Noch keiner ist von den Toten auferstanden, ausser Jesus Christus und einige wenige Heilige bei dessen Kreuzigung (Matthäus 27.52). Auch ist bisher noch keiner aus dem Himmel gefallen und selbst einem Martin Luther dürfte dies wohl weder gelingen, noch zufallen, noch erlaubt, noch zugemutet werden. Zumal der Himmel im Moment, vor der allgemeinen Auferstehung der Menschen nämlich, noch ziemlich unbevölkert sein dürfte und der Martin Luther wohl noch im Totenreich seiner Auferstehung harrt. Daher betrachten wir seinen Fall aus dem Himmel selbstredend als rein fiktiv, als ein Märchen oder Roman fernab der Realität. Dennoch darf man sich vorstellen, was dieser bekannte Reformator derzeit auf Erden erleben würde und wie er die gegenwärtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Zustände beurteilen täte. Die geistlichen Zustände an den genannten, real durchaus existierenden, Orten dürfen gerne ebenfalls als fiktiv betrachtet werden, wobei eine Überprüfung vor Ort womöglich die schlimmsten Befürchtungen wahr werden lassen könnte oder aber vielleicht gar die allerbesten Hoffnungen übertreffen täte. Der interessierte Bürger oder Kirchgänger darf sich jederzeit frei fühlen, die wahren Verhältnisse vor Ort zu erkunden und danach der rein fiktiven und allenfalls falschen Darstellung im vorliegenden Roman mit der dazu notwendigen Gelassenheit widersprechen. Es geht im Roman ja auch nicht ansatzweise um eine akkurate Darstellung der effektiven Verhältnisse an den bereisten Orten, sondern viel mehr um die grundlegenden geistlichen Eigenheiten einer Kirche und der gegenwärtigen Gesellschaft. Die Orte dienen ausschliesslich dazu, der Reise des Reformators einen gewissen Sinn und Witz zu verleihen. Auch des Luthers teils gar irdische Schwächen dienen nur dem Witz der Geschichte und sollten nicht als bittere Realität im Leben eines Auferstandenen verstanden werden, denn Auferstandene werden Christus gleichgestaltet sein und daher sicherlich nicht mehr an irdischen Schwächen leiden, egal wie schlecht das geistliche Klima auf Erden auch sein mag. Dieses miese Klima vermag einen Auferstandenen, kaum in die gängigen Niederungen menschlichen Daseins hinunterzuziehen.
Bis auf den Reformator dürfen oder müssen auch alle Protagonisten der Geschichte als rein fiktiv betrachtet werden und zufällige Ähnlichkeiten zur realen Welt dürfen gerne übersehen werden. Zu den gesellschaftskritischen und geistlichen Ausführungen in diesem Roman wäre anzumerken, dass es dem Auge des Betrachters überlassen sei, diese zu bewerten und allenfalls sinnstiftend in sein Weltbild einzubauen. Dabei wäre er recht gut beraten, dafür die Heilige Schrift als Massstab zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde sie dereinst vom Protagonisten dieses Buches in die Deutsche Sprache übersetzt. Und wie lehrt uns dessen Übersetzung: „Prüfet aber alles und das Gute behaltet (1.Thessalonicher 5.21).“
Man möge in der, teils durchaus harten, Kritik an den Zuständen der Kirche des Reformators dessen Liebe und auch die Liebe Gottes zu dieser Kirche erkennen. Wie hat der Martin es dereinst aus dem Lateinischen übertragen: „Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich die Küsse des Hassers (Sprüche 27.6).“ Mit anderen Worten: Wer seine Kirche liebt, der schlägt sie!
Bild: Der Reformator beklagt seine zum moralischen Zwerg geschrumpfte Kirche
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