Und warum ein Verlust keiner sein muss
So manch einer mag der Meinung sein, er könnte sich harte Reden nicht leisten, weil er womöglich am Ende allein dastehen würde. Die folgende Geschichte soll beweisen, dass man sich beim erforderlichen geistlichen Gewicht solcherlei Reden sehr wohl leisten kann und am Ende trotz alledem nicht allein dasteht. Bei klaren, radikalen Ansagen und allenfalls harten Positionen wird man in jedem Falle gewisse Verluste erleiden, doch man stelle sich die Frage, was gewinnt man dazu? Oder man frage sich anders herum, welcherlei Anhängerschaft man sein eigen nennen darf, wenn die Positionen wässrig, unverbindlich, möglichst breit, eingängig und für jedermann bekömmlich sein sollen? Das Resultat ist eine unverbindliche oder laue Anhängerschaft von welcher man keine ernsthaften Klimmzüge in Richtung radikaler Nachfolge erwarten kann. Und dies lässt verstehen, warum in der folgenden Geschichte ein Mann voller Liebe es sich erlaubte, so radikal zu predigen, dass ihm viele seiner Anhänger schlichtweg davon liefen.
Es handelt sich bei der Geschichte um die harte Rede von Jesus von Nazareth, gehalten so schätzungsweise um 30 nach Christus. In dieser Rede nennt er sich das Brot des Lebens als Bild für seinen Leib, den er für uns geopfert hat. Wer von diesem Leib esse, werde nimmermehr hungern, war damals seine Botschaft. Nun gut, wer dieses Bild nicht als Sinnbild für sein Erlösungswerk verstehen mag, muss mit seiner Aussage so seine Mühe haben, doch darum soll er hier gar nicht gehen.
Auszugsweise wollen wir hier auf die Worte seiner Rede im Kapitel sechs des Johannesevangelium hören:
„Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: «Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.» Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot Gottes ist derjenige, welcher vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten (Johannes 6.31-35).
Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen? Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage (Johannes 6.41-44).“
Bis hierher eckt Jesus erst einmal ein bisschen an und bewirkt ein Murren unter den Zuhörern. Manch einer unter uns wäre da schon versucht, schnell die Wogen zu glätten und allenfalls etwas Bekömmlicheres nachzuschieben. Nicht so Jesus, im Gegenteil, er setzt noch eins drauf:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, auf dass, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel herabgekommen. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er in Ewigkeit leben. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben (Johannes 6.47-52)?“
Der Nachschlag bewirkt unter den zuhörenden Juden nicht mehr nur Murren, sondern gar Zank. Kann dies Jesus dazu bringen, Druck abzubauen oder wird er gar nochmals einen drauf setzen? Wir werden es gleich erfahren:
„Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit! Solches sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte (Johannes 6.53-59).“
Aus der Sicht vieler Zuhörer und gar vieler seiner Jünger ist er jetzt definitiv zu weit gegangen. Diese ganze Rede hört sich für sie nach einem Spinner an, in dessen Gemeinschaft man sich besser nicht mehr blicken lässt und daher folgt auch umgehend die zu erwartende Reaktion:
„Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Da aber Jesus bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war? Aus diesem Anlass traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm (Johannes 6.60-62 & 66).“
Was würde der Leser dieser Geschichte nun wohl erwarten? Einen Jesus, der händeringend die letzten Verbleibenden bei der Stange halten will? Weit gefehlt, er setzt zur finalen Klärung an und stellt seinem engsten Kreise die entscheidende Frage und erhält für manch eine Leser eine vielleicht überraschende und berührende Antwort:
„Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist! Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel! Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot; denn dieser sollte ihn verraten, einer von den Zwölfen (Johannes 6.67-71)“
Es mag unerfreulich klingen, dass neben elf Freunden auch noch ein Teufel bleibt, doch Liebe erträgt alles und damit auch diesen und dazu kommt, dass dieser auch ein Teil des Planes Gottes gewesen war.
Jesus hat sich nicht zurückgenommen, er hat, wo viele gingen nicht gejammert und gefleht, die Letzten möchten doch bitte unbedingt doch noch bleiben. Nein, er hat sogar diese Letzten noch klar herausgefordert. Die gute Nachricht ist, einige sind geblieben, wenn viele auch gegangen sind.
Stärke kann und muss herausfordern, Jesus hat seine Zuhörer und seine Jünger gesichtet und geläutert. Er wünschte sich radikale Nachfolge und konnte es sich leisten, seine Reihen zu lichten. Nicht, dass es ihn nicht geschmerzt hätte, einige zu verlieren, so zumindest können wir es annehmen. Doch seine Schmerzen galten wohl weit mehr der Verlorenheit der Menschen als dem eigenen Selbstmitleid.
Es soll einmal jemand Berühmter gesagt haben: „Wer wenig von Menschen fordert, wird wenig bis nichts von ihnen erhalten, wer dagegen viel von Menschen fordert, wird viel oder gar das äusserste von ihnen erhalten.“ So in etwa könnte auch das Motto Jesu gelautet haben. Er ging radikal, ohne Kompromisse seinen Weg und forderte seine Jünger zur Nachahmung auf.
Und nun möge der gewogene Leser nachdenken über unserer aller Ängste, wenn es darum ginge, radikale Reden zu halten? Und speziell nachdenken sollten alle Kirchen, welche fürchten ihnen könnte aufgrund von zu radikaler Predigt das Bodenpersonal davon laufen. Einen Mangel an Liebe attestiert man fundamentalistischen oder erweckten Predigten gerne. Gerne nennt man sie zu hart und ist der Meinung, man könne sie sich kaum anhören. Doch ist scharfe Herausforderung ein Mangel an Liebe oder vielleicht weit mehr das Gegenteil davon?
Unter der Voraussetzung, in der Rede in der Liebe Christi zu bleiben, scheinen die Bedenken des Verlassenwerdens ziemlich unnötig zu sein. Wer muss sich vor einem Aderlass fürchten, wenn selbst ein Mann der Liebe, wie Jesus Christus einer war, einen solchen im Dienste der Wahrheit auf sich nehmen konnte?
Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, Jesus hat am Ende seiner Zeit auf Erden weit mehr als zwölf Jünger hinterlassen und über die Jahrhunderte sind viele weitere dazu gekommen und damit wäre bewiesen: Eine radikale Predigt macht keinen von uns zum restlos verschmähten Einzelgänger. Es mögen zwar einige, vielleicht sogar viele gehen, aber es werden einige bleiben und andere dazu kommen. So hat es in den vergangenen Jahrhunderten jeder Erweckungsprediger erleben dürfen.
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Bibelstellen aus der freien Bibel e-sword übernommen, nach der Schlachter Übersetzung von 1951.
Ralph Pfister - 1. Juni 2019
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Bibelverse
Passend zum Weltbild dieser Arche
„Bis ich komme, halte an mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren.“
1.Timotheus 4.13
„Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, so bereue ich es nicht; denn das Gott gemässe Trauern bewirkt eine Busse zum Heil, die man nie zu bereuen hat, das Trauern der Welt aber bewirkt den Tod.“
2.Korinther 7.8 & 10
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Johannes 1.14
„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“
Johannes 8.31 & 32
„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“
Johannes 16.13
Die Bibel
Das Gebet des Herrn - Das Vaterunser
„Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten;
Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
Matthäus 6.5-15
Die Schriften auf dieser Arche sollen herausfordern, Dinge aus biblischer Sicht ins rechte Licht rücken, Themen auch von ungewohnter Seite beleuchten und vor allem auch vorbereiten auf schwierige Zeiten. Die fetten Jahre sind vorüber, hört man da und dort gerne einmal sagen. Wir können davon ausgehen, die Zeiten werden früher oder später nicht nur magerer oder mager, sondern gar finster. Und genau darauf sollten wir uns Kraft eines starken Glaubens vorbereiten. Die Schriften dieser Arche...
Bekannt ist uns allen, was man landläufig so unter Liebe versteht oder unter diesem Begriff vereint: Freundschaft, Treue, Grossmut, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und vieles mehr. Da mag jedermann so seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben haben, doch einen gewissen Konsens wird man hier schon finden. Schon etwas herausfordernder wird es, wenn man die vertiefende Beschreibung der Liebe gemäss dem ersten Korinther sich zu Gemüte führt: „Die Liebe ist langmütig und ....
Wir dürfen uns gerne einmal fragen, worin geistliche Exzellenz bestehen könnte oder was einen exzellenten Jünger Christi ausmachen würde? Können wir diese Frage an seinem Charakter, seinem Verhalten oder seiner Tätigkeit klären? Vermutlich müssen wir dies alles einschliessen, was diese Betrachtung durchaus zu einer Herausforderung werden lässt. Was wird von Charakter und Verhalten eines exzellenten Jünger Christi erwartet? Möglichst Jesus sollte er gleichen, sein Vorbild sollte er nachahmen. Jesus ist unser ...
Wovon sollten oder dürfen wir als Jünger Christi in Bezug auf den Gehorsam ausgehen? Von der grossen unendlichen Freiheit, dem Atmen des „weggefallenen“ Gesetzes und der Gnade im Neuen Testament oder müssten wir eher die Strenge und die Gesetzlichkeit des Alten Testamentes zur Richtschnur nehmen in Bezug auf die Frage nach dem Gehorsam gegenüber Gott und seinen Regeln? Oder können wir uns einfach ganz nach unserem Geschmack das Beste aus beiden ....
Der erweckte Christ lebt in einer anderen Dimension als der sogenannt normale Christ. Für letzteren ist ersterer zumeist nur ein Verrückter, welcher vermeintlich fernab irdischer Realitäten in einer frommen Wolke schwebt. Doch leider steht es wohl nicht so gut um die geistliche Wahrnehmung des normalen Christen und er dürfte mit seiner Einschätzung womöglich ganz gründlich falsch liegen. Wir wollen im Folgenden dieser Sache auf den Grund gehen und uns fragen, ob die vermeintlich verrückten Erweckten ...
Für einmal wollen wir mit der guten Nachricht beginnen: Eine Zeit des Friedens auf Erden wird in der Bibel mit der Wiederkunft Christi verheissen. Gemäss den biblischen Verheissungen wird Christus dereinst für tausend Jahre ein Friedensreich errichten in welchem die Menschen den Krieg nicht mehr lernen werden. Im Buch Jesaja finden wir die Verheissung vom Frieden und in der Offenbarung eine Angabe zur Dauer des Friedens. Gemäss der biblischen Verheissung sollen dereinst die verstorbenen Märtyrer auferstehen ...