte Kirche hat sogar am Kappeler Kirchentag 2019 ihre Irrelevanz vertieft diskutiert. Diese Kirche hat höchstselbst die Grösse ...

Die Schwäche der Demokratie

So manch einer kennt den geflügelten Spruch: „Von allen schlechten Regierungsformen ist die Demokratie noch die Beste.“ Doch kann man es weise nennen, sich mit der Besten aller schlechten Regierungsformen zufrieden zu geben? Wie wäre es mit einer guten Regierungsform, einer mit Zukunft, mit göttlicher Weisheit und Weitsicht? Schauen wir uns doch einmal die aktuellen Zustände an und fragen uns ganz unaufgeregt, wo diese mutmasslich oder auch ....

Die Erklärung der Schöpfung

Wir wollen hier vorerst gar nicht der Frage nachgehen, ob die Theorie von Schöpfung durch Urknall und Evolution allenfalls stimmen könnte oder nicht, sondern uns zuerst einmal nur ganz bescheiden der Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Erklärbarkeit des Universums durch uns kleine Menschen widmen. Die Gesamtheit von Raum, Zeit, Materie und Energie im Universum nimmt gemäss heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ungeahnte Ausmasse an. So soll ....

Kapitalismus - Fluch oder Segen

Es kann hier gar nicht darum gehen, dieses System aufgrund weltlicher Gesichtspunkte zu erklären oder zu begutachten, nein, es soll hier viel mehr um eine geistliche Beurteilung gehen. Warum könnte oder müsste man vielleicht sogar dieses System eine Weltreligion nennen? Es wurde anderorts schon erwähnt, dass man in jedem Ismus (Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, Humanismus usw.) ein letzten Endes religiöses System erkennen muss. Jede dieser Ideologien verkauft ...

Der zerteilte Leib Christi

Wie stellt sich Christus den Leib Christi vor und wie haben die ersten Apostel ihn gesehen? Als eine Ansammlung von Kirchen oder Gruppierungen, welche sich gegenseitig nicht selten fundamental widersprechen und gar bekämpfen oder als eine Einheit, welche im Gleichschritt mit Christus im Sinne seines Evangeliums marschiert? Wir dürfen getrost von letzterem ausgehen, denn ersteres schwächt den Leib in jedem Falle völlig unnötigerweise. Hat denn schon ....